Zahlenspiegel des Deutschen Instituts Üiir Wirtschaitsforschung, Berlin

Die Industriewirtschaft hat die durch ungewöhnlich ungünstige Witterungsverhältnisse sowie durch die übliche Geschäftsstelle nach Weihnachten bedingte Flaute der letzten Monate überwunden. Der Produktionsindex erreichte im März den Stand von 150 und lag so um 8 Punkte über dem Vormonat. Damit wurde, wenn man den bereinigten Index zugrunde legt, der Höchststand vom Vorjahr (November 1952) nahezu wieder erreicht. Gegenüber dem März 1952 errechnet sich ein Zuwachs um 9 v. H. Die Belebung war kräftiger, als in dieser Jahreszeit üblich. Hierzu hat insbesondere der Wiederbeginn der Bausaison beigetragen. Die Bautätigkeit, die bis zur dritten Februarwoche unter der anhaltenden Kälte gelitten hatte, ist von Februar auf März um etwa 50 v. H. gestiegen, gegenüber einem Anstieg von 25 v. H. in der gleichen Zeit der vorausgegangenen Jahre. – Die Arbeitslosigkeit ist um rund 400 000 Personen auf 1,4 Millionen zurückgegangen. Sie lag damit um rd. 180 000 unter dem Stand des Vorjahres.

Die Umsatzwerte des Einzelhandels lagen im März um 11 v. H. über dem Vorjahrsstand. Da die Einzelhandelspreise in diesem Zeitraum um etwa 4 v. H. zurückgegangen sind, hat sich das Volumen der Einzelhandelsumsätze um etwa 15 v. H. vergrößert. Diese Steigerung hängt jedoch zum Teil mit dem frühzeitigen Ostertermin zusammen. Für Januar bis März ergibt sich eine Steigerung von etwa 11 v. H., demgegenüber sind die Masseneinkommen real um schätzungsweise 15 v. H. heraufgegangen.

Der Außenhandel hat sich im März wider Erwarten günstig entwickelt. Es ergab sich ein Ausfuhrüberschuß von 46 Mill. $ Dieser Betrag erhöht sich noch durch einen Aktivposten der außerhalb der Handelsbilanz getätigten Dienstleistungen. Der Gold- und Devisenbestand hat sich gegenüber den Vormonat um 28 Mill. $, gegenüber dem Vorjahr aber um 717 Mill. $ erhöht.