Katholische Unternehmer tagten

Über 500 katholische Unternehmer aus zehn Ländern hatten sich in Köln zum Kongreß der UNIAPAC (Union Internationale des Association Patronales Catholiques) versammelt und diskutierten an drei Tagen "Das Problem der Führungskräfte im Betrieb". Daß gerade, die katholischen Unternehmer, die sich in den entsprechenden nationalen Vereinigungen – in der Bundesrepublik im "Bund katholischer Unternehmer" (Köln) – aus reinen, wie Präsident Greiß, Köln, ausdrücklich betonte, gesellschaftspolitischen und ideellen Zielsetzungen zusammengeschlossen haben, diesem Thema gegenüber ihre besondere Verantwortung und Sorge betonten, war zu erwarten. Ziel des Kölner Kongresses war es wohl, der katholischen Unternehmerschaft erneut in die Erinnerung zu rufen, wie sehr gerade sie für eine lebensfähige, d. h. phrasenfreie Synthese von Ökonomischen Notwendigkeiten und echter, d. h. glaubwürdiger sozialer Haltung verantwortlich sei. Den Referenten des Kongresses (Dr. Wilfried Schreiber-Köln, Georges Cazin-Paris, Dr. Burgbacher-Köln, Dr. Robert Schnyder von Wartensee-Lausanne), aber auch den Diskussionsteilnehmern – Geistlichen wie Laien – war die Erkenntnis gemeinsam, daß viele Fehler aus der Vergangenheit in der Gegenwart und Zukunft wiedergutgemacht werden müßten. Es ist bekannt, daß weite Kreise der Arbeiterschaft, auch der christlichen, auf die Tat vor allem der katholischen Unternehmer warten. Ob sie wohl ihre Erwartungen angesichts des sehr repräsentativen äußeren Rahmens des Kölner Kongresses gestärkt sehen?

Wie dem auch sei: wenn der Kongreß in Köln, der eines der wichtigsten Themen der modernen Betriebsführungspraxis behandelte (Dr. Werhahn-Neuß: "Wir müssen das Vertrauen unserer Angestellten wiedergewinnen"), auch nur einen kleinen Fortschritt aus dem Gegensatz Liberalismus-Marxismus in Richtung auf eine echte, geglaubte und in allen Verästelungen bis hinein in den Betrieb glaubwürdige "soziale Marktwirtschaft" bringen würde: er hätte sich gelohnt. Immerhin sprach der Erzbischof von Köln, Kardinal Dr. Josef Frings, eine nachdenkliche "Mahnung" aus, als er die katholischen Unternehmer an das in den Soziallehren der Kirche gezeichnete Ordnungsbild der Wirtschaft und an die Vorschläge der katholischen Arbeiterbewegung (KAB) zur Eigentumsbildung der Arbeiter erinnerte. D.