Nicht zu allen Zeiten sind die Krankheiten die gleichen. Kreislaufstörungen sind offensichtlich nie so häufig gewesen wie heute. Und das Herz-Heilbad Salzuflen meldet, daß etwa 40 vom Hundert der Kurgäste 35 bis 50 Jahre alt sind. Sie gehören also einer Altersstufe an, die normalerweise im Vollbesitz ihrer Kräfte sein sollten. Zwei weitere Zahlen kennzeichnen die Veränderung des allgemeinen Gesundheitszustandes äußerst instruktiv: 1939 und 1952 wurde Bad Salzuflen jeweils von rund 27 500 Kurgästen aufgesucht. Der Kurmittelgebrauch lag aber 1952 um 22,4 vom Hundert höher als im Jahre 1939. Das heißt –: der Kurgast von heute kommt als wirklich Kranker ins Herz-Heilbad. Er sucht nicht nur Erholung, er sucht Heilung. So haben die Heilbäder heute eine neue Geltung bekommen. Sie beruht auf der unersetzlichen Heilwirkung, die unsere Mineralquellen gerade bei den modernen Zeitkrankheiten besitzen, und in dieser Hinsicht nimmt Bad Salzuflen eine bemerkenswerte Stellung ein. 135 Jahre ist es jetzt her, daß hier zum ersten Male eine Badewanne mit heilkräftiger Sole gefüllt wurde. Seitdem ist von seinen Solbädern und Trinkbrunnen, vor allem aber späterhin von seinen kohlensäurereichen Thermalquellen unendlicher Segen für Herz- und Kreislaufkranke, für Asthmatiker, Rheumatiker und Nervenleidende ausgegangen.

"Manegen-Krankheiten" – so hat man die Leiden genannt, die sich einstellen, wenn der Mensch keine rechte Pause in seiner sein "Motor andauernd auf hohen Touren läuft".