Auf der Mitglieder Versammlung des Fachverbandes Kohlechemie in Bochum war zu hören, daß die Gewinnung der Kohlenwertstoffe Teer und Benzol 1952 um 12 v. H. gegenüber 1951 angestiegen ist. Der Absatz entwickelte sich unterschiedlich. Naphthalin mußte wegen Absatzmangels teilweise auf Lager genommen werden. Die drei westdeutschen Hydrierwerke Gelsenberg Benzin, Wesseling und Scholven waren 1952 an der Benzinerzeugung der Bundesrepublik mit 48,1 v. H. beteiligt. In dieser Statistik fehlt noch das Hydrierwerk der Ruhröl GmbH (US-Stihnes-Gruppe), da dieses Werk erst gegenwärtig in die Benzinerzeugung eintritt. Bei den FT-Anlagen wurde die Krupp Kohlechemie GmbH auf Hartparaffinsynthese umgestellt und in Betrieb genommen. Die Erhöhung der Kohlenpreise hat die FT-Anlagen, die aus Koks und Koksofengas Kohlenwasserstoffe herstellen, stark betroffen und ihre Rentabilität sehr eingeengt. Der Fachverband Kohlechemie äußerte sein Bedauern über die Erhöhung der Benzolsteuer von 19,80 auf 22,50 DM je 100 kg und sprach Bedenken gegen den auf 1,50 DM festgesetzten niedrigen Heizölzoll aus. Die auf Kohlegrundlage arbeitenden deutschen Heizölerzeuger müßten daher mit Erlöseinbüßen rechnen. Hauptgeschäftsführer Dr. Nedelmann teilte mit, daß am Mineralölsteueraufkommen 1952 Benzin mit 45,6 v. H., Gasöl mit 28,5 v. H., Schmieröl mit 10,7 v. H. Und Benzol mit 9,8 v. H. beteiligt waren. Die nach der Neuregelung der Abgaben aus Mineralöl geltenden Zollsätze (also ab 1. Juni 1953) lauten im Vergleich zu den bis 31. Mai 1953 geltenden Sätzen für Rohöl wie folgt: 12,90 (bis 31. 5.: 7,75 bis 10,05) DM, für Benzin 12,90 (27,09), für Gasöl 12,90 (14,40), für Benzin 16,40 (25,20) und für Heizöl 1,50 (16,80) DM. Die Mineralölsteuer beträgt nach dem 1. 6. 53 für Benzin 27 (bis 31. 5. für Importeure 13, für Inlanderzeugnisse 19) DM, für Gasöl 6,30 (7 bzw. 10,90), für Benzol 22,50 (11 bzw. 19,80) und für Heizöl 0 (1 bzw. 1) DM.

Anläßlich der Einweihung des neuen Verwaltungsgebäudes der VELA / Iduna-Germania Versicherungsgruppe in Hamburg, das neben dem Hauptgebäude am Harvestehuder Weg errichtet worden ist, wurde mitgeteilt, daß die VELA (Vereinigte Lebensversicherungs-Anstalt a. G. für Handwerk, Handel und Gewerbe) wieder die reguläre laufende Gewinnbeteiligung ihrer Mitglieder aufnimmt. Zunächst wird auf alle vom 1. Juli bis zum 31. Dezember 1953 fällig werdenden gewinnberechtigten Beiträge ein Gewinnanteil in Höhe von 10 v. H. des Beitrages gewährt werden. Die Geschäftsleitung rechnet damit, daß auch in der Folgezeit in mindestens gleicher Höhe die Versichertendividende gezahlt werden wird. Nach der Verschmelzung der VELA und der Iduna-Germania Lebens-Versicherungsgesellschaft a. G. wird die VELA als größter Lebensversicherungsverein a. G. einen Versicherungsbestand von 900 Mill. DM mit einer jährlichen Beitragseinnahme von über rund 40 Mill. DM verwalten. Im Vorjahr konnte der Neuzugang gegenüber 1951 bei beiden Unternehmungen um 24 v. H. gesteigert werden. Seit der Währungsreform wurden über 30 Mill. DM für Zwecke des Wohnungsbaus zur Verfügung gestellt.

Der Geschäftsumfang der Hamburgischen Landesbank, die jetzt die Abschlüsse für 1948 bis 1952 veröffentlicht, hat sich seit der Währungsreform ständig ausgedehnt. Die Bilanzsumme stieg von rund 41 Mill. DM am 21. Juni 1948 auf 602 Mill. DM am 31. Dezember 1952. Die Gesamtumsätze erhöhten sich von 7,7 Mrd. DM im zweiten Halbjahr 1948 auf 30,1 Mrd. DM in 1952. Das durch die Währungsumstellung zusammengeschmolzene Stammkapital wurde bereits Ende 1948 wieder durch die Stadt Hamburg auf 20,0 – alle Werte in Mill. DM – aufgefüllt. Zum 31. Dezember 1952 wurden die Rücklagen auf 7,50 (i. V. 1,48) erhöht, so daß die haftenden Mittel jetzt 27,5 (21,5) betragen. Das Kreditvolumen hat sich in den Berichtsjahren erheblich ausgedehnt und stieg von 251,8 Ende 1949 auf 546,0 zu Ende 1952. Davon entfielen 330 auf kurzfristige Kredite und 216 auf langfristige Ausleihungen. Das Wechselobligo der Kundschaft betrug 143. Die kurzfristigen Vorfinanzierungen konnten in einem von Jahr zu Jahr steigenden Umfange konsolidiert werden. Die allmähliche Ausweitung des langfristigen Kreditgeschäftes seit der Währungsumstellung gewinnt im Rahmen des Gesamtkreditgeschäftes laufend erhöhte Bedeutung. Im Vergleich zum Vorjahr sind die Forderungen aus dem langfristigen Kreditgeschäft um rund 26,7 gestiegen, während das kurz- und mittelfristige Kreditgeschäft einen Rückgang um 48,9 aufweist. Die Bauspareinlagen bei der "Öffentlichen Bausparkasse Hamburg", einer Abteilung der Hamburgischen Landesbank, betrugen Ende 1952 rund 13,9 gegenüber nur -2,6 am Jahresende 1949. Die Bilanzsumme der Bausparkasse ist in der gleichen Zeit von 6,5 auf 27,9, der Vertragsbestand auf 85,9 (32,5) gestiegen.

Kapitalerhöhung bei BP Benzin- und Petroleum-Gesellschaft. Das Gesellschaftskapital ist von bisher 30 Mill. auf 67,5 Mill. DM erhöht worden. Den neuen Geschäftsanteil hat die Muttergesellschaft der BP, die Anglo-Iranian-Oil Co. Ltd., London, übernommen und damit kurzfristige Kreditmittel abgelöst, die neben den eigenen Mitteln der BP in den letzten Jahren für den Wiederaufbau der BP-Raffinerie und für den Ausbau des Tankstellen- und Lagernetzes der Gesellschaft verwendet worden^sind. Es ist damit zu rechnen, daß dieser ersten Kapitalerhöhung der BP nach dem Kriege in Kürze eine weitere Erhöhung folgen wird.

In der HV der Hedwigshütte Kohlen- und Kokswerke A. G., Hamburg/Berlin, am 8. Mai in Hamburg abgehalten, wurde der Geschäftsbericht über das Geschäftsjahr 1950/51 vorgelegt. Das Anlagevermögen erfuhr eine Zunahme von rund 45 490 DM und beläuft sich nunmehr auf 1 727 Mill. DM. Es ergab sich ein Verlust von 31 355 DM, der sich durch den Vortrag aus 1949/50 auf 56 315 DM erhöht. Die Erträge werden mit rund 228 000 DM ausgewiesen, während sich die Aufwendungen gemäß der Gewinn- und Verlustrechnung auf 284 000 DM beliefen. Die Neuwahl des AR ergab die Wiederwahl von Dr. Willi Huber und Dr. Heinz Huber (beide Essen-Bredeney) und die Zuwahl von Dr. Borner-Berlin und Willi Mefferth-Essen sowie zweier Arbeitnehmervertreter. Das im Verhältnis 10:3,5 ungestellte AK der Gesellschaft beläuft sich auf 1 575 Mill. DM.

Der AR der Büsslng-Nutzkraftwagen G. m. b. H., Braunschweig, hat Dir. Otto C. Schurz zum Vorsitzer der Geschäftsführung und Dir. Karl Baur zum ordentlichen Geschäftsführer ernannt. Diplom-Ing. Gotthard Quarg wurde Prokura erteilt. Dir. Dr.-Ing. e. h. Willy Staniewicz ist aus der Geschäftsführung ausgeschieden und in den AR gewählt worden, Der bisherige Dir. Georg Filbert ist ebenfalls aus der Geschäftsführung ausgeschieden und in den Ruhestand getreten.