Vorsicht: Arrest!

Im Bayerischen Landtag erklärte der FDP-Abgeordnete Dr. Brücher, in den Vereinigten Staaten habe man es sehr übel genommen, daß der Landtag gegen die Verschickung von Gemälden aus der Alten Pinakothek und aus dem Besitz des Hauses Wittelsbach Einspruch erhoben habe –, womit er übrigens den dringenden Aufforderungen aller Kunstfreunde und aller Sachverständigen gefolgt ist. Staatssekretär Dr. Brenner erklärte, die bayerische Regierung habe sich auf die wiederholten Erklärungen des amerikanischen Generalkonsulates in München gestützt, das State Department könne weder Privatpersonen von Arrestanträgen abhalten noch Einfluß auf Gerichte nehmen. So sei also die Möglichkeit eines Arrestes gegenüber den bayerischen Bildern nicht ausgeschlossen.

Zweifache Schulden

Die jugoslawiendeutsche Landsmannschaft in München hat festgestellt, daß die Behauptung Belgrads, alle deutschen Kriegsgefangenen und Kriegsverurteilten seien entlassen worden, sich nur auf die reichsdeutschen Gefangenen bezieht. Es befänden sich noch über 100 Volksdeutsche in dem jugoslawischen Gefängnis Mitrovica. – Die Belgrader Regierung hat die Bundesrepublik um Stundung ihrer Schulden aus dem deutsch-jugoslawischen Warenverkehr und dem Warenkreditabkommen von 1951 ersucht. Die Gesamtschulden Jugoslawiens betragen 80 Millionen Dollar, von denen über die Hälfte, nämlich 44 Millionen, auf das deutsch-jugoslawische Warenkreditabkommen entfallen.

Ohne Gnade

Der Frau des Kriegsverurteilten Wilde wurde nach einem Bericht des "Verbandes der Heimkehr rer" nicht gestattet, ihrem sterbenden Mann die Hand zu reichen, der nach Abbüßung der Hälfte seiner Strafe schwerkrank von Liancourt nach Paris gebracht worden war. Ein bewaffneter Posten habe ihr auch verboten, ihrem Mann ein Taschentuch über das Drahtgitter zu werfen, durch das sie während ihrer Besuche im Januar, die nur wenige Minuten dauern durften, von ihm getrennt gewesen sei. Der Sterbende sei unglaublich heruntergekommen und verschmutzt gewesen und habe noch sagen können, daß man ihn "fertiggemacht" habe. Am 4. Februar starb ihr Mann. Die Todesursache konnte nicht in Erfahrung gebracht werden.

Wer hört, gewinnt