We., Brüssel, im April

Belgien und Luxemburg sind die Länder mit der am stärksten liberalisierten Wirtschaft von allen am Kriege beteiligten Staaten. Und bei der engen Verflechtung, die von hier mit Deutschland besteht, bedeutet es keine besondere Überraschung, daß die Bundesrepublik zusammen mit Westberlin im Vorjahr Waren im Werte von 1,250 Mrd. DM nach Belgien und Luxemburg ausführte. Westdeutschland konnte 1952 in der deutsch-belgischluxemburgischen Handelsbilanz sogar, einen Aktivsaldo von über 96 Mill. DM erreichen.

Unter diesen Gesichtspunkten muß man die Bedeutung der jetzt beginnenden 5. Lütticher Messe (25. April bis 10. Mai) und der 27. Brüsseler Messe (26. April bis 10. Mai) betrachten. Die belgischluxemburgische Wirtschaft nimmt beide Messen zum Anlaß, um den in- und ausländischen Besuchern (1952 zählte man allein bei der Brüsseler Messe 15 000 Ausländer) ihre Spitzenerzeugnisse vorzuführen. Lüttich dient in diesem Jahr vor allem der Produktionssteigerung und wird auf dem Gebiet des Bergbaus, des Hüttenwesens, des Maschinenbaus und der Elektrifizierung mit den modernsten Produktionsmitteln aufwarten. Im Palais du Centenaire in Brüssel wird alles das konzentriert sein, was das fleißige Land von Batist über Diesellokomotiven bis zu Kühlschränken und Schmuckdiamanten produziert. Daher dürfte auch in diesem Jahr die Brüsseler Messe, die unter dem Protektorat von König Baudouin I. steht und über eine Ausstellungsfläche von 105 000 qm verfügt, für die Wirtschaftsentwicklung Belgiens und Luxemburgs grundlegende Bedeutung haben.