Auf der HV der Rheinische Kunstseide AG, Krefeld, erklärte die Verwaltung, daß, sich die Absatzlage, des Werkes Im März 1953 wieder normalisiert habe. Das treffe besonders für Reyon zu, bei Zellwolle könnte die Situation etwas besser sein. Die großen Lager, die sich 1951/52 infolge der allgemeinen Absatzkrise angesammelt hatten, seien ziemlich geräumt, so daß die Produktion jetzt wieder gleichmäßiger abfließen könne. Unerfreulich seien die noch immer zu kurzfristigen Dispositionen der Abnehmer. Von den rund 10 Mill. DM Bankschulden hätten in der Zwischenzeit mehr als. 10 v. H. abgetragen werden können. Auf der HV wurde beschlossen, den per 31. 12. 51 ausgewiesenen Gesamtverlust von 1,94 Mill. DM auf neue Rechnung vorzutragen. – Für 1951 wird ein Verlust von 0,996 (1950: Gewinn 0,35) Mill. DM ausgewiesen, der sich um den aus 1949 stammenden Verlustvortrag (abzüglich des Gewinnes von 1950) um 0,943 Mill. DM auf 1,94 Mill. DM erhöht Bei den Beteiligungen in Höhe von 4,69 (0,87) entfällt der Zugang mit 3,0 auf die Übernahme eines Drittels des Gesellschaftskapitals an der neu gegründeten (gemeinsam mit der Phrix-Werke AG, Hamburg, und der Chemiefaser AG, Siegburg) Cellulosefabrik Okriftel GmbH, Okriftel/Main, und mit 0,75 auf die Übernahme von Aktien der Strohzellstoffwerke AG, Neumünster. Dem künftig aus 15 Mitgliedern bestehenden AR gehören an: Von der Phrix-Mehrheitsgruppe: Dr. Otto Moldenhauer/Hamburg, Dr. Erich Torke/Hamburg, Dr. Heinz Weiß/Hamburg, Michael Zahn/Hamburg; von der Minderheitengruppe: Adalbert Colsmann/Langenberg, Hans Colsmann/Essen-Kupferdreh, Josef Hartmann/Krefeld und Erich Selbach/Krefeld; Bankengruppe: Hans Erkelenz (Bankverein Düsseldorf) und Harald Kühnen/Köln (Sal. Oppenheimer), Vors. ist Erkelenz, stellv. Vors. sind Hans Colsmann und Michael Zahn. Außerdem treten fünf Mitglieder der Belegschaft hinzu. Das bisherige AR-Mitglied Prof. Dr. Egon Eloed/Badenweiler wird weiterhin als wissenschaftlicher Berater des Unternehmens tätig sein.

Der Mülheimer Bergwerks-Verein, Essen (AK 7 : 10 aufgestockt auf 28 572 Mill. DM), an dem die Steinkohlenbergwerke Mathias Stinnes AG maßgebend beteiligt ist, erreichte 1951 mit einer Steinkohlenförderung von 1,28 Mill. t wieder 81,6 v. H. der Förderung des letzten Friedensjahres 1938 (1,57 Mill. t). 1952 hielt die günstige Tendenz weiter an. Die Kohlenveredelungsanlage, die als "verbotener" Industriezweig zunächst auf der Demontageliste stand, wird nach der inzwischen erteilten Genehmigung in Kürze den Betrieb wieder aufnehmen. Es handelt sich um die Kohleveredelungsanlagen der Ruhröl GmbH in Bottrop, an der der Mülheimer Verein mit 30 v. H., Mathias Stinnes mit 45 v. H. und die zur gleichen Gruppe gehörende Diergardt-Mevissen Bergbau AG mit 25 v. H. beteiligt sind. Zum Produktionsprogramm der Ruhröl gehören die Verarbeitung von Rohölen zu Treibstoff und die Erzeugung organischer Produkte wie Phthalsäureanhydrid und Maleinsäureanhydrid.

Umsatz bei Knapsack-Griesheim AG 1952 um 16 v. H. gestiegen. Die Knapsack-Griesheim AG in Knapsack bei Köln, ein Tochterunternehmen der Farbwerke Hoechst AG, hatte 1952 einen um etwa 16 v. H. höheren Umsatz als 1951 zu verzeichnen. Die Aufgliederung der Einnahmen ergibt für die anorganischen Produkte Karbid, Kalkstickstoff und Ferrosilizium 41,4 v. H., für die organischen Produkte 22,2 v. H., für Sauerstoff und sonstige technische Gase 16,1 v. H., für Schneid- und Schweißgeräte (aus dem Werk Griesheim bei Frankfurt/M.) 7,7 v. H. Von den Ausgaben entfallen mehr als 50 v. H. auf Rohstoffe, Energieversorgung, Reparaturen sowie für den Bau von Neuanlagen, u. a. für den Bau der neuen Phosphorfabrik.

Die Deutsche Gold- und Silber-Scheideanstalt vorm. Rössler, Frankfurt/M., hat zum 29. April ihre HV einberufen. Für das am, 30. 9. beendete Geschäftsjahr 1951/52 wird – wie im Vorjahr – die Verteilung einer Dividende von 5 v. H. auf 76,5 Millionen DM Grundkapital vorgeschlagen. Der Umsatz lag im Berichtsjahr erheblich über dem der letzten Vorkriegsjahre. Der Export der Chemiesparte erreichte fast 30 v. H. ihres Absatzes.

Die Württembergische Metallwaren-Fabrik AG (WMF) In Geislingen (Steige) kann in diesem Jahr auf ihr hundertjähriges Bestehen zurückblicken. Die Keimzelle des Unternehmens ist im Oktober 1853 mit einer von Daniel Straub gegründeten kleinen Fabrik geschaffen worden. Heute zählt das Werk 4000 Beschäftigte. Außerdem werden 1500 Rentner und Witwen versorgt. Anläßlich des Jubiläumsjahres hat die Leitung der Gesellschaft beschlossen, eine Spende in Höhe von 1 Mill. DM (einschl. der sonst üblichen Gaben zum 1. Mai und zu Weihnachten) an die Werkangehörigen einschl. Ruhegehaltsempfänger auszuschütten. Wie die Verwaltung ergänzend mitteilt, soll das Jubiläum im Juli dieses Jahres nur im Rahmen einer schlichten Werkfeier begangen werden.

Binding Brauerei AG: 5 v. H. Dividende für 1951/52 vorgeschlagen. Das Unternehmen schlägt der zum 24. April einberufenen HV vor, für das am 30. 9. beendete Geschäftsjahr 1951/52 eine Dividende von wieder 5 v. H. zu verteilen. Die Dividendenzahlung wurde erstmals nach dem Kriege für das vorangegangene Geschäftsjahr 1950/51 mit 5 v. H. auf das seinerzeit 4 : 3 umgestellte Grundkapital von 8,635 Mill. DM aufgenommen... Die seit einem Jahr im Mehrheitsbesitz von Binding befindliche Herkulesbrauerei AG, Kassel (Grundkapital 5 : 4 umgestellt auf 2,4 Mill. DM), deren HV am 25. 4. in Kassel stattfindet, blieb für 1951/52 (30. 9.) ohne Dividende. Bei beiden Brauereien soll das Geschäftsjahr ab 1. Januar 1954 auf das Kalenderjahr verlegt werden, so daß für die Zeit vom 1. Oktober bis 31. Dezember 1953 ein Rumpfgeschäftsjahr eingelegt werden soll.

Norddeutscher Lloyd erhöhte Grundkapital. Die ao. HV des Norddeutschen Lloyd stimmte einer bedingten Kapitalerhöhung um bis zu 15 Mill. DM zu, die dem Wiederaufbau der Flotte dienen soll. Bekanntlich bestimmt das Schiffsbauprogramm der Bundesregierung, daß 20 v. H. der Baukosten von den Reedereien selbst aufzubringen sind. Die Ausführung des Wiederaufbauprogrammes beim NDL ist einer zu diesem Zweck von der Roland-Linie gegründeten "Orlanda-Reederei GmbH" in Bremen übertragen worden, für deren Rechnung insgesamt 6 Schiffe von je 10 000 t Tragfähigkeit im Betrag von rund 75 Mill. DM in Auftrag gegeben worden sind. Der Norddeutsche Lloyd hat mit den Gesellschaften der Orlanda-Reederei GmbH Verträge geschlossen, die den späteren Erwerb sämtlicher Geschäftsanteile der Orlanda-Reederei durch den NDL sichern. Bei dem beabsichtigten späteren Zusammenschluß des NDL mit der Orlanda-Reederei GmbH gehen alsdann die über die Orlanda-Reederei finanzierten Neubauten in das Eigentum des NDL über. Die bedingte Kapitalerhöhung hat also den Zweck, den NDL in die Lage zu versetzen, die für die Durchführung des Kapitalaustausches erforderlichen neuen Aktien auszugeben. Voraussetzung für die Fusion der beiden Gesellschaften ist jedoch die endgültige Kapitalfestsetzung beim Norddeutschen Lloyd, die bis zum 31. Dezember 1956 erfolgt sein muß. Bisher hat der NDL eine vorläufige Umstellung des Grundkapitals 1:1 auf 45 Mill. DM vorgenommen unter Einstellung eines Kapitalentwertungskontos von 37,16 Mill. DM.