Für die jungen Schauspieler und künftigen Drehbuchautoren bestehen seit zwei Jahren straff geleitete Schulen, die unmittelbar dem Ministerium unterstehen. Der Lehrstoff ist auf vier Perioden verteilt. Im ersten Halbjahr stehen Marxismus-Leninismus und die Geschichte der chinesischen Revolution im Sinne der Lehren Mao Tse-tungs auf dem Programm. Im zweiten Halbjahr gehen die Schüler aufs Land unter die Bauern und in die Fabriken. Im dritten wird Gesang, Tanz, Sport und make up studiert. Im vierten und letzten Halbjahr wird Schauspielunterricht nach den Methoden des immer noch brauchbaren Stanislawsky gegeben.

Ein umfangreiches Austauschprogramm ist in den letzten Jahren angelaufen. Auf dem 7. Internationalen Filmfestival 1952 in Karlovy Vary in der Tschechoslowakei, wurden allein vier chinesische Filme mit hohen Preisen ausgezeichnet, die nun in den Ostblockstaaten laufen. In 22 Ländern, darunter auch in England, den Vereinigten Staaten und Australien, wurden chinesische Filme aufgeführt. Im Mai 1952 wurde der erste ostdeutsche Film "Unser täglich Brot" in einem chinesischen Studio synchronisiert.

Die meisten dieser rotchinesischen Filme behandeln den glorreichen Sieg der Armeen Mao Tsetungs, die "Entlarvung imperialistischer Machenschaften", die "Spionage- und Sabotagetätigkeit" westlicher Missionare und das schöne Leben im "Neuen China". Als in 44 größeren Städten gleichzeitig der erste "Dokumentar"-Film über den Korea-Krieg anlief, wurden allein in Schanghai noch vor der ersten Vorstellung 640 000 Eintrittskarten gratis ausgegeben. Der Film ist zur Waffe geworden. Noch hat der Westen alle Möglichkeiten, den propagandistischen Verzerrungen mit neuen Mitteln entgegenzutreten. Das geht nicht nur Hollywood an ... B. L.-B