Als die deutschen Reiter vor Jahresfrist vom Internationalen Reitturnier in Rom nach Hause zurückkehrten, ließen hier viele "Pferdeleute" betrübt die Köpfe hängen. Hatte die deutsche Mannschaft auch tatsächlich schlecht abgeschnitten, so waren die harten Worte, die sie daheim zu hören bekamen, doch wohl ungerecht. In Helsinki, zwei Monate später, konnten sie mit gutem Recht ihre Kritiker auf die Kämpfe des nächsten Jahres vertrösten. Da würden sie ihren Gegnern schon zeigen, was eine Harke ist. Nun, sie haben Wort gehalten und die Scharte des Vorjahres ausgewetzt, und, ganz wie es sich gehört, natürlich in Rom. Vor einem auserlesenen, äußerst sachverständigen Publikum und im Kampfe mit der europäischen Reiter-Elite haben sie wieder den Anschluß an die internationale Spitzenklasse gewonnen, die sie einst so viele Jahre hindurch angeführt hatten. Wer hätte wohl vor Beginn der Kämpfe auf dem berühmten Reitergelände der Piazza di Siena zu hoffen gewagt, daß die deutschen Reiter sich mit vier Goldschleifen und mehreren ehrenvollen Plätzen an die zweite Stelle setzen und im Preis der Nationen hinter Italien und vor Frankreich und dem Sieger der Olympischen Spiele, England, rangieren würden? Dies war die Sensation von Rom. Das größte Lob gebührt dem schleswig-holsteinischen Bauernsohn Fritz Thiedemann, der am letzten Tage noch den "Preis der Sieger" gewann, zu dem nur solche Reiter und Reiterinnen zugelassen waren, die im Verlauf des XXII. Turniers einen ersten bis dritten Platz errungen hatten. Man wird fortan auf den ausländischen Turnierplätzen also mit den deutschen Reitern wieder zu rechnen haben.

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Das gleiche kann man allerdings von unseren Tennisspielern nicht sagen. Wenn Gottfried v. Cramm, der bislang unsern Anschluß an die internationale Klasse garantierte, nicht noch mit von der Partie wäre, hätten wir gewiß rein gar nichts mehr zu bestellen. Man kann dieses Versagen aber, im Gegensatz zu dem unserer Reiter im Vorjahre, nicht allein mit fehlender internationaler Kampferfahrung erklären. Der Grund liegt tiefer. Es zeigt sich hier einfach die alte Erfahrung, daß man Klassespieler im Tennis nicht heranbilden, quasi züchten kann (deshalb sollte man auch nicht allzu große Hoffnungen auf Cramms Tennisschule setzen). Klassespieler müssen geboren werden, und so bleibt uns nichts weiter übrig, als geduldig zu warten.

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Einen Glückwunsch gilt es einer sportlichen Gemeinschaft auszusprechen, die sich im Laufe der Jahrzehnte viele und große Verdienste erworben hat. Der Allgemeine Deutsche Automobil Club (ADAC) feiert am kommenden Sonntag sein goldenes Jubiläum. Mit seinen über 200 000 Mitgliedern ist er die weitaus größte Zusammenfassung aller Kraftfahrer, Freunde des Motorsportes und der Motorentouristik, und seiner Arbeit ist es nicht zum wenigsten zu verdanken, daß in Deutschland der Kraftwagen und das Motorrad eine so große und erstaunliche Entwicklung genommen haben. Daneben aber widmete sich der ADAC vornehmlich auch der Touristik, und was er auf diesem Gebiete geleistet hat, wird von keiner anderen motorsportlichen Gemeinschaft erreicht. Durch seine Zugehörigkeit zu den maßgeblichen internationalen Verbänden hat er die Möglichkeit, auch über die Grenzen Deutschlands hinaus zu wirken. W. K.