DIE ZEIT

Auferstehung

Wie es zugeht, daß ein Mensch das Osterereignis als wirkliches Geschehnis hinnimmt, diese Frage muß offenbleiben. Man kann höchstens darauf hinweisen, daß das Auferstehungsereignis nicht weniger absurd ist, als es das Ereignis des Menschen schlechthin ist, und daß diese beiden Geheimnisse sich untergründig miteinander berühren, zueinander "stimmen" und einander in ihrer Unhaltbarkeit dennoch halten.

Tobak im Bundestag

Für Goethe ist das Rauchen eine barbarische Sache gewesen. Aber Bach hat eine kontrapunktische Aria zum Lob des Rauchens komponiert.

Das Vertriebenengesetz

Man hat es etwas anspruchsvoll die "Magna Charta der Vertriebenen" genannt. Der bescheidenere Titel eines Minderheits-Schutzgesetzes wäre wohl richtiger.

Die Reise nach Amerika

Die Reise des deutschen Bundeskanzlers nach Amerika stellt den ersten Staatsbesuch eine? deutschen Regierungschefs in den Vereinigten Staaten dar.

Die "Fuggerei", heute noch lebendig

Das "Goldene Augsburg" – hieß es einst, und dazu gab es den Spruch: "Mit der Venezier Macht, der Augsburger Pracht, der Ulmer Geld, waer’ ich der Herr der Welt".

Tagebuch der Zeit: Paris – Washington – Moskau

Die Pariser Verhandlungen im EVG-Interimsausschuß über die von Frankreich gewünschten Zusatzprotokolle zum EVG-Vertrag haben nach wochenlangen schleppenden Verhandlungen überraschend zu einer Einigung geführt.

ZEITSPIEGEL

Die saarländische Zeitung, "Die Neue Woche" ist durch die Indiskretion eines Mitarbeiters Jean Monnets in den Besitz des europäischen Fahrplanes des Präsidenten der Montanunion gelangt.

Die Politik der geschlossenen Hand

Demnächst wird der Bundesfinanzminister 65 Jahre alt sein, aber man sieht es ihm nicht an. Am wenigsten, wenn er seiner großen Leidenschaft frönt und auf den "Brettln" steht.

Blinder Eifer

Wer geglaubt hat, daß nach der lebhaften beiderseitigen Inanspruchnahme des Bundesverfassungsgerichtes in der Frage der Verträge alle Möglichkeiten von Fehlern erschöpft seien, wurde eines Besseren belehrt.

Wandlungen in Österreich

Als Österreich vor einem Monat wählte, dachte niemand, daß dies das Ende der Art Figl bedeuten könnte. Bald nach Kriegsende hat Leopold Figl als Exponent der katholischen österreichischen Volkspartei (ÖVP) zum erstenmal eine Koalitionsregierung gebildet – damals noch mit Sozialisten und Kommunisten.

Nimmt Moskau Kurs auf Asien?

Wyschinski mag die Spannung genießen, mit der die UNO seinem Wiederauftreten entgegensieht. Hat er konkrete Vorschläge mitgebracht? Wird es zu Viermächtegesprächen kommen? Die Anzeichen für eine Verhandlungsbereitschaft des Kreml haben sich in letzter Zeit so gehäuft, daß auch die Skeptiker nachdenklich werden.

McCarthy’s Niederlage

Der Senat der Vereinigten Staaten hat die Ernennung von Charles E. Bohlen zum Botschafter in Moskau, die Präsident Eisenhower Ende Februar ausgesprochen hat, nach langen Kämpfen im "Außenpolitischen Ausschuß" des Senats erst jetzt bestätigt, obwohl der Präsident im Hinblick auf die Neuordnung in der Sowjetunion nach dem Tode Stalins darum gebeten hatte, die Bestätigung so schnell wie möglich vorzunehmen.

JOSEF PIEPER:: Alle Philosophie ist christlich

Im Folgenden hat der hervorragende Philosoph die Gedanken zusammengefaßt, die er unlängst bei einer Diskussion über die Frage: "Gibt es eine nicht-christliche Philosophie?" gegenüber seinen Partnern Max Bense und Hans Kudszus im Bayerischen Rundfunk entwickelte.

Der Partei-Schulleiter floh ...

In Mues bei Schwerin gibt es eine Bezirksparteischule der Ost-CDU, die seit einem, Jahr "Gerald Götting-Schule" heißt. Von nun an aber soll sie diesen Namen nicht mehr tragen, hat Gerald Götting, der 32jährige Generalsekretär der Ost-CDU, bestimmt.

Die sachliche Schönheit der Form

Es war im Jahre 1928, als in Köln ein Vortrag von Henry van de Velde angekündigt wurde. Einige jüngere Lehrer und Schüler der "Werkschulen", die ich darauf hinwies, schauten mich unsicher fragend an, bis einer sagte: "Van de Velde? Ist das nicht der Mann, der früher so.

Spuren im Moor

Das war so üblich bei uns zu Hause: fünf Tage vor dem Fest stellte jedes der Kinder einen Holzschuh zurecht, und über Nacht legte dann der Osterhase eine kleine Empfehlung hinein – ein buntes Ei, ein paar Zuckerstückchen oder sonst einen begrüßenswerten Oster-Vorgeschmack.

Wenn es Ostern wird . . .

Wenn es Ostern wird, gleitet die Sonne aus dem wäßrigen Zeichen der Fische in das Haus des Widders; um die Monatsmitte nimmt dann der Stier die Sonne auf seinen Nacken und stürmt mit ihr am Himmelsgewölbe dahin.

Karfreitag in Grassina

Die nachstehende Osterskizze stammt aus dem Nachlaß des Schriftstellers A. de Nora, der mit seinem bürgerlichen Namen Alfred Noder hieß und ein viel gelesener Autor der ersten 25 Jahre, dieses Jahrhunderts war.

Schichtwechsel der Funkreporter

Vor einigen Wochen ("Die Zeit" Nr. 6) war es nötig, ein paar Bemerkungen zu der Art und Weise zu machen, in der eine Hörfolge ("Feature") des NWDR Hamburg die Geschichte der Ufa verfälschte, indem sie statt Fakten Tendenzmärchen vorbrachte.

Ideologisches Denken

Gegen den Ruf nach einer neuen Ideologie hat sich Johannes Gaitanides ("Die Zeit" vom 12. März 1952) gewandt. Den gleichen Gedanken drückt auch der nachfolgende Artikel aus, der jedoch die Ideologien anders definiert.

Entgiftung im Frühling

Wer früher seine Lebensweise reformierte, sagte der Mode und den zierlichen hohen Absätzen der Damenschuhe ab und schritt auf den flachen Schuhen der Vernunft einher.

Kurz und gut

Novellenbände verkaufen sich in Deutschland schwer. Das bestätigt jeder Buchhändler. Warum ist das so? In Amerika und England sind viele Sammlungen von Kurzgeschichten Bestseller, und mancher Autor hat nur durch Kurzgeschichten Weltruf erlangt.

Kompromißlos - trotz Zurückhaltung

Romane über den Krieg – wenn sie nicht von eingefleischten Militaristen oder Memoiren schreibenden Generälen verfaßt werden – stehen unter einem besonderen moralischen Akzent.

Du kannst nie mehr zurück

Im Laufe dieses Jahres erscheint in Deutschland im Rowohlt-Verlag das letzte Buch Thomas Wolfes: "The Web and the Rock." Es kam in New York kurz vor dem Tode des Dichters, im Mai 1938, heraus.

Merkwürdige Lieder

Im Rainer Wunderlich Verlag (Hermann Leins, Tübingen) erschien ein kleines Buch "Fröhliche Himmelfahrt – oder die höchst merkwürdigen Grablieder des Ritters Michael von Jung weiland Pfarrer zu Kirchdorf in Schwaben".

Konkurrenzneid

Großbritanniens Konkurrenzangst und der damit verbundene Konkurrenzneid nehmen langsam Ausmaße an, die nun selbst in England erhebliches Kopfschütteln auslösen.

Auf höhere Erlöse angewiesen

Unsere deutsche Rohölförderung hat sich günstig entwickelt. Sie stieg von 0,635 Mill. t in 1948 über 0,842 Mill. t (1949), 1,119 Mill.

Raubbau in Mitteldeutschland

Reparationslieferungen und akuter Brennstoffmangel führen zu immer rigoroseren Kahlschlägen in Mitteldeutschland. Die staatliche "Deutsche Handels-Zentrale" (DHZ) hat in den letzten Monaten das Verfügungsrecht über den gesamten Waldbestand an sich gerissen.

Handwerksordnung

Ob das Handwerk wieder, wie einst, einen goldenen Boden haben wird, muß die Zukunft lehren. Immerhin haben die 830 000 westdeutschen Handwerksbetriebe, denen die von den Amerikanern praktizierte Form der Gewerbefreiheit seit jeher ein Dorn im Auge war, die "Handwerksordnung" lebhaft gefordert, und der Bundestag hat auch in seltener Einmütigkeit jene Zeiten beendet, in denen im US-Besatzungsgebiet eine Postkarte an das Gewerbeamt und das Finanzamt zur Eröffnung eines Handwerksbetriebes genügte.

Neue Wege in Oberhausen

Unter der Überschrift "die Begegnung der Dreihunderttausend" veröffentlichten wir in unserer Sonderbeilage "Stahl für Europa" eine Reportage unserer westdeutschen Redaktion, die sich mit den so erfolgreichen Bemühungen beschäftigten, die im Hüttenwerk Oberhausen zur Verbesserung des Betriebsklimas seit Jahren unternommen worden sind.

Die Fachkräfte fehlen

Auf die Möglichkeit, auch innerhalb des Landes fehlgeleitete Vertriebene "umzusetzen", haben sich die Flüchtlingsländer vor gar nicht allzu langer.

Wirtschaftler in Loccum

Der wirtschaftliche Wiederaufbau in Westdeutschland ist im Tempo langsamer geworden. Das hat seine realen Gründe; aber wir spüren nun auch sehr deutlich die Grenzen, die vom Menschlichen her gesetzt sind.

Werben um Amerika

Außenhandelszahlen soll man nicht überschätzen. Sie sind wichtig für die Zeitspanne, auf die sie sich beziehen, aber nur sehr bedingt verwendbar für die Beurteilung der kommenden Entwicklungen.

Fernziel: Konvertierbarkeit

Die mit Spannung erwartete Sitzung es Ministerrates der OEEC, die über de Verlängerung der europäischen Zahlugsunion zu befinden hatte, war von Anfang bis Ende ein Bekenntnis zu Europ.

Europas Rohstoffbasis

Die afrikanische Wirtschaft ist in raschem Ausbau begriffen. Zugleich erfährt der Afrikahandel eine bedeutsame Entwicklung. Die Organisation von Handel und Gewerbe ist auch heute noch von jener in Europa grundverschieden, zumal die großen Handelsgesellschaften im schwarzen Kontinent Unternehmen darstellen, wie sie in Europa unbekannt sind.

Die mächtigen Sozialisten

Die Sozialisten haben in Österreich, wie bekannt, bei den Parlamentswahlen etwas mehr Stimmen erzielt als die Volkspartei. Die auf die Bevölkerungszahl eingestellte Wahlarithmetik hat aber insofern das Schicksal leicht korrigiert, indem die Volkspartei schließlich ein Mandat mehr erhalten hat.

Steuerschraube regelt die Konjunktur

Man war pessimistisch gewesen und hatte sich auf einen fühlbaren Konjunkturrückschlag eingestellt. Als die Rohstoffpreise auf dem Weltmarkt fielen und die Preise für schwedische Zellulose von ihrem Korea-Rekord von etwa 1600 skr.

Messemagnet Mailand

Die Vorbereitungen zur 31. Internationalen Mailänder Messe lassen erkennen, daß diesmal die Zahl der Aussteller die Rekordzahl des Vorjahres – sie belief sich auf 10 393 – noch um mehrere Hundert überschreiten wird.

Dividenden sind keine Geschenke

Jeder Kaufmann betreibt sein Unternehmen, um Gewinn daraus zu ziehen. Dies gilt auch, wenn der Kaufmann aus einer Vielzahl unbekannter Personen, das Unternehmen also in der Form einer Aktiengesellschaft besteht.

Sozialorientierte Preispolitik

Es ist kein Manifest, keine Magna Charta, es ist nicht ein Programm und keine Enquête, es ist etwas viel Selteneres – es sind "nur" ein paar vorzügliche, aufrüttelnde und den Weg weisende Gedanken, die die Bundesvereinigung der Arbeitgeberverbände der Öffentlichkeit zur Gegenwartslage der sozialen Ordnung übergeben hat.

Sperrmark-Käufe beleben die Börse

Wenn man das äußerliche Ergebnis der vergangenen Börsenwoche betrachtet und dabei bescheidene Maßstäbe anlegt, könnte man eigentlich zufrieden sein.

Umstrittene Kollektiv-Anleihen

Die Warnung, die kürzlich Hermann J. Abs, der Präsident der Wiederaufbaubank, auf der oHV der Dortmund-Hoerder Hüttenunion AG an die Adresse Luxemburgs gerichtet hatte, scheint nicht ohne Wirkung geblieben zu sein.

Neue Produktion

Das Fertigungsprogramm der Südwerke, Essen, wurde in letzter Zeit wesentlich auf Geländefahrzeuge für hohe Transportgewichte erweitert.

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