Deutschlands Grenzen

Professor Schlenger vom Herder-Institut in Marburg an der Lahn schreibt in der österreichischen Wochenzeitschrift „Berichte und Informationen über seine Erfahrungen während einer länger“ Studienreise durch die Vereinigten Staaten: „Trotz eifrigem Suchen habe ich keine einzige geographische Karte gefunden, die die deutschen Reichsgrenzen von 1937 wiedergibt. Polen beginnt an der Oder-Neiße.“ Professor Schlenger sieht die Gründe für diese geographisch-politische Unkenntnis einmal in den Mängeln der Lehrpläne der amerikanischen Schulen, an denen Geographie nur bis zum 11. Lebensjahr und danach fakultativ in den beiden letzten Klassen der High School gelehrt wird, zum anderen in dem Positivismus des Durchschnittsamerikaners, der unbequeme, abgelegene Probleme gern abweist.

Die Bilanz

In den Jahren 1939 bis 1945 sind in Frankreich weit mehr Franzosen durch ihre eigenen Landsleute oder ihre Alliierten ums Leben gekommen als durch Feindhandlungen. Zu dieser Feststellung gelangt die Gazette de Lausanne in einem Artikel, in dem es heißt, daß von den Deutschen und der Vichy-Polizei in vier Besatzungsjahren 26 000 Franzosen erschossen worden seien. Demgegenüber bliebe die Tatsache bestehen, daß während der vier Monate der Befreiung 105 000 Franzosen (es handele sich dabei um die offizielle Zahl) verschwunden, das heißt, von ihren eigenen Landsleuten, meist ohne Gerichtsurteil, ermordet worden seien.

Deutsche Techniker gesucht

Das South African Bulletin veröffentlicht im Auszug einen offenen Brief des südafrikanischen Wirtschaftsministers Louw, in dem dieser die Ansicht vertritt, Südafrika mit seinen zahlreichen jungen Industrien, deren Träger noch wenig Erfahrung besäßen, könne von den technischen Kenntnissen und wissenschaftlichen Erfahrungen seiner westdeutschen industriellen Partner viel profitieren. Durch die Versorgung mit dem nötigen Personal werde die Bundesrepublik nicht nur dem wirtschaftlichen Fortschritt der Union große Dienste leisten, sondern es würden durch das Steigen der Dividenden auch beträchtliche. Möglichkeiten für eine Ausweitung des Handelsaustausches entstehen.

Rechenkunststück