Die Tage vom 7. bis zum 10. April, in denen sich der Bundeskanzler zu einem Staatsbesuch in Washington aufhielt, waren von früh bis spät mit Besprechungen, Empfängen und Besichtigungen ausgefüllt. Kurz nach seinem Eintreffen begab sich Adenauer zu seiner ersten Besprechung mit Präsident Eisenhower in das Weiße Haus. Dieser Unterredung folgten längere Besprechungen mit Außenminister Dulles im State Department. Im Mittelpunkt dieser beiden Konferenzen standen neben der Saarfrage die West-Ost-Beziehungen, der deutsche Verteidigungsbeitrag, die Neugestaltung der diplomatischen Beziehungen zwischen der Bundesrepublik und den Vereinigten Staaten sowie die vom Kanzler erbetene Beschleunigung der Arbeiten einer Kommission zur Begnadigung der noch inhaftierten deutschen Kriegsverurteilten.

In der zweiten und letzten Konferenz des Bundeskanzlers mit Präsident Eisenhower und Außenminister Dulles wurde eine weitreichende Übereinstimmung der Ansichten und Ziele in den politischen, wirtschaftlichen, strategischen und kulturellen Fragen erreicht, die in einem gemeinsamen Abschlußkommunique über die dreitägigen Besprechungen zum Ausdruck kommt.

Nach Beendigung seiner Amerikareise wird der Bundeskanzler von Kanada nach Hamburg fliegen, wo am 18. April der Bundesparteitag der CDU beginnt. Da Adenauer dort zum ersten Male über seine amerikanischen Gespräche berichten wird, erhält der Parteitag eine besondere Bedeutung. Im übrigen wird der Parteitag vor allem der Festlegung der Strategie im Wahlkampf gewidmet sein.

Der Bundesparteitag der FDP, der eine Woche später in Lübeck stattfinden sollte, ist plötzlich abgesagt worden und soll erst im Mai stattfinden. Kurz vor diesem Beschluß des Parteivorstandes hatte die Niedersächsische FDP auf ihrem Landesparteitag beschlossen, bei der Wahl nicht mit anderen Parteien zusammenzugehen und sich für die Aufrechterhaltung des bisherigen Verhältniswahlrechtes einzusetzen. E. K.