1,17 Mrd. DM Umsatz der Slemens-Stammflrmen. Der Umsatz der beiden Stammfirmen des Hauses Siemens, der Siemens & Halske AG und der Siemens-Schuckert-Werke AG, erhöhte sich im Geschäftsjahr 1951/52 (30. 9.) auf 1,17 Mrd. DM. An dem Zuwachs des Umsatzes, der bereits im Vorjahr fast die Milliardengrenze erreicht hatte, war der Export hervorragend beteiligt. Bei der starken Zunahme des Weltelektroexports konnte Siemens allerdings erst wieder auf einen Anteil von 3 v. H. kommen, während 1936 schon 8 v. H. erreicht waren. Das Inlandgeschäft wurde durch die schlechte Finanzlage bei Bundesbahn und Bundespost ungünstig beeinflußt. Der Wiederaufbau der Betriebe und die Errichtung neuer Fertigungsstätten wurden weiter vorangetrieben, wobei die Finanzierung vorwiegend mit Fremdkapital erfolgte. Die Ausgabe von 60 Mill. DM Wandelschuldverschreibungen ist von Siemens aufgegeben worden. Da die Bildung von Eigenkapital infolge der Belastung durch Steuern und Lastenausgleich überaus erschwert werde und man auf die Zahlung einer angemessenen Dividende nicht verzichten wolle, habe man einen langfristigen Überbrückungskredit bei privaten Banken aufgenommen. Die wichtigsten Projekte des Aufbauprogramms können damit fortgeführt werden. Beide Gesellschaften konnten im Wettbewerb mit der ausländischen Konkurrenz weiter an Boden gewinnen und erhebliche Fortschritte in der Fertigungstechnik erzielen. Siemens & Halske nimmt wegen der unübersichtlichen Marktlage vorläufig von der Serienproduktion von Fernsehempfängern Abstand, entwickelt jedoch weiter. Bei den Beteiligungsgesellschaften ergibt sich im allgemeinen ein erfreuliches Bild mit hohen Exportquoten. Siemens-Schuckert nahm unter anderem im Dynamowerk in Berlin eine Fertigungsstätte für Kondensatoren und in Redwitz/Ofr. ein neues Porzellanwerk in Betrieb. Vorläufig abgeschlossen wurde der Ausbau des Forschungslaboratoriums in Erlangen. Man setzte die Konzentration voneinander abhängiger Fertigungsgebiete in den Werken fort. Bei Siemens & Halske ist eine Dividendenzahlung von 6 v. H. aus 17,98 (10,8) – alles in Mill. DM – Gewinn einschl. 1,63 (2,76) Vortrag und 2,3 Entnahme aus der Sonderrücklage vorgeschlagen. In der Gewinn- und Verlustrechnung ist ein Jahresertrag von 288,36 (215,82) ausgewiesen. Bei Siemens-Schuckert erhöhte sich der Jahresertrag auf 417,69 (353,01). Aus 11,26 (10,90) Reingewinn einschließlich 0,9 (0,83) Vortrag sollen wieder 5 v. H. Dividende gezahlt werden.

Oscar Henschel erwirbt die WUMAG. Die WUMAG, Waggon- und Maschinenbau GmbH., Hamburg, an deren 7,57 Mill. DM betragenden Stammkapital die Hamburgische Landesbank mit 4,35 Mill. DM beteiligt ist, wird in Liquidation gehen und den überwiegenden Teil ihrer Vermögenswerte mit Ausnahme des Werkes Krümmel bei Geesthacht an eine von Oscar Henschel, dem Hauptinhaber der Lokomotivenfabrik Henschel & Sohn GmbH, Kassel, zu gründende Gesellschaft verkaufen. Zu diesem Ergebnis haben Verhandlungen zwischen Oscar Henschel, der WUMAG, der Hamburger Wirtschaftsbehörde und der Hamburgischen Landesbank geführt. Die von Henschel zu gründende Gesellschaft soll den größten Teil des Werkzeugmaschinenparkes der WUMAG und die von der WUMAG entwickelten Konstruktionen, darunter Schiffs-Dieselmotoren, übernehmen. Um die Voraussetzungen zur Überführung der WUMAG in Privateigentum zu schaffen, hat die Hamburger Bürgerschaft Ende letzten Jahres erhebliche Mittel für die Bereinigung der finanziellen Situation der WUMAG bewilligt, deren Bilanz damals einen Fehlbetrag von 18,5 Mill. DM auswies. Als Staatszuschuß (des Landes Hamburg) erhielt die WUMAG 7 Mill. DM) ferner übernahm Hamburg die Bürgschaft für Bankverpflichtungen der WUMAG in Höhe von rd. 10 Mill. DM. Für Remontageaufwendungen auf Steinwerder im Falle der Übernahme der WUMAG durch neue Gesellschafter wurden 5,6 Mill. DM und für den Wiederaufbau der Osthalle in Steinwerder 2 Mill. DM bereitgestellt.

Jetzt "Wackerchemie GmbH", München. Eine Gesellschafterversammlung der vor kurzem aus der alliierten Kontrolle entlassenen Dr. Alexander Wacker Gesellschaft für elektrochemische Industrie mbH, München, beschloß, den Firmennamen in "Wackerchemie GmbH, München", zu ändern. Gleichzeitig wurden die Organe der Gesellschaft, deren 40 Mill. DM betragendes Stammkapital zu 51 v. H. bei der Familie Wacker, zu 49 v. H. bei der Farbwerke Hoechst AG liegt, neu gewählt. Dem AR gehören an: Dr. Wolfgang Wacker-/München (Vors.), Dr. Karl Winnacker/Höchst, Vors. des Vorstandes der Farbwerke Hoechst AG (stv. Vors.), Dr. August Fürnrohr/München, AR-Mitglied der Bayerischen Hypotheken- und Wechselbank, Oskar Gierke/Höchst (Vorstandsmitglied Farbwerke Hoechst AG) sowie zwei Vertreter der Belegschaft. Geschäftsführer der Wackerchemie sind Dr. H. Berg und Otto Meerwald, beide München.

Der Bayerische Staat hat die Anorgana erworben. Der Bayerische Staat hat die in Händen der IG-Farbenindustrie AG i. L. befindlichen Anteile der Anorgana GmbH, Gendorf/Bayern, erworben. Die Regierung hat sich zum Kauf entschlossen, um die südost-bayerische Wirtschaft vor schweren Schäden zu bewahren und der Mehrzahl der etwa 1700 Beschäftigten die Arbeitsplätze zu erhalten. Es wird sich dennoch nicht vermeiden lassen, im Zuge der beabsichtigten Rationalisierung des Betriebes etwa 400 Arbeitern und Angestellten zu kündigen. Wie weiter mitgeteilt wird, ist seitens der Regierung beabsichtigt, die Staatsbeteiligung an der Anorgana so bald als möglich wieder abzustoßen und das Werk in private Hände zu geben. Bisher habe sich allerdings kein privater Geldgeber zur Übernahme der Anteile an der Anorgana GmbH gefunden.

Christian Dierig AG, Augsburg; Prognose für 1953 nicht ungünstig. Den im Anschluß an den Korea-Konflikt ausgelösten Schwierigkeiten in der Textilindustrie konnte die Gesellschaft durch verstärkte Bemühungen um die Erhöhung der Wirtschaftlichkeit der einzelnen Betriebe und durch Verbesserung der Vertriebsorganisation mit Erfolg begegnen und dadurch den Preisdruck auffangen, obwohl wesentliche Verteuerungen aller Hilfs- und Betriebsstoffe zu verzeichnen waren. Die Prognose für 1953 scheint nicht ungünstig zu sein, da die statistischen Daten über die Lagerbestände in allen Stufen, Auftragseingang, Produktionszahlen der Baumwollindustrie und über die Einzelhandelsumsätze spürbar verbessert sind. Der Wiederaufbau der zerstörten Werkanlagen im Bundesgebiet ist beendet. Von der Dierig-Gruppe einschl. der Beteiligungsgesellschaften werden zur Zeit 9700 Personen beschäftigt. Der Produktionsapparat umfaßt 250 000 Spindeln und etwa 6000 Webstühle.

Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft: Für 1952 Dividende auf erhöhtes Aktienkapital. Die Deutsche Continental-Gas-Gesellschaft, Düsseldorf, früher in Dessau (seit 1855), eine Holding mit rd. 51,18 Mill. DM (Zwischenbilanz-Stichtag vom 30. 9. 52) Beteiligungen in der Energieversorgung (Gasanstalten und Elektrizitätswerke), in der Elektroindustrie (Hauptbeteiligungen: Voigt & Haffner AG, Frankfurt/M., 96 v. H. von 7.5 Mill. DM AK, Schorch-Werke AG. Rheydt, 99 v. H. von 6 Mill. DM AK, Askania-Werke AG, Berlin, 96 v. H. von 4 Mill. DM AK) und im Bergbau (99 v. H. von 26 Mill. AK der Steinkohlenbergwerk Westfalen AG in Ahlen) teilt gelegentlich der Börsenzulassung von 27 Mill. DM Aktien mit, daß der Verlauf des Geschäftsjahres 1952 wieder die Verteilung einer angemessenen Dividende erwarten lasse. Für 1951 wurden 5 v. H. Dividende auf 21,5 Mill. DM AK (4:1 umgestellt) gezahlt Inzwischen ist das Grundkapital um 5,5 Mill. DM auf nunmehr 27 Mill DM erhöht worden. Die neuen Aktien nehmen ab 1. Januar 1952 am Gewinn teil.

Der Umsatz der Badischen Anilin- & Soda-Fabrik AG (BASF) in Ludwigshafen belief sich 1952 ohne die Umsätze der Tochtergesellschaften auf 661,1 Mill. DM Das ist nur etwa 2,5 v H. weniger als der Vorjahresumsatz, der 678,6 Mill. DM betrug. Der Rückgang entfällt in der Hauptsache auf die Auslandumsätze, während der Inlandumsatz um 9,8 Mill. DM zugenommen hat. Der Auslandumsatz ist von 220,3 Mill. DM auf 193,0 Mill. DM zurückgegangen, der Inlandumsatz von 458,3 Mill. DM auf 468,1 Mill. DM gestiegen.