Exil-Polen gegen Adenauer

Exil-polnische Kreise in London zeigen sich über den Besuch des Bundeskanzlers und einiger Abgeordneter des Bundestages in den Vereinigten Staaten sehr besorgt. Ihre Zeitung, Dziennik Polski, weist auf die Gefahr von deutsch-amerikanischen Verhandlungen über eine Revision der Oder-Neiße-Linie hin und empfiehlt der Exilregierung eine vorbeugende Intervention in Washington, Das Blatt berichtet gleichzeitig von der Gründung einer aus Politikern, Wirtschaftlern und Schriftstellern zusammengesetzten Deutsch-Polnischen Gesellschaft, die die Beibehaltung der Oder-Neiße-Linie propagiere.

Italienischer Salat

Auf Veranlassung des italienischen Innenministeriums ist den 33 Mädchen und Jungen des Bielefelder Jugend-Kammerchors und ihren Begleitern kurz vor Passieren der Grenze die Einreise nach Italien verweigert worden. Die von der italienischen Botschaft in Bern ausgestellten Visa wurden annulliert. Schon vor der Abreise des Chors hatte ein Beamter des italienischen Konsulats in Köln geäußert, daß das vorgesehene Auftreten der Kinder in Bozen und Meran aus "Volkstumsgründen" nicht erwünscht sei.

Der italienische Kommunist Bettini Schettini ist von der neofaschistischen Partei als Gegenkandidat gegen den Anwalt Carlo Tinzl, den die Deutsche Südtiroler Volkspartei für die Senatswahlen am 7. Juni nominiert hat, vorgeschlagen worden. Alle anderen italienischen Parteien haben dem Kommunisten ihre Unterstützung gegen den deutschen Kandidaten zugesagt, doch kam schließlich keine Einigung mit der KP zustande.

Afrikanische Föderation

Bei einer Wahlbeteiligung von 80 Prozent der weißen Bevölkerung Südrhodesiens stimmten 25 570 für den Zusammenschluß mit Nordrhodesien und Nyassaland zu einer Zentralafrikanischen Föderation. 14 729 stimmten dagegen, mit der Begründung, daß die Föderation den Eingeborenen aufgezwungen werde und die Befugnisse der vorgesehenen Eingeborenenkommission zu gering seien. Tatsächlich haben die Farbigenorganisationen in den drei Ländern den Zusammenschluß abgelehnt. Der Bundesstaat wird nur existenzfähig sein, wenn die farbige Mehrheit der Länder für eine aktive Mitarbeit gewonnen werden kann. Diese Mehrheit gegenüber der weißen Bevölkerung verhält sich zahlenmäßig wie folgt: Südrhodesien 13:1, Nordrhodesien 47:1 und Nyassaland 607:1.