Höhere Umsätze und fortschreitende Konsolidierung bei der AEG. In der AR-Sitzung der AEG Allgemeine Elektricitäts-Gesellschaft, Berlin-Frankfurt/M., in Frankfurt/M. wurde beschlossen, der zum 30. Juni 1953 einzuberufenden HV vorzuschlagen, für das Geschäftsjahr 1951/52 (30. 9.) – wie im Vorjahr – eine Dividende von 5 v. H. auf das 88 Mill. DM betragende Grundkapital zu verteilen. Bei einem erhöhten Rohertrag von 228,75 (187,99) – alle Werte in Mill. DM, Zahlen für das Vorjahr in Klammern – und ebenfalls höheren Beteiligungserträgen von 3,80 (3,09) ist der Reingewinn wieder wie im Vorjahr auf den für die Dividende notwendigen Betrag von 4,4 abgezirkelt. Auf der Aufwandsseite der Ertragsrechnung sind Personalkosten erhöht mit 153,73 (135,13) ausgewiesen, für freiwillige soziale Leistungen wurden 10,54 (7,68) verausgabt, die Anlageabschreibungen bewegen sich mit 21,93 (20,63) auf wenig über Vorjahreshöhe, die Zinsbelastung ist – dem größeren Geschäftsvolumen entsprechend – nochmals erheblich gestiegen auf 12,12 (8,80), ebenso die Steuern, die mit 26,66 (15,51) ausgewiesen sind. Aus dem Ertrag wurde ferner den Rückstellungen für Ruhegehaltseinrichtungen 3,25 zugewiesen, so daß dieses Konto nunmehr mit 18,0 in der Bilanz ausgewiesen ist. Diese Rückstellungen sollen dazu dienen, in Jahren geringen Ertrages die Ruhegehaltszahlungen zu decken, während diese Leistungen – wie bisher – aus dem Jahresertrag bestritten werden. – Die AEG, nach Siemens das größte deutsche Elektrizitätsunternehmen, hat ihren Umsatz im Geschäftsjahr 1951/52 um rd. 100 Mill. DM gegenüber dem Vorjahr erhöhen können. Die im Wert rd. 24 v. H. betragende Umsatzsteigerung ist überwiegend eine echte Geschäftsausweitung das Inland- und Auslandgeschäft partizipieren daran etwa je zur Hälfte. Während aber das Auslandgeschäft von etwa 50 Mill. DM auf 100 Mill. DM zugenommen hat, verzeichnet das Inland nur; einen Zuwachs von etwa 380 Mill. DM auf 430 Mill. DM. Der Auftrageingang war größer als der erzielte Umsatz, so daß der Auftragbestand Ende 1952 erheblich über dem Vorjahr lag. Der Export, der im Berichtsjahr nahezu 20 v. H. des Gesamtumsatzes ausmachte, könnte nach Ansicht der Geschäftsleitung noch wesentlich gesteigert werden, wenn nicht die Beschlagnahme des Auslandvermögens der AEG hemmend wirkte und wenn vor allem eine größere finanzielle Beweglichkeit in den einzelnen Ländern gegeben wäre. Der weiteren Verschärfung des Konkurrenzkampfes im In- und Auslande, mit der man rechnet, will man durch ständige Anpassung der Produktion an den neuesten Stand der technischen Entwicklung begegnen... Der Erfolg der im Berichtsjahr durchgeführten Rationalisierung und Anpassung der technischen Ausrüstung an den neuesten Stand der Entwicklung kommt außer in einer nennenswerten Verkürzung der Lieferfristen auch darin zum Ausdruck, daß das erheblich höhere Produktionsvolumen mit der fast gleichen Belegschaft wie im Vorjahr bewältigt wurde. Am Ende des Berichtsjahres waren rd. 32 000 Personen beschäftigt, darunter etwa 8000 Frauen und 1800 Lehrlinge. Etwa ein Viertel der Belegschaft kommt aus Flüchtlingskreisen. Das Fabrikationsprogramm wurde erweitert. Besonderen Wert legt die Firma auf die Projektierung und Lieferung kompletter Großanlagen, wobei möglichst alle Erzeugnisse in eigener Fertigung hergestellt werden sollen. Für Entwicklungsarbeiten wurden wieder erhebliche Mittel aufgewendet. Die Neuinvestierungen beliefen sich auf rd. 38 Mill. DM, von denen rd. 22 Mill. DM durch Abschreibungen finanziert wurden.

Zur Feier ihres 50jährigen Bestehens gaben die Siemens-Schuckert-Werke, Berlin-Erlangen, einen Empfang in Erlangen, an dem viele Vertreter vom Bund und den Ländern, aus der Wirtschaft, Wissenschaft und Technik teilnahmen. Generaldir. Dr. Bauer erklärte, daß für die Entwicklung des Unternehmens zu seiner heutigen Weltgeltung einige wenige Grundsätze bestimmend gewesen seien: "Keine Ausschaltung der Konkurrenz, die Bejahung des Wettbewerbs als Motor für die Leistung, ständige Forschung und Neuentwicklung, um nur erstklassige Erzeugnisse an den Markt zu bringen." Siemens-Schuckert exportiert heute wieder nach 70 Ländern. Der Export macht etwa 25 v. H. des Gesamtumsatzes aus. Der Auftrageingang belief sich 1952 auf mehr als 200 Mill. DM, wovon etwa 50 v. H. auf Länder des EZU-Raumes entfallen und 34 v. H. auf Länder mit bilateralen Handelsabkommen. Prozentual liege die Zunahme des SSW-Exportes über dem der Ausfuhr der gesamten deutschen Elektroindustrie. Diese Erfolge dürften jedoch nicht darüber hinwegtäuschen – so führte Direktor Lehmann aus –, daß die Bundesrepublik mit einem Anteil von 11 v. H. an der Welt-Elektroausfuhr noch nicht einmal die Hälfte des normalen Vorkriegsanteiles (1938: 28 v. H.) erreicht habe. Die Konkurrenz Großbritanniens und der USA sei viel stärker als in der Vorkriegszeit. Für den Ausfall der Ostblock-Staaten einschließlich Chinas, die früher ein Viertel der deutschen Elektroausfuhr aufnahmen, sei auf anderen Märkten nicht ohne weiteres ein Ersatz zu finden.

Die Bayerische Handelsbank Bodencreditanstalt, München, die jetzt ihre Geschäftsberichte von 1948 bis 1952 vorlegt, schlägt der zum 8. Mai einberufenen HV vor, das AK von 14 Mill. RM im Verhältnis 10:2,5 auf 3,5 Mill. DM neu festzusetzen. Daneben werden 1,63 Mill. DM Rücklagen ausgewiesen.

Wie 8 v. H., Dividende bei De-te-We. Die Deutsche Telefon-Werke und Kabelindustrie Ag (De-Te-We), Berlin, schägt der HV am 20. Mai vor, für das Geschäftsjahr l951/52 (30. HV am 20. Mai vor, für das Geschäftsjahr 1951/52 (30.9.) wieder eine Dividende von 6 v. H. tut 4,5 Mill. DM Grundkapital zu verteilen. Trotz erheblicher Erschwerungen im In- und Auslandsgeschäft konnte der Umsatz im Vergleich zum Vorjahr erhöht werden. Der Export von Rechenmaschinen macht Verwaltung etwa 50 v. H. des Wiederaufbau aus. Wie die Verwaltung mitteilt, kann der Wiederaufbau im wesentlichen als beendet angesehen werden.

Die "Doornkaat" Aktiengesellschaft in Norden (Ostfriesland) rechnet auch für 1952 wieder mit einer Dividende von 6 v. H. auf das 1:1 umgestellte Grundkapital von 1,2 Mill. DM. Aus den Erträgen seit der Währungsreform hat die Firma nicht nur das Kapitalentwertungskonto in Höhe von rd. 333 000 DM getilgt, sondern in ununterbrochener Folge je 6 v. H. Dividende gezahlt. Außer dem Genever "Doornkaat" bringt die Firma ostfriesische Teemischungen unter dem Namen. "Doka" auf den Markt.

Die Didler-Werke AG, Wiesbaden, die feuer- und säurefeste Materialien herstellt, teilt anläßlich der Bekanntmachung über Neufestsetzung der Kapitalverhältnisse mit, daß für 1952 wieder mit einer angemessenen Dividende gerechnet werden könne. Die Gesellschaft hat für 1950 eine Dividende von 5 v. H. und 1951 eine Dividende von 6 v. H. auf das 1 : 1 auf 9,745 Mill. DM umgestellte Grundkapital gezahlt. Durch den Kriegsausgang sind der Gesellschaft zehn außerhalb der Bundesrepublik gelegene Werke entzogen worden. Die in Westdeutschland gelegenen sechs Werke, die im Kriege mehr oder minder große Beschädigungen erlitten haben, sind inzwischen weitgehend wieder hergestellt und die Werkanlagen einem technisch zeitgemäßen Leistungsstand angepaßt worden.

Die Auskunftei W. Schimmelpfeng – Deutsche Auskunftei (vorm. R. G. Dun & Co.) GmbH hat ihren Sitz von Hamburg nach Frankfurt/M. verlegt, wo bereits einige Spezialabteilungen des Unternehmens bestehen. In Hamburg bleiben wichtige Sparten vor allem der Auslandsdienst, der eng mit der Hamburger Exportwirtschaft verknüpft ist. Außer der günstigen Verkehrslage Frankfurts war für die Rückverlegung die Tatsache mitbestimmend, daß die Firma vor mehr als 80 Jahren in Frankfurt/M. gegründet worden ist.

Eine Goliath-Limousine GP 700 mit dem Fahrer Fred Haag konnte den australischen transkontinentalen Rekord von Melbourne nach Perth (3900 km) mit einer Fahrzeit von 23 Std. 20 Min. brechen. Die Durchschnittsgeschwindigkeit belief. sich damit auf 74,5 km je Stunde bei einem Kraftstoffverbrauch von 6,35 1 je 100 km.