Die bevorstehende Auflockerung des Brasiliengeschäfts – gerade in diesen Tagen hat eine brasilianische Handelsdelegation in Bonn Verhandlungen über die Verlängerung des am 9. Mai abgelaufenen Abkommens aufgenommen – dürfte auch für das brasilianische Landesprodukt Mate neue Chancen bringen. An der Mate-Ausfuhr ist Brasilien stark interessiert; nicht zu Unrecht wird dieses Produkt als das "brasilianische grüne Gold" bezeichnet. Was für die Ostasiaten, die Engländer und die Russen der Tee bedeutet, ist vor allem für die Einwohner von Paraguay, Argentinien, Südbrasilien, Chile, Peru und Bolivien der Genuß von Mate...

Dieser Name bezeichnet eigentlich nur das Gefäß, aus dem der Aufguß der Blätter getrunken wird. Aber im Laufe der Entwicklung ging die Bezeichnung schließlich auf das Getränk selbst und auch auf die Pflanze über. In der Mitte des 17. Jahrhunderts hatten kolonisierende Jesuitenpater bei matekauenden Indianern eine erhebliche Widerstandskraft gegen Krankheiten festgestellt, denen Europas damals sehr leicht zum Opfer fielen. Diese Erfahrung war der Auftakt zum Export des Mate-Tees nach Europa. Deutsche Wissenschaftler waren es in der Hauptsache, die dann später die Kultur und einen Massenanbau des Mate ermöglichten, der heute von Brasilien nach allen Teilen der Welt exportiert wird und sich auch in Westdeutschland steigender Beliebtheit erfreut. – Bemerkenswert ist in diesem Zusammenhang, daß 70 v. H. aller Mate-Farmer von ausgewanderten Deutschen gestellt werden. E.