Wenn auch die UN-Mitglieder mehr oder weniger große Zurückhaltung gegenüber Peking bewahrten, so fand doch Peking noch immer Mittel, die Blockierung zu umgehen. Ein Beispiel möge genügen: Das Regime Mao Tse-tung hat großen Bedarf an Rohgummi. Malaia hat ihn im Überfluß. Ein britisches Schiff verlädt nun in Singapur Rohgummi, die Ladung wird in Polen gelöscht und dieselbe Lädung wird mit einem polnischen Frachter nach China transportiert. So geht es auch mit vielen anderen Waren. Laut Statistik liefen im Februar 201 britische, 38 norwegische und 19 japanische Schiffe Hongkong an. In der Belieferung Hongkongs nahm Japan mit 38,567 t (Februar 1953) den fünften Platz ein. Amerikanische und dänische Frachter, in der Zahl zwar weniger als japanische Schiffe, lieferten nach Hongkong jedoch mehr Waren. Es besteht kein Zweifel darüber, daß der größte Teil dieser Waren irgendwie und irgendwann China erreichen wird.

Seit Edens Zustimmung in der Frage einer verschärften Blockade ist es möglich, durch strengere Kontrolle den Warenstrom nach China einzuengen. Es ist aber fraglich, ob sich Washington damit begnügen wird. Hier sieht man die Dinge realistischer und man glaubt, daß mit Großbritanniens Zustimmung allmählich der Weg für eine völlige Seeblockade gegen das Regime Mao Tse-tung gefunden werden wird. Experten sind der Auffassung, daß eine rigoros durchgeführte Blockade, die etwa bis Wladiwostok ausgedehnt wird, Mao Tsetungs Kriegsmaschine zum Stehen bringen kann. Andererseits ist ein derartiger Beschluß mit großen Gefahren verbunden und könnte zu erheblichen Verwicklungen führen. In Japan ist man realistisch und sieht den kommenden Ereignissen mit Aufmerksamkeit entgegen.