Gustav Dahrendorf, der Vorsitzende des Vorstandes des Zentralverbandes deutscher Konsumgenossenschaften, sprach sich anläßlich des Festaktes zum 50jährigen Jubiläum des Zentralverbandes, das in Hamburg gefeiert wurde, für den Grundsatz des freien Leistungswettbewerbs aus und setzte sich sehr für eine Weiterentwicklung der einheitlichen Konsumvereinsbewegung ein. Intensiv beschäftigte man sich mit dem § 8,4 des Genossenschaftsgesetzes. Dazu sagte Dahrendorf, daß dieser Paragraph ein Ausnahmegesetz gegen die Genossenschaften darstelle und es nicht Sache des Staates sein kann, ob die Genossenschaften sich auf den Kreis ihrer Mitglieder beschränken. Man will der künftigen Entwicklung keinesfalls tatenlos gegenüberstehen...

Die Bundesregierung hatte es sich nicht nehmen lassen, auf dieser Jubiläumstagung der Konsumgenossenschaften, deren Mitgliederzahl sich von 1,598 Mill. Ende 1951 auf 1,835 Ende des vergangenen Jahres erhöht hat, vertreten zu sein, während der Bundespräsident den Genossenschaften in einem herzlichen Gruß wort ihre starken und fruchtbaren Wirkungen als Erziehungsfaktor für den Verbraucher bescheinigte. Auch der DGB unterstrich seine Sympathie: er war mit dem gesamten Bundesvorstand anwesend. Unter den 500 Gästen befand sich eine stattliche Reihe Genossenschaftsvertreter aus zwölf europäischen Ländern. –zke