Das Geschäftsjahr 1952 ist für die Nachfolgegesellschalten der Deutschen Bank Im ganzen gesehen befriedigend verlaufen. In allen Bilanzen kommt eine beachtliche Zunahme der Eigenmittel zum Ausdruck, die auf die Ermäßigung der bisherigen Sätze für die Bildung der Sammelwertberichtigungen zurückzuführen ist. Die Verbesserung des Verhältnisses zwischen Eigenmitteln und den hereingenommenen Geldern wird es erlauben, den Gedanken an eine Kapitalerhöhung auf eine Zeit zu verschieben, in der der Kapitalmarkt bessere Möglichkeiten für eine Emission von Bankaktien eröffnet. Die Eigenmittel der drei Nachfolgegesellschaffen (Norddeutsche Bank AG., Hamburg; Rheinisch-Westfälische Bank AG., Düsseldorf; Süddeutsche Bank AG., München) belaufen sich jetzt zusammen auf 175 Mill. DM. Unter Berücksichtigung des durch Okkupation und Zonengrenze verengerten Wirkungskreises entspricht diese Summe ungefähr den Eigenmitteln der alten Deutschen Bank. Allerdings fehlen hier die beträchtlichen stillen Reserven, die die DeutscheBank in langen Jahren ansammeln konnte.

Die vorsichtige Bilanzpolitik, die die Deutsche Bank von jeher auszeichnete, findet auch bei den Nachfolgegesellschaften ihre Fortsetzung, Unter Ausnutzung aller steuerlicher Möglichkeiten ist man bereits im ersten Geschäftsjahr wieder darangegangen, stille Reserven zu bilden. Man hat bewußt nur den Betrag als Gewinn ausgewiesen, der für die Ausschüttung einer 6 %igen Dividende notwendig war. Die in der Gewinn- und Verlust-Rechnung erscheinenden Erträge kennen deshalb über die tatsächlichen Rentabilitätsverhältnisse keinen Aufschluß geben. Hier dient als einziger Anhalt die Position "Steuern"

Es wäre verfehlt, die ohne Zweifel guten Gewinne der Banken auf eine überhöhte Gewinnmarge zurückführen zu wollen. Die Ertragsseite der Banken wurde günstig beeinflußt durch den erheblichen Kreditbedarf der Wirtschaft, also durch das Kreditvolumen. Die Gewinnmarge selbst hat zu keiner Zeit nach der Währungsumstel’ung das übliche Maß, das man zwischen 3 und 3 1/2 v. H. annehmen kann, überschritten. Inzwischen ist diese Zinsmarge noch gesunken. Dieser Zustand ist nicht zum wenigsten auch dadurch herbeigeführt worden, daß bei den großen Kreditansprüchen der Wirtschaft naturgemäß der Kampf um die Einlagen, aus denen ja die Kredite finanziert weiden, zu überhöhten Habenzinsen geführt hat, während andererseits durch den Wettbewerb der Banken untereinander und das Bestreben um eine Ausweitung des Geschäfts die Konditionen einem steigenden Druck unterlagen. K. W.

Die West-Gruppe der Nachfolge-Banken der Deutsche Bank, die Rheinisch-Westfälische Bank AG, Düsseldorf, liegt mit 1,848 (1. 1. 1952: 1,549) Mrd. DM Bilanzsumme nur noch knapp über der Süd-Gruppe. Aus dem Jahresgewinn von 2,48 Mill. DM wird eine Dividende von 6 v. H. auf 40 Mill. DM AK verteilt. Die eigenen Mittel der West-Gruppe haben sich seit Jahresbeginn bis 31. Dezember 1952 um 13,8 auf 70 Mill. DM erhöht. Damit ist die Unterkapitalisierung des Institutes in etwa berichtigt. Die Liquidität beträgt 42,6 v. H. Die Debitoren sind mit 721 (597) und die Wechsel mit 471 (276) Mill. DM sehr groß. Auf der Passivseite zeigen die Sichteinlagen einen Zugang von 785 auf 805 Mill., die Termineinlagen jedoch einen Zugang von 340 auf 540,9 Mill. DM. Die starke Geschäftsausweitung spiegelt sich in dem Umsätzen. Über die Konten der Kundschaft wurden an reinen Umsätzen 106 Mrd. DM verbucht, gegen 93 Mrd. DM in 1951. Dr. Plaßmann kündigte an, daß ab 30. Juni die Großbanken die Usance von früher wieder aufnehmen und Zweimonats-Bilanzen zur Veröffentlichung bringen werden, damit die deutsche Wirtschaft über ihre großen Finanzierungsinstitute laufend unterrichtet ist. Erwähnt sei noch, daß der Aktienumtausch weitgehend vorbereitet ist, so daß die HV für 1953 bereits ordnungsgemäß durchgeführt werden kann. rei–

Die zweitgrößte Nachfolgerin der Deutschen Bank, die Süddeutsche Bank AG, München, schließt das Geschäftsjahr 1952 mit einem Reingewinn von 2,49 Mill. DM. Das Institut verfügt über ein Grundkapital von 40 Mill. DM. Die freie Sonderreserve wurde durch Teilauflösung der Sammelwertberichtigung von 6,2 Mill. DM in der Eröffnungsbilanz auf 20,0 Mill. DM verstärkt, so daß jetzt insgesamt 30,0 Mill. DM Rücklagen ausgewiesen werden gegenüber 16,2 Mill. DM in der Eröffnungsbilanz. An eine Kapitalerhöhung kann nach Angaben des Vorstandsmitgliedes Hermann J. Abs erst gedacht werden, wenn der Kurs, der zur Zeit einschl. der Dividende etwa bei Pari liegt, über den Pari-Stand gestiegen ist. Auf die Dividende von 6 v. H. eingehend, meinte Abs, die Ausschüttung eines höheren Gewinnanteils habe sich infolge der Notwendigkeit, auch stille Reserven zu bilden, verboten. Die Einlagen stehen mit 1419,07 Mill. DM zu Buch gegenüber der Eröffnungsbilanz mit 1092,49 Mill. DM. Die Sichteinlagen haben sich um 7 v. H. auf 747,54 Mill. DM, befristete Einlagen dagegen um fast 50 v. H. auf 560,48 Mill. DM erhöht, die Spareinlagen allein um 52 v. H. auf 111,05 Mill. DM. Demgegenüber steht eine Erhöhung der Debitoren um 14 v. H. von 623,08 Mill. DM auf 711,17 Mill. DM. Davon wurden 72,7 v. H. an Industrie und Gewerbe und 24,4 v. H. an den Handel gegeben. sp

Die Bilanzsumme der von der Norddeutschen Bank AG vorgelegten Bilanz ist mit 857,7 Mill. DM rund 15 v. H. größer als die der Eröffnungsbilanz. Die Einlagen (ohne Spareinlagen) erhöhten sich um etwa 16 v. H. auf 660,7 Mill. Diese Zunahme ist auf ein beträchtliches Anwachsen der befristeten Einlagen zurückzuführen! die Sichteinlagen hielten sich annähernd auf der bisherigen Höhe. Noch größer als die prozentuale Steigerung der befristeten Einlagen ist die der Spargelder. Ihre Zunahme (auf 63,1 Mill.) beträgt über 79 v. H., eine Entwicklung, die durch den Abschluß von steuerbegünstigten Kapitalansammlungsvertragen gefördert wurde. Die kurz- und mittelfristigen Kredite, die der Kundschaft gewährt wurden, beliefen sich am 31. 12. 1952 auf 626 Mill. Dabei stiegen die Barkredite um 34 v. H. und die Wechselkredite um

v. H. an, während sich die Akzeptkredite um etwa 30 v. H. verringerten. Die Eigenmittel der Bank haben sich nach Ablauf des ersten Geschäftsjahres durch die bereits erwähnte Ermäßigung der Sammelwertberichtigungssätze um 6,9 Mill. auf 35 Mill. erhöht. Nach Vornahme der Abschreibungen, nach Abzug der Steuern (14,4 Mill. DM) und aller anderen Unkosten wird ein Gewinn von 1,252 Mill. ausgewiesen, aus dem eine Dividende von 6 v. H. gezahlt werden soll. -dt