Meine Nachbarin Maria ist eine gewissenhafte und tüchtige Mutter von drei Kindern. Ihre Wohnung ist ordentlich und reizvoll bestellt, die ganze Familie gepflegt und nett angezogen. Ihr Mann verdient 500 DM im Monat. Maria ist also wirtschaftlich an ein Fixum gebunden. Und da stecken die Schwierigkeiten bei ihr. Sie kommt mit dem Geld nicht aus, klagt ständig über Geldsorgen und beteuert gleichzeitig ihre Sparsamkeit.

Das hatte ich mir lange geduldig angehört, dann entschloß ich mich, den Stier bei den Hörnern zu packen und zu versuchen, hinter das Grundübel zu kommen.

"Maria", fragte ich, "nach welchem Plan teilen Sie die 450 Mark ein, die Ihr Mann Ihnen gibt, nachdem er für sich 50 DM abgezogen hat?"

"Plan? Wie soll ich denn planen, wenn ich so und so mit dem Geld nicht auskomme?"

"Eben deshalb", antwortete ich. "Gerade dann müssen Sie nach einem Plan wirtschaften und sich an diesen Plan halten. Sonst kommen Sie nie aus Ihrer Klemme heraus, zumal Ihr Mann vorerst keine Aussicht hat, mehr zu verdienen. Darf ich fragen, wieviel Miete Sie zahlen?"

"Sechzig Mark."

Wir nehmen Bleistift und Papier und schreiben alles auf. Die Aufstellung sieht so aus: