Was soll man gegen die so buntschillernden Groschenhefte und ihre Helden Billy Jenkins und Tom Prox tun, für die unsere Sprößlinge jährlich in der Bundesrepublik 24 Millionen D-Mark opfern? In diesen Heften sitzen die Colts ziemlich locker, pfeifen die Kugeln um jede Ecke, graben sich Fäuste in Magengruben, zerspringen Flaschen zwischen den Augen ihrer so beworfenen Opfer, ist auf keiner Seite jemand seines Lebens sicher – mit Ausnahme der genannten Helden, die in dieser ausschließlich von Banditen bevölkerten Welt unfehlbar und unverwundbar, gelassen und kaltblütig, englische Brocken spuckend, herumstolzieren.

Nicht durch Verbote sollte man diesen Schund bekämpfen, sondern einfacher: Durch bessere Jugendschriften:

Die Contra-Hefte im Adolf Sponholtz Verlag, Hannover. Heft 1: "Hände hoch" von Otto Koke. Heft II: "Auf der Eisscholle" von Helmut Popken.

Auf Veranlassung der Harburger Aktion und im Zusammenhang mit dem Jugendschriftenausschuß von Niedersachsen wurde diese Contra-Reihe begonnen. Man hatte Preise ausgeschrieben und veröffentlicht nun in der Contra-Reihe die besten von 130 eingereichten Manuskripten. Der erste Preis fiel an den Revierförster Koke für seine Wilderergeschichte: "Hände hoch!" Ihr Held ist der Förster, der dem Wilderer das Leben schwer macht. Als einer von ihnen den Förster anschießt und sich der späteren Festnahme gewaltsam entzieht, ruht Förster Hansen nicht eher, bis er den Wilderer der strafenden Gerechtigkeit übergeben kann. Gute Jugendschriften müssen etwas mit ihren Kontrahenten gemein haben: sie müssen spannend sein! Nun, "Hände hoch!" ist ungemein spannend, überdies "stimmt" hier alles, wird Liebe zur Natur erweckt und das den Kindern so verhaßte "Moralin" in bekömmlichen Portionen verabreicht.

Auch von der Arbeit des zweiten Preisträgers, Helmut Popken, läßt sich ähnlich Gutes sagen.

Auf dem Umschlag der Contra-Hefte heißt es: Contra-Hefte sind überall zu haben. Nach der Lektüre der ersten beiden Hefte muß man bedauernd feststellen daß dem leider nicht so ist. Die befragten Buchhandlungen und Kioske kannten nicht einmal den Namen.

Dem guten Zweck, den Kindern angemessenen Lesestoff in die Hand zu drücken, dienen auch die Buchreihen anderer bekannter Verlage: