Nach den sowjetischen Friedensfühlern ist das Thema "Investitionen" in Deutschland wieder mehr in den Vordergrund gerückt, auch die USA-Reise des Bundeskanzlers, hat den Boden in dieser Hinsicht gelockert, Da man in Bonn, weiß, daß die aktienleindliche Steuergesetzgebung fallen muß, ehe man Auslandskapital bekommt, haben die Kreise, die für einen von allen Diskriminierungen befreiten Kapitalmarkt eintreten, neue Anhänger gewonnen.

So kam es, daß trotz der schwachen Börsen an allen Plätzen ein "gedämpfter Optimismus" herrschte, der sich deutlich von der Lethargie abhob, wie wir sie sonst nach Rückschlägen in den Börsensälen zu verzeichnen hatten. Außerdem gaben einige recht erfreuliche Nachrichten Stoff für durchaus hoffnungsvolle Prognosen. Die angekündigte Mannesmann-Dividende stand hier im Mittelpunkt. Sie hat zunächst allerdings nur die Kurse der Nachfolgegesellschaften berührt, aber vermutlich trug sie indirekt dazu bei, daß sich der Montanmarkt während der Börsenschwäche als leidlich widerstandsfähig erwies. Hier die Kurse der Mannesmann-Nachfolger: Mannesmann (neue Gesellschaft) 78 1/4 – 83 1/2 v. H., Consoli dation Bergbau 72 1/2 – 76 v. H., Stamag 76–82 v. H.

Unter Berücksichtigung dieser ganz beachtlichen G~~~ gibt sich zwangsläufig die Frage, ob nicht auch bei anderen Montanwerten Möglichkeiten für eine ähnliche Kultur vorhanden sind. Aufschlußreich ist ein Vergleich zwischen den RM- und den DM-Kursen, wobei die augenblicklichen Umstellungsschätzungen zugrunde gelegt worden sind:

Natürlich sind die Umstellungsrelationen und auch die angenommenen Zinssätze zur Zeit lediglich theoretische Kombinationen. Es ist nicht anzunehmen, daß überall Dividenden gezahlt werden, die der Mannesmann-Rendite entsprechen. Aber die Aufstellung zeigt deutlich, was bei den Montanen unter. Umständen noch "drin" sein könnte.

Mit einiger Erleichterung vernahm man an der Hanseatischen Wertpapierbörse, daß die Zeit der Dividendenlosigkeit bei der Deutschen Erdöl AG nun endlich vorüber ist. Für 1952 ist erstmalig wieder mit einer Rendite zu rechnen. Vermutlich nur 4 v. H., denn die Gesellschaft steckt noch in der Verwirklichung großer Pläne, für die jeder Pfennig gebraucht wird. Im Kurs fand die Dividendennachricht noch keinen Niederschlag.

Trotz der Ankündigung einer 5 v. H.-Dividende bei der AEG gab der Kurs im Zuge der allgemein rückläufigen Bewegung leicht von 30 3/4 auf 29’/> nach. Der DM-Kurs stellt sich damit auf 90 v. H. Siemens blieben mit 107 1/2 v. H. nahezu behauptet. Die Umsätze in HEW Aktien ließen nach, der Kurs fiel auf 70 1/2 v H. Zurück.

In IG – Farben erschien manches von dem wieder auf dem Markt, was erst kürzlich im Zuge der Aufwärtsbewegung Aufnahme gefunden hatte. Der Kurs für effektive Stücke glitt von seinem höchsten Stand, der bei 96 v. H. lag, wieder auf 89 v. H. zurück. Dagegen blieben Dynamit Nobel weiterhin zu 108 1/2 v. H. gesucht. Im Zuge der Börsenschwäche mußten Daimler einen Verlust von 3 Punkten hinnehmen. Bei den Werftaktien, die sonst vernachlässigt sind, konnten Dt. Werft ihre Verluste der letzten Zeit auf Grund einer aktiver gewordenen Kurspflege wieder wettmachen. Der Kurs stieg von 63 auf 70 v. H. an, ohne daß jedoch Umsätze stattfanden.