Seit Januar 1953 erscheint Die Deutsche Literatur, „Halbmonatszirkular des Deutschen Literatur-Instituts, Nürnberg“. Eine nicht unansehnlich aufgemachte, regelrechte Zeitschrift, für die als Schriftleiter E. C. Frohloff, Nürnberg, zeichnet. Das herausgebende „Deutsche Literatur-Institut“ kennzeichnet sich dem wißbegierigen Leser näher als „Gemeinnützige Gesellschaft zur Pflege und Förderung der deutschsprachigen Literatur“. Ein löblicher Zweck – ohne Frage.

Die Zeitschrift wird kostenlos versandt: die Editoren wären nur dankbar für „Gegenleistungen“, wie Übersendung von Besprechungsstücken wichtiger Neuerscheinungen; Überlassung periodischer Schriften für das Archiv; Übersendung von Verlagsverzeichnissen und Prospekten; Mitteilung von wichtigen Verlagsvorhaben, Jubiläen und so weiter, „zur Berichterstattung in unserer Zeitschrift“, und endlich: Vorschläge, Anregungen, „Kritik vom Standpunkt des Verlegers aus“.

Wohin das Ganze zielt, bleibt einstweilen um so unklarer, als auch noch nicht recht ersichtlich wird, wer und wen oder was besagtes Institut eigentlich vorstellt. Da gibt es ein in jeder Nummer groß plakatiertes „Ehrenpräsidium“, von dessen acht Mitgliedern drei – Musiker sind. Darunter die Pianistin Elly Ney. Was zur Folge hat, daß im ersten Heft eine umfangreiche redaktionelle Mitteilung in Fettdruck ein bevorstehendes Nürnberger Konzert propagiert, im zweiten Heft eine ganze Seite, wiederum teilweise in Fettdruck, dieses Konzert dithyrambisch besiegt, im dritten Heft abermals eine volle Seite dem Preise der Klavierveteranin, diesmal mit Bild, gewidmet ist. Auch sonst figurieren Mitglieder des Ehrenpräsidiums fleißig in den Blättern, aktiv oder passiv, als Feiernde oder Gefeierte. Man ist befremdet, dabei sogar auf den einen oder anderen seriösen Namen zu stoßen.

Wie gesagt: der angegebene (oder vorgegeben?) Zweck wäre schließlich nicht schlecht. So wie sich indessen die Mittel bisher etablieren, fällt es schwer, den Eindruck wirklicher „Gemeinnützigkeit“ zu gewinnen und nicht eher den einer mehr oder weniger geschäftsbedingten Gegenseitigkeit.. Auf alle Fälle scheint der Titel „Die deutsche Literatur“ ja wohl doch ein bißchen zu weit formuliert, gemessen an dem engen Kreis, um den sich die Dinge hier offensichtlich drehen. Ath