Der erste Laienbeisitzer der zweiten Kammer des hamburgischen Landesverwaltungsgerichtes, derselben Kammer, welche in der Klage Hjalmar Schachts gegen den Hamburger Senat entschied, lachte ungeniert, als der Vertreter eines Nebenklägers darauf, hinwies, die Weimarer Republik sei an einer zu weitherzigen Auslegung des Freiheitsbegriffes zugrunde gegangen.

Diese Laienbeisitzer wurden 1950 von der Bürgerschaft, dem Parlament des hanseatischen Stadtstaates auf Vorschlag der politischen Parteien, aufgeschlüsselt nach der Fraktionsstärke, für fünf Jahre gewählt und sind nicht absetzbar.

Der lachende Beisitzer, Friedrich August Fischer, ist Redakteur der „Hamburger Volkszeitung“, des offiziellen Organs der KP in Norddeutschland. Dieser – nach dem Willen des Gesetzes – objektive Laienrichter entscheidet also über Maßnahmen des Senates, dessen Politik seine Partei in der Bürgerschaft und in der Volkszeitung hemmungslos bekämpft. Fischer ist dafür bekannt, daß er keine Gelegenheit versäumt, im Sinne der KP tätig zu sein.

In der sowjetischen Besatzungszone sind, entsprechend dem Vorbild der UdSSR, die Verwaltungsgerichte, die rechtlichen Kontrollorgane der staatlichen Verwaltung sind, abgeschafft worden. Warum lachte also der Beisitzer, als von dem großzügigen Freiheitsbegriff der Weimarer Republik die Rede war, die – das wissen wir alle – einer totalitären Partei zum Opfer fiel? E.W.E.