Teure Informationen

Senator McCarthy hat Außenminister Dulles in einem Brief mitgeteilt, daß die Ausgaben für die amerikanischen Informationsdienste in Deutschland und Österreich im letzten Jahre 61 Millionen Dollar (256 Millionen DM) betragen haben. Von den Informationsdiensten würden 96 Zeitungen subventioniert. Allein die "Neue Zeitung" koste Millionen. Er habe um Mitteilung der genauen Summe ersucht, dieselbe bis jetzt aber noch nicht erhalten. McCarthy hat seinem Brief eine Liste der Zeitungen und der Summen beigefügt, die diese Zeitungen erhalten haben. Beamte des amerikanischen Außenministeriums erklärten dazu, die Beschuldigungen McCarthys seien nicht aktuell. Das Subventionsprogramm der demokratischen deutschen Zeitungen werde beendet werden. Dieses Programm sei nach dem Kriege eingeleitet worden, um geeignete Persönlichkeiten in die Lage zu versetzen, eine Zeitung herauszubringen. Das Bundespresseamt seinerseits sagte dazu, die Behauptung McCarthys sei "nach Kenntnis der Bundesregierung" nicht zutreffend; andere Zahlen hat das Bundespresseamt jedoch nicht mitgeteilt.

Ein Idealist

Die Beauftragten des Senators McCarthy, Cohn und Shine, haben nach ihrer Rückkehr in New York erklärt, sie hätten auf ihrer Europareise in sieben Staaten 200 Personen vernommen und alle amerikanischen Bibliotheken überprüft. Befragt, wieviele Bücher er gelesen habe, antwortete Cohn: "Eines oder zwei ganz, die übrigen haben wir mit der größten Sorgfalt geprüft." Shine hatte die Reise finanziert. Er sagte, er brauche kein Geld, er sei Idealist, Shine ist der Sohn eines Millionärs, der viele Hotels in Kalifornien und Florida besitzt.

Die Juden in der Welt

Israels Außenminister Ben Gurion hat am fünften Jahrestag der Gründung des Staates Israel mitgeteilt, daß 12,6 Prozent aller Juden in Israel leben. Nach den letzten, vom jüdischen Weltkongreß veröffentlichten Zahlen gibt es insgesamt 11,672 Millionen Juden. Von ihnen leben in Europa 3,4, in Asien 1,7, in den Vereinigten Staaten 5, in der Sowjetunion etwa 2 und in Israel 1,45 Millionen.

Der Nachschub von Bordeaux