Wie berechtigt die seit langem erhobene Forderung weiter Kreise der Wirtschaft ist, daß das Steuersystem der Bundesrepublik im ganzen wie in seinen Einzelheiten einer grundlegenden Reform bedarf, wird an Hand eines Vergleichs der Ergebnisse des Körperschaftsaufkommens für 1949 und 1936 des Landes Bayern eindrucksvoll beleuchtet, das als bisher erstes deutsches Land die Zahlen für 1949 veröffentlichte. Während 1936 noch 6907 Steuerpflichtige aus insgesamt 276 Mill. RM Einkommen nur 67,4 Mill. RM Körperschaftssteuer gezahlt haben, betrug das Aufkommen an Körperschaftssteuer in 1949, von 4662 Steuerzahlern dieser Kategorie aus 469,6 Mill. DM Einkommen aufgebracht, 233,5 Mill. DM. Das bedeutet einerseits eine Steigerung des steuerpflichtigen Einkommens in Bayern um 70 v. H., andererseits eine solche der gesamten Steuerleistung in 1949 gegenüber 1936 um fast 250 v. H. Je Steuerzahler hat sich weiterhin zwar von 1936 bis 1951 das Einkommen von 39961 RM auf 100727 DM, d. h. um 152 v. H., die Steuerleistung aber von 9763 RM auf 50 095 DM, mithin sogar um 413 v. H. erhöht! Es verbleibt daher nach Abzug des Steuerbetrages eine Netto-Steigerung des körperschaftsteuerpflichtigen Einzel-Einkommens von nur 30 198 RM auf 50 632 DM, also um nur 68 v. H. Wenn erst die gleichen Zahlen für die Jahre 1950 bis 1952 vorliegen, wird man noch deutlicher die Verschiebungen der Einkommens- und Steuerverhältnisse, insbesondere nach der Währungsreform, gegenüber der Vorkriegszeit erkennen und eindeutig sehen können, wie die immer kräftiger angezogene Steuerschraube die Steuerpresse auch immer ergiebiger für den Fiskus angetrieben hat. Vo.