30 Jahre Glaswerke Ruhr AG, Essen-Karnap. Neben der AG der Gerresheimer Glashüttenwerke, Düsseldorf, ist die Glaswerke Ruhr AG der bedeutendste Hohlglaserzeuger Westdeutschlands. 1923wurde das Unternehmen gegründet und gehörte zum Hugo Stinnes-Konzern. Aber im Zuge der sonderbaren Enteignungs-Entflechtung, die die Stinnes-Gruppe im Verlauf der Nachkriegsjahre seitens der amerikanischen Interessenten durchmachte, wurde das Unternehmen, das heute wieder 3000 Menschen beschäftigt, aus dem Verfügungsbereich von Hugo Stinnes Junior genommen und der sogenannten US-Stinnes-Gruppe einverleibt. Infolgedessen gelang dem Unternehmen, das während des Krieges zu 70 v. H. zerstört wurde, mit Hilfe erheblicher ECA- und Marshallplangelder nicht nur der Wiederaufbau, sondern darüber hinaus eine bedeutende Erweiterung und Modernisierung. Die Kapazität beträgt gegenwärtig 140 000 t gegenüber 50 000 t in der Vorkriegszeit. So erzeugt z. B. eine einzige vollautomatische Maschine gegenwärtig täglich bis zu 80 000 Flaschen. Vom Umsatz 1952 entfielen 14 v. H. auf den Export. Das Tochterunternehmen, die Kristallglaswerke Hirschberg GmbH, die jetzt im Karnaper Werk produziert, hat sich ebenfalls günstig entwickelt und exportiert zu 80 v. H.

Rheinische Röhrenwerke AG, Mülheim (Ruhr). In einer ao HV wurde an Stelle von Dr. jur. Anton Comes, der in den AR der Deutsche Edelstahlwerke AG, Krefeld, eintrat, Prof. Dr. Robert Ellscheid neu gewählt. Prof. Ellscheid (Köln) ist AR-Vorsitzer der Pfälzische Mühlenwerke, Mannheim, Präs. der Deutsche Vereinigung für gewerblichen Rechtsschutz und Urheberrecht e. V., Berlin, im Beirat der Mauser Kom. Ges., Köln, und im AR der Herbig-Haarhaus AG, Köln.

Argentinischer Besuch bei der Hanomag. Der Direktor des argentinischen stattlichen landwirtschaftlichen Versuchs- und Prüfungsinstituts, Romulo A. Francheli, stattete der Hanomag in Hannover einen längeren Besuch ab, wobei er sich über die Produktion des Werkes und den Stand der landtechnischen Entwicklung informierte. Der Besuch in Hannover diente der Vertiefung der persönlichen und der Handelsbeziehungen zwischen Argentinien und der Hanomag. Die Hanomag stand bei den im vorigen Jahr aus Argentinien vergebenen Einfuhrlizenzen an der Spitze sowohl der nach Deutschland gegebenen Kontingente als auch der an die ausländische Traktoren-Industrie erteilten Aufträge,

Wie die Verwaltung der Siemens & Halske A. G. mitteilt, hat der Bundesgerichtshof das Urteil des Landgerichts München, das eine zusätzliche Nachzahlungsfrist gegenüber, den Vorzugsaktionären ohne Stimmrecht verneint hatte, aufgehoben. Hieraus ergibt sich, daß die Gesellschaft an die Vorzugsaktionäre ohne Stimmrecht eine zusätzliche Dividendennachzahlung zu leisten hat.

Englebert & Co. GmbH., Aachen. Als in den Jahren des allgemeinen wirtschaftlichen Niederganges nach dem ersten Weltkrieg die Reifenfabrik Englebert & Co. GmbH., Aachen-Rothe Erde, den Plan faßte, in der besonders durch die damalige Krise stark belasteten Stadt Aachen ein Werk zu errichten, bedeutete dies eine willkommene Entlastung des Arbeitsmarktes, der durch Stillegung des für den Aachener Wirtschaftsraum wichtigen Hüttenwerkes sehr betroffen war. Im Herbst 1929 wurde mit dem Aufbau der weiträumigen und modernen Betriebsanlagen begonnen. Ein Jahr später konnte schon im beschränkten Maße die Fahrradreifenproduktion aufgenommen werden, die sich dann auf die Herstellung von Kraftfahrzeugreifen und auf die Herstellung von Werkstättenmaterial für Vulkanisierbetriebe ausweitete. Ab 1932 stand das Werk im Zeichen eines raschen und erfolgreichen Aufstiegs. Infolge des Luftkrieges und der harten Kämpfe um den Aachener Raum erlitten die Betriebs- und Verwaltungsanlagen schwere Schäden. Unter Einsatz aller vorhandenen Kräfte und Mittel begann die Geschäftsleitung bereits 1945 mit dem Wiederaufbau des Werkes, so daß schon im Februar 1946 die Herstellung von Fahrradreifen wieder aufgenommen werden konnte, der sich drei Monate später die Produktion von Kraftfahrzeugreifen anschloß. Heute sind wieder 1500 Arbeiter im Aachener Werk beschäftigt und die Produktion konnte weit über den Vorkriegsstand erhöht werden, Das Unternehmen weist heute einen Marktanteil von 15 v H auf- Im Bundesgebiet und in Westberlin werden 17 Verkaufsniederlassungen und 2 Auslieferungslager unterhalten.

Erste Mannesmann-Dividende. Die Holding-Gesellschaft der Mannesmann-Gruppe, die Mannesmann AG, Düsseldorf, schlägt ihrer oHV am 26. Juni vor, für das sechs Monate umfassende Rumpfgeschäftsjahr vom 1. April 1952 bis 30. September 1952 eine Dividende von 4 v. H. auf 240 Mill DM AK zu verteilen. Die konsolidierte Bilanz schließt mit einer Bilanzsumme von nahezu 1 Mrd. DM. Der Umsatz des gesamten Unternehmens belief sich vom 1. 10. 1951 bis 30. 9. 1952 (also für das volle Geschäftsjahr), bei den Produktionsbetrieben auf 1,135 Mrd DM und bei den Handelsbetrieben auf rund 500 Mill. DM. In der Gewinn- und Verlustrechnung zum 30. September 1952 sind die Ergebnisse der größten Produktionsgesellschaften, also von Huckingen und den Röhrenwerken, für ein volles zwölfmonatiges Geschäftsjahr enthalten Nicht enthalten ist darin das Ergebnis zahlreicher kleinerer Gesellschaften und späterer Gründungen, die zum 31. 12. 1952 bilanzieren. Hierzu gehören auch die Handelsunternehmen. Es ist mithin nicht leicht, diese erste Mannesmann-Dividende zu bewerten. Falsch dürfte es sein sie mit einer 8prozentigen Janresdividende gleichzusetzen. Dagegen dürfte aus dem Verwaltungsbeschluß entnommen werden, daß die Dividende für das Rumpfgeschäftsjahr einer normalen Ausschüttung von rund 6 v H Jahresdividende entsprechen würde.

Olympia Büromaschinenwerke AG., Wilhelmshaven. Das Unternehmen erreichte im Geschäftsjahr 1952 einen Gewinn von 6429 DM. der sich um den Vortrag auf 24 558 DM erhöht. Die Erträge aus Beteiligungen beliefen sich auf 122 395 (1951: 375 000) DM. In der Bilanz per 31. Dezember 1952 werden unter dem Anlagevermögen wieder nur zwei Posten, und zwar Beteiligungen mit unverändert 2,5 Mill. und Ostzonenvermögen mit einem Erinnerungswert von 1 DM ausgewiesen. Das Umlaufvermögen hat sich auf 2,64 (2,53) Mill. leicht erhöht, ebenso wurden auf der Passivseite bei einer unveränderten gesetzlichen Rücklage von 0,2 Mill. andere Rücklagen auf 0,4 (0,3) verstärkt.

Das Hamburger Möbelhaus Wilhelm Schreiber feierte inmitten des Großstadtverkehrs der Hansestadt nach altem Handwerksbrauch das Richtfest seines neuen Geschäftsgebäudes, das die letzte Bauhunde in den Großen Bleichen schließt. Die Ausstellungsfläche beträgt 3800 qm Von besonderem Reiz wird eine Passage sein, die von den Großen Bleichen durch das Erdgeschoß zum Bleichende! führt und in die benachbarte Poststraße einmündet.

Die Schwartauer Werke AG Bad Schwartau, berichtet von einem zufriedenstellenden Ergebnis des Geschäftsjahres 1952, so daß wieder mit einer Gewinnausschüttung gerechnet werden kann. Die Gesellschaft verteilte für die Zeit seit der Währungsreform bis einschl. 1951 je 4 v. H p. a. Dividende. Das Grundkapital beträgt 3,15 Mill. DM (1 : 1 umgestellt).

Der Export der Allgäuer Glas-, Metall- und Schmuckwaren GmbH stieg, von 5 Mill. $ in 1951 auf 7,75 $ in 1952. In drei Jahren exportierten die Neu-Gablonzer für 14,5 Mill. $ Schmuck- und Glaswaren und erreichten damit ein Drittel ihrer früheren Exportkapazität im Sudetenland. Den ersten Platz im Gablonzer Export nehmen die USA mit 4,6 Mill. $ ein, dann folgen England und Kanada. In Lateinamerika sind die Gablonzer bemüht, ihre alte Stellung allmählich wieder zu gewinnen. Der Gesamtumsatz der Genossenschaft wird 1952 mit 95 Mill. DM angegeben.