Die Trümmer-Räumkolonnen sind nur noch eine

Erinnerung an unsere ärmste Zeit. So hoch ihre Leistung auch anzusetzen ist, wäre aus unseren Städten der Trümmerschutt doch nicht so schnell geschwunden, wenn wir keine Maschinen gehabt hätten. Dies, obwohl es manchmal den Anschein hat, als spielten die Maschinen in der Bauwirtschaft keine so große Rolle wie in anderen Wirtschaftszweigen. Eine Schätzung des in Baumaschinen der Bauindustrie (ohne Baugewerbe) investierten Kapitals bei Kriegsende nennt die Zahl von etwa 650 Mill. DM. Der Verlust an Baugerät durch Kriegseinwirkungen wird auf rund 40 v. H. des Gesamtbestandes geschätzt; er war mit 76 v. H. am größten bei den Betonstraßen-Geräten, dann mit 75 v. H. bei den Aufzügen und Winden und mit über 50 v. H. beim Gleis- und Maschinenmaterial.

Obwohl sich aus Gründen der verschiedenartigen statistischen Erfassung die Vorkriegsbestände nur unter Vorbehalten mit denen der Gegenwart vergleichen lassen, kann vermutet werden, daß die Kriegsausfälle bei einigen Maschinenarten, wie Lastkraftwagen, Mischern, Förderbändern und Turmdrehkranen, weitaus wettgemacht worden sind. Dagegen scheint der frühere Stand an Bauaufzügen und an Straßenwalzen noch nicht wieder erreicht zu sein.

Bei einem Vergleich der Bestände von 1950 und 1951 (die letzten vorliegenden Statistiken) fällt die mit 29 v. H. stärkste Zunahme an Baggern auf 2791 Stück auf, dann mit 28 v. H. die an Turmdrehkranen auf 830, von Förderbändern um 21 v. H. auf 6466, von Bauaufzügen um 18 v. H. auf 25 105, desgleichen von Lastkraftwagen auf 13 695 und Betonmischern auf 50 587. Dagegen war der Bestand an Lokomotiven 90er Spur um 5 v. H. auf 796 rückläufig, ebenso der an Schwellengleis. Die Zahl der Zugmaschinen und Traktoren in der Bauwirtschaft wuchs von 2036 auf 2233. Bemerkenswert erscheint die starke Zunahme der Mechanisierung in den kleinen Betrieben bis zu 20 Mann Belegschaft.

Vergleicht man die Gerätebestände nach dem Gewicht, so wurde 1951 der Stand von 1940 erst zu 67 v. H. erreicht. Bei einem Seitenblick auf die Stückzahlen ist jedoch zu erkennen, wie stark die Entwicklung leichterer und wirksamerer Geräte vorangekommen ist. Parallel hierzu läuft die Tendenz der Entwicklung von Mehrzweckmaschinen.

Wohl die Mehrzahl der recht verschiedenartigen Arbeitsvorgänge im Baugewerbe besteht in der Bewältigung von Transportaufgaben. Es wundert deshalb nicht, warum die Mechanisierung im Tiefbau zu einem früheren Zeitpunkt größere Fortschritte machte als im Hochbau. Die Mengen, die im Tiefbau jährlich bewegt werden, sind in manchem Jahr zehnmal größer gewesen als die im Hochbau. Beeinflußt wurde bei uns die Mechanisierung im Tiefbau zweifellos durch den Bau der Autobahnen, dann durch den Krieg und schließlich durch den technisch hoch entwickelten, dem Erdbau verwandten Braunkohlentagebau.

Bei den Lastkraftwagen im Baubetrieb scheint sich mehr und mehr der Dieselantrieb durchzusetzen. Die auf Wunsch der Bauwirtschaft verstärkte Motorenleistung beträgt heute bis zu 200 PS. Mit einer solchen Spitzenleistung ist auch der neue Kaelble-Großraum-Erdtransport-Hinterkipper ausgestattet, der unwegsamstes Gelände mit Steigungen bis zu 30 v. H. überwindet. Der Typ des amerikanischen Sattelschleppers scheint sich bei uns nicht recht durchzusetzen. Viel Augenmerk richten die Fahrzeughersteller auf das rasche Be- und Entladen der Lkw. Es gibt die verschiedensten Kipper-Konstruktionen, die in ihren besten Ausführungen bis zu 10 cbm ohne Hilfe von Arbeitskräften in knapp 20 Sekunden entleeren.