DIE ZEIT

Mensch und Technik

Es ist fast schon ein Schlagwort geworden, zu sagen, an dem Verlust an Wesenhaftigkeit, an "Existenz", sei "die Technik" schuld.

Der lachende Laie

Der erste Laienbeisitzer der zweiten Kammer des hamburgischen Landesverwaltungsgerichtes, derselben Kammer, welche in der Klage Hjalmar Schachts gegen den Hamburger Senat entschied, lachte ungeniert, als der Vertreter eines Nebenklägers darauf, hinwies, die Weimarer Republik sei an einer zu weitherzigen Auslegung des Freiheitsbegriffes zugrunde gegangen.

Carol ging den falschen Weg

Ein Jahrzehnt hat Carol II. in Rumänien regiert, die zehn entscheidungsvollen Jahre von 1930 bis 1940. Im Westen glaubte man, das Bemerkenswerte an seiner Person darin finden zu können, daß er sich schon als junger Offizier im ersten Weltkrieg über alle Standesschranken hinwegsetzte und in Odessa ein junges Mädchen ungeklärter Herkunft heiratete und daß er später seine Familie verließ und den Thron riskierte, um mit seiner Geliebten, Madame Lupescu, zusammenleben zu können.

Lindert die Not!

Auf unseren Aufruf, den Flüchtlingen in Berlin zu helfen, sind bisher 15 049,05 DM als Spenden eingegangen. Wir schließen damit unsere Sammlung ab und bitten, weitere Spenden der Konrad-Adenauer-Stiftung für Flüchtlinge und Vertriebene bei der Landeszentralbank, Bonn, unter Nr.

Das Risiko des Friedens

Die Nachgiebigkeit, die die sowjetische Regierung seit dem Tode Stalins in der internationalen Politik an den Tag legt, gehört ohne Zweifel zu den auffallendsten Kursänderungen der Nachkriegszeit.

Wenn ich ein Stück Oase hätte...

Das war zunächst eigentlich eine rechte Enttäuschung: ich hatte bisher geglaubt, eine Oase sei zum Schatten spenden und Leben fristen, allenfalls zum Ergötzen da.

ZEITSPIEGEL

Der Abschuß eines britischen Lincoln-Bombers durch sowjetische Düsenjagdflugzeuge hat zu einer Viererkonferenz in Berlin geführt.

Tagebuch der Zeit: Der Staatsbesuch in Washington

Bundeskanzler Adenauer leitete seinen Staatsbesuch in den Vereinigten Staaten bei seiner Ankunft in New York mit einer Botschaft an das amerikanische Volk ein, in der er erklärte: "Wir Deutsche danken aus tiefstem Herzen für die vielen Beweise von Hilfe und Freundschaft, die uns nach unserer Niederlage gegeben worden sind.

FRIEDRICH SIEBURG:: Ein Brief nach Paris

Lieber Freund, ich wähle für meinen Brief an Sie diese Anrede, weil unsere Beziehungen sich stets in französischer Sprache bewegt haben und weil das Wort "Freund" im Französischen nicht viel mehr als eine Höflichkeit bedeutet.

Der Mann im Schatten von Papagos

Das wirtschaftliche Programm des Feldmarschalls Papagos und seiner Sammlungsbewegung, die Ende 1952 an die Macht gelangte, läßt sich als eine umfassende Planung zur Leistungssteigerung und Rationalisierung verstehen.

Der Kreml läßt Stalin fallen

Die Freilassung der sowjetischen Ärzte, die im Januar unter der Beschuldigung verhaftet worden waren, sie hätten als Agenten des Zionismus und der Westmächte so hochstehende Patienten wie Schdanow zu Tode kuriert, ist eine offene Desavouierung Stalins.

Malan und das deutsche Eigentum

Die Beziehungen zwischen Deutschland und der Südafrikanischen Union sind stets gut gewesen und gelten auch heute als ausgezeichnet.

Druck auf Finnland

In den skandinavischen Ländern hat eine Meldung von "Stockholms Tidningen" Aufmerksamkeit erregt, wonach die Sowjetunion Finnland zu einem Landaustausch mit der UdSSR zu bewegen sucht.

Südafrika im Wahlkampf

Am 15. April finden in der Südafrikanischen Union Parlamentswahlen statt. Im Wahlkampf stehen sich zwei Parteien gegenüber: die von Dr.

Wiedersehen mit Pompeji

Plötzlich entdeckten wir, daß es auch ein modernes Pompeji gibt. Es hat 16 000 Einwohner und besitzt eine riesige marmorne Kathedrale, die freilich nur eine späte Nachfolgerin der normannischen Kuppelkirchen ist.

Der rote Rächer

Ob es der "Geheimnisvolle Farmer" oder der "Unbekannte von Texas" ist, gleichviel, er reitet seit Jahrzehnten über die Filmleinwand, strafend und rächend, schießend und boxend, von Liebe und Kugeln umtost, unerschrocken, oft angeschossen, aber immer siegreich.

Ein leeres Gehäuse?

Von der "Deutschen Akademie für Sprache und Dichtung" in Darmstadt hat man seit ihrer letzten, mehr turbulenten als ergiebigen Tagung (vgl.

Der Geist steht nicht mehr links

Noch ein Stefan Zweig konnte mit Stolz von sich erzählen, er sei so unpolitisch, daß er von seinem Wahlrecht nie Gebrauch gemacht habe.

Die Unzertrennlichen

Es war ungefähr halb sechs. Die Zeitung war eben in Druck gegangen. Ein heißer Spätnachmittag. im Januar. Vom Fenster meines Büros konnte ich die Dachfirste von Johannesburg sehen, das sich nach der Sommersonnenhitze langsam abkühlte.

Vier Meister der Musik

Unseren Lesern wird Walter Abendroth nicht nur als Redaktionsmitglied der "Zeit" bekannt sein, sondern auch als Autor der maßgebenden Pfitzner-Biographie, vielleicht auch als Komponist.

Lektüre auch für Patienten

Wenn der Mensch sich von seinen metaphysischen Bindungen löst, nimmt seine innere Unruhe und Angst zu. Er lebt nur in der Gegenwart, abgehetzt und unzufrieden, und hofft, daß ihm eine spätere Gegenwart mehr Glück und Frieden schenken wird.

Die deutsche Literatur und ein Klavierabend

Seit Januar 1953 erscheint Die Deutsche Literatur, "Halbmonatszirkular des Deutschen Literatur-Instituts, Nürnberg". Eine nicht unansehnlich aufgemachte, regelrechte Zeitschrift, für die als Schriftleiter E.

Schöne Bücher und Pocketbooks

Die Gesellschaft will den Sinn für das nach Form und Inhalt gute und schöne Buch pflegen...", so heißt es im Programm der Maximilian-Gesellschaft, die 1911 in Berlin gegründet wurde und nach Kaiser Maximilian I.

Graue Kurse

mit der Währungsreform und der Aufhebung der Bewirtschaftung allmählich verschwanden, haben sie sich häufig dort gehalten, wo Bindungen weiter bestehen blieben.

Kapitalausfuhr wird akut

Als um die Jahreswende der Bundeswirtschaftsminister davon sprach, daß Deutschland wieder daran denken müsse, Kapital auszuführen, erblickte man hierin vielfach eine nur für die Zukunft aufgeworfene Überlegung ohne aktuelle Bedeutung.

April-Schauer

Mit dem Westwind und seinen Regen- und Hagelschauern kam dieser Tage auch eine Nachricht nach Düsseldorf, dem "Schreibtisch der Industrie", geflogen, die eisig wirkte.

Wie lebt Mr. Average in Amerika?

Jeder Amerikaner ist heute stolz darauf, den vergleichsweise höchsten Lebensstandard in der Geschichte der USA und den höchsten in der Welt erreicht zu haben, Die amerikanische Durchschnittsfamilie lebt besser und kleidet sich besser als je, sogar um 40 v.

Siedlungsmöglichkeiten für 10000 Bauern

Die schwere Flutkatastrophe, die im Februar an den Küsten des Kontinents und Englands in wenigen Stunden über 2000 Menschen das Leben kostete, Zehntausende obdachlos machte und Schäden anrichtete, die in die Milliarden gehen, zeigt uns in erschreckender Weise, wie sehr das Schicksal der Menschen, die hinter den Deichen wohnen, von der Sicherheit der Deiche abhängt.

Lärm um 30 Pfennig

Im Bundestag muß heute über große und größte Beträge entschieden werden. Es erscheint deshalb sinnlos, wenn man sich im Parlament auch um die kleinen Dinge kümmert.

Italien in Liberalisierungsnöten

Bei der Beurteilung der deutsch-italienischen Handelsbeziehungen war man sich auf beiden Seiten stets darüber einig, daß sich die beiden Volkswirtschaften in glücklicher Weise ergänzen und der Güteraustausch beider Länder Verhältnismäßig leicht ausbalanciert werden kann.

Tokio braucht den Chinamarkt

Der Heiße Krieg in Korea und die Ausbreitung der Streitigkeiten in Indochina lassen erkennen, daß der Schwerpunkt des Ost-West-Konfliktes in Asien liegt.

Araber sind zum Kompromiß bereit

Wer den Sturm der Entrüstung im arabischen Blätterwald nach der Unterzeichnung des deutsch – israelischen Wiedergutmachungsabkommens in Luxemburg durch den deutschen Bundeskanzler noch in Erinnerung hat, wer die fortgesetzten offiziellen und inoffiziellen Verlautbarungen arabischer Regierungschefs und Außenminister über die Folgen der Ratifizierung des Abkommens kennt, wer den Sitzungen des Politischen Komitees der Arabischen Liga im vergangenen November in Kairo beiwohnte, als der Abbruch der Handelsbeziehungen zur westdeutschen Bundesrepublik im Falle der Ratifizierung beschlossen wurde, mußte nach der tatsächlichen Ratifizierung durch den Bundestag in Bonn auf eine ganze andere Reaktion in den arabischen Ländern gefaßt sein.

Preisrückschläge

Auf den Weltwarenmärkten waren in den letzten Tagen stärkere Preisrückschläge zu verzeichnen. Winterweizen ging in New York vom 27. März bis 2. April um 4j cts, Roggen um 9s cts und Ssntos Kaffee um iVz cts zurück.

Fieberkurven in der Seifenindustrie

Das große Sterben, das seit Beginn der Preiskrise im April 1951 vor allem die mittelständischen Betriebe der Seifenindustrie erfaßte, hat bis jetzt weit über hundert Herstellerfirmen oder etwa ein Drittel der 370 Produzenten durch Konkurs, Vergleich und Liquidation aus dem Herstellungsprozeß ausgeschieden.

Der Bürgermeister wird denunziert

Im Dorf redet man davon, daß Metzer Unterschriften sammelt, um bei den Russen die Absetzung des größten Kapitalisten des Ortes von seinem Bürgermeisterposten zu erwirken.

Die Familie muß geschützt werden

Es war noch in der Schulzeit, als eines Tages über den Straßen der Stadt Transparente schwankten mit der Aufschrift: Ein herzliches Willkommen den Kinderreichen! In der Turnhalle waren Strohlager aufgeschüttet, und wir bekamen zu hören, daß "die vom Bund der Kinderreichen" darauf schlafen würden.

Kleiner Staat am Pazifik

Wenn mich nur ein Deutscher sähe", dachte ich, als mir auf dem Flugplatz von San Salvador Fotografen und Presseleute den Weg versperrten.

Vergessene Ehefrau

Aufwiegelnd: "Hausfrau sein ist der einzige Beruf ohne Lohn und ohne Urlaub" versucht der Film mit dem sentimentalen Kitschfilmtitel "Vergiß die Liebe nicht" (Uraufführung "Die Barke", Hamburg) eine Revolution und eine angebliche Rettung für die Ehefrauen und Mütter, die opferwillig und opferfähig in der Familie aufgehen, und, wie der Film unterstellt, dabeiihre Persönlichkeit verlieren.

Der rote Film rollt in Ostasien

Der rote Film rollt in den letzten Jahren in ostasiatischen Kinos über die Leinwand, das größte Filmpublikum der Welt beklatscht Moskaus und Maos Helden.

Funk für Anspruchsvolle

Zu den Osterprogrammen unserer Sender haben die deutschen Hörspielautoren wenig beizutragen gehabt (bis auf Marie-Louise Kaschnitz, deren vom Rias gesendetes "Spiel vom Kreuz" wir aus technischen Gründen erst in der kommenden Ausgabe würdigen können).

+ Weitere Artikel anzeigen