Zum ersten Male schildert jetzt ein dunkelhäutiger Erzähler, der Matabele Peter Abrahams‚ den Leidensweg seines Volkes, das von den aus dem Kapland von den Engländern vertriebenen Buren unterworfen und fast vernichtet wurde: Wilder Weg heißt dieser Roman. (Aus dem Amerikanischen von Elisabeth Schnack. Ein Buch der Arche in der Nymphenburger Verlagshandlung, München.)

Historisch getreu und mit bewundernswerter Objektivität zeichnet Abrahams den Weg nach, den der große Treck zog, und zeigt an zwei Burenfamilien, wie es überhaupt zu dem abgrundtiefen Haß auf die Schwarzen und der Verhärtung jeden menschlichen Empfindens. kommen konnte. Demgegenüber stellt er den edlen Stamm der Matabele und umreißt in der Geschichte ihres Königs Mosilegaze und seines weisen Medizinmannes Mkoomozi ein lebensvolles, kriegerisches Bild, das um so tragischer erscheint, als gerade dieser königliche Stamm von den Buren aufgerieben wurde und nur wenige, meist Frauen und Kinder, noch weiter nach Norden ins Gebirge fliehen konnten. Peter Abrahams verbürgt sich dafür, daß alle Ereignisse sich genau so abgespielt haben, wie er sie beschrieb. Die Tatsachen sind historisch, und die Personen selbst, mit wenigen Ausnahmen, haben gelebt.

Als weißer Leser schwankt man zwischen dem Mitgefühl mit den Buren, die übermenschliche Strapazen auf sich nahmen, um eine neue Heimat zu finden, und dem Mitgefühl mit den tapferen Matabeles, die ihre Heimat verteidigen und unterliegen. Wie Hohn erscheint das Dankgebet der Überlebenden des großen Trecks, wenn sie Gott nach der gewonnenen Schlacht preisen. Und man fragt sich beschämt, ob die Überheblichkeit der weißen Rasse wirklich so gottwohlgefällig ist.

Cornelius Colon