Eigentlich habe ich bei all dem noch ziemlich viel Glück gehabt! Wäre ich nämlich, wie sonst, mit einem Satz aus dem Bett gefahren...

An jenem Morgen aber erwachte ich allmählicher als an anderen Tagen, denn Fetzen eines wunderschönen Traumes durchflatterten mein Denken. Mir hatte geträumt, ich könnte endlich einmal in Ruhe an meinem Roman arbeiten, weil sämtliche Hausbewohner, auch der Posaunist unter mir, gemeinsam einen Wochenendausflug unternommen hatten. Bei dieser Gelegenheit war der Portier, über den ich mich erst kürzlich wieder grün und blau geärgert hatte, in einen See gekippt und darum nicht imstande, seinen Posten jemals wieder einzunehmen.

Mein Dahindämmern wurde durch das Rasseln des Weckers unsanft aufgeschreckt. Als ich ihn zum Schweigen bringen wollte, verfehlte meine Hand sonderbarerweise den Nachttisch.

Es war entsetzlich kalt im Zimmer! Daß dieser geizige Hauswirt schon aufgehört hatte, zu heizen! Warum schaukelte mein Bett eigentlich so wild... oder hatte ich gestern nur zu viele Steinhäger getrunken?

Kurzentschlossen öffnete ich die Augen. Dann schloß ich sie gleich wieder. Meine Zimmerdecke hatte sich über Nacht zumindest sehr verändert. Sie bestand nämlich jetzt aus einem Wolkengebirge, das sich vor einem morgenroten Himmel abhob!

Ich wagte einen zweiten Blick. An sich hätte ich nun auf die grün geblümte Tapete meiner linken Zimmerwand blicken müssen. Davon konnte aber jetzt keine Rede sein. Statt dessen starrte ich auf das Zifferblatt unserer Turmuhr. Zu meiner rechten aber, wo sonst das Gemälde "Badende Dryade" zu hängen pflegte, ragte mir der Gasometer entgegen.

Nach diesen Erfahrungen hätte ich es mir eigentlich ersparen können, noch auf den Fußboden zu blicken. Doch siegte meine Neugier. Behutsam, damit mein heftig im Winde schwankendes Bett nicht umschlägt, beugte ich mich weit hinaus. In der Richtung, in der ich gewöhnlich meine Pantoffeln vermuten konnte, gewahrte ich dreißig Meter unter mir einen glatzköpfigen Mann, der auf einen Schubkarren Backsteine auflud, wobei ihm ein anderer Mann pfeiferauchend zusah.