Während die „schwarzen und grauen Märkte“

mit der Währungsreform und der Aufhebung der Bewirtschaftung allmählich verschwanden, haben sie sich häufig dort gehalten, wo Bindungen weiter bestehen blieben. So ist zur Zeit der „graue Pfandbriefmarkt“ ein Faktum, neubelebt durch das Kapitalmarktförderungsgesetz, das den Markt der festverzinslichen Wertpapiere ungünstig beeinflußt. Die augenblicklichen Börsenkurse entsprechen meist dem Emissionskurs – fiktive Kurse, da die neu ausgegebenen Pfandbriefe entweder in festen Händen sind oder noch der Sperrfrist unterliegen. Eine Kursstützung ist daher einfach. Nur dort, wo trotz Sperrfristen Pfandbriefe gehandelt werden, existiert der graue Markt mit einer Notierung von 86 bis 88, gegenüber offiziell 98. Nach wie vor ist das Baukapital rar, so daß zu den Zinsen auch Kapitalbeschaffungskosten in Kauf genommen .werden.

Um diesem Übel zu steuern, zumal bei dem grauen Pfandbriefkurs die Industrieobligationen nicht mitkommen, hat der Kapitalverkehrsausschuß Richtlinien für neue sowie noch nicht verkaufte Emissionen ausgearbeitet. Danach sind Verkäufe mit Sperrfrist – außer an öffentlichen Stellen – unzulässig und Darlehen in Form der Hingaben von Pfandbriefen in natura sowie Kopplungsgeschäfte ausgeschlossen.

Man möchte Jedoch offensichtlich nicht zu scharf gegen den grauen Pfandbriefmarkt vorgehen, weil der Wohnungsmarkt darauf eingespielt ist und größere Störungen vermieden werden müssen. Ein allmähliches Hochdrücken der grauen Kurse scheint den Bonner Stellen der bessere – zumindest sicherere – Weg zu sein. Wenn der Markt erst einmal „hellgrau“ ist, kann man dn weiter sehen... gg