Die Warnung, die kürzlich Hermann J. Abs, der Präsident der Wiederaufbaubank, auf der oHV der Dortmund-Hoerder Hüttenunion AG an die Adresse Luxemburgs gerichtet hatte, scheint nicht ohne Wirkung geblieben zu sein. Abs kritisierte die Absicht der Hohen Behörde, internationale Kollektiv-Kredite aufnehmen und diese nach eigenem Ermessen verteilen zu wollen. Die Warnung des Präsidenten Abs hat den Widerspruch des deutschen Vizepräsidenten der Hohen Behörde, Franz Etzel, herausgefordert, der ihm dieserhalb einen Brief geschrieben hat. Etzel vertritt darin die Auffassung, daß die Montan-Union internationale Anleihen für die Grundstoffindustrie der sechs Teilnehmerländer aufnehmen und verteilen kann und soll. Nun hat inzwischen die EZU einen Antrag von Jean Monnet, für die sechs Teilnehmerstaaten an der Montan-Union eine gesonderte Verrechnungskasse zu errichten und zugleich die freie Einlösbarkeit der sechs Währungen untereinander einzuführen, abgelehnt. Dieser negative Entscheid hat in Luxemburg sehr mißfallen. Die von Monnet beantragte Kasse ist nämlich eine der Voraussetzungen für die selbständige Anleihe- und Investitions-Betätigung, wie sie die Hohe Behörde für die Montanwirtschaft Europas anstrebt. -lt.