Die Landwirtschaftliche Rentenbank, Sitz Frankfurt, will 20 Mill. DM Schuldverschreibungen, zu 7 1/2 v.H. verzinslich und am 1. Dezember 1958 rückzahlbar, am Kapitalmarkt unterbringen. Dem kreditnehmenden Landwirt soll der Anleihe-Erlös zum Emissionszinssatz, also gleichfalls zu 7 1/2 v. H., verfüglich gemacht werden.

Die Rentenbank kann das hereingenommene Geld zum gleichen Satz wieder ausleihen, denn ihr hohes Eigenvermögen (130 Mill. DM, von der Landwirtschaft über Rentenbankgrundschuldzinsen aufgebracht) erlaubt es ihr, Fremdmittel und Eigenmittel so zu "mischen", daß der Schuldner nicht mehr als 7 1/2 v. H. zu zahlen hat. Er erhält derart für seine Rationalisierungsvorhaben einen – im Vergleich zu sonstigen Möglichkeiten – verhältnismäßig billigen Kredit, und zwar in der Form eines Abzahlungsdarlehens, das, nach einem Freijahr, in acht gleichen Halbjahrsraten zu tilgen ist. Die Rückzahlungsbeträge werden revolvierend neu ausgeliehen; die Rückflüsse aus dem bereits vorhandenen Darlehensstock der Bank und das Aufkommen an Rentenbankgrundschuldzinsen reichen aus, um die Anleihe zum Fälligkeitstermin voll einlösen zu können.

Die Anleihe ist ein weiterer interessanter Versuch, nach der ersten Emission von Industrieobligationen durch die Degussa zu den neuen Bedingungen des "Förderungsgesetzes", den Kapitalmarkt abzutasten und dem marktgerechten Zins näher zu kommen. An der vollen Zeichnung dürfte kaum zu zweifeln sein. – Als weitere Zeichnungsbedingungen werden genannt: Stückelung in 100, 500, 1000 und 5000 DM, halbjährlich zum 1. 6. und 1. 12. fällig werdende Zinsen (erstmals zum 1. 12. 1953). Die Schuldverschreibungen, die auf den Inhaber lauten, werden am 1. 12. 1958 zum Nennwert eingelöst. Bis zu diesem Termin sind sie unkündbar. Vorzeitige Tilgungen sind nur im Wege des freihändigen Rückkaufs zulässig. Der Zeichnungspreis beträgt 98 v. H. Der Verkauf an den Ersterwerber ist börsenumsatzsteuerfrei und erfolgt ohne Berechnung von Gebühren. Die Schuldverschreibungen werden nach Börseneinführung – vorgesehen in Frankfurt, Düsseldorf, Hamburg und München – bei den Landeszentralbanken lombardfähig sein. Die Zinsen auf die Schuldverschreibungen unterliegen der Kapitalertragssteuer mit 30 v. H. Bei Festlegung auf drei Jahre genießen die Schuldverschreibungen die Steuervergünstigung nach § 10 des Einkommensteuergesetzes. Die Kredite werden der Landwirtschaft ausschließlich über jene Kreditinstitute zur Verfügung gestellt, die für die Kreditversorgung der Landwirtschaft von allgemeiner Bedeutung sind. Diese Institute haften gegenüber der Rentenbank für die übernommenen Kreditbeträge und bestellen ihr bankmäßige Sicherheiten in entsprechender Höhe. Gr.