P., Djakarta, Ende April

Zwischen der deutschen Handelsdelegation und der indonesischen Regierung ist nach recht langwierigen Verhandlungen ein Handelsvertrag zustande gekommen, der hoffentlich von beiden Ländern ratifiziert wird. Die indonesische Regierung hat einen neuen Botschafter nach Bonn entsandt. Er wird gewiß feststellen, daß der Wunsch, zu mehr als zu einem Handelsvertrag zu kommen, in Deutschland lebhaft ist. Es wäre gut, wenn ein umfangreicherer Freundschaftsvertrag bald in Angriff genommen, würde, der auch das Niederlassungsrecht und ähnliche für die gegenseitige Geschäftsbelebung wichtige Themen behandelt. Beide Länder haben vieles, was sie miteinander verbindet, und Indonesien kann des Verständnisses von deutscher Seite in seiner jetzigen Lage gewiß sein.

Diese Lage hat sich außerordentlich seit Verkündung der indonesischen Freiheit im Jahre. 1945 in mancher Beziehung verschoben. Die Politik der Unabhängigkeit ist seinerzeit in erster Linie von Amerika unterstützt worden. Trotzdem zeigte die indonesische Presse, daß die Empfindungen gegen Amerika abgekühlt sind beim Abschied des um indonesische Befreiung so verdienten Botschafters Cockran.

Indonesien gehört zu den Unterzeichnern des Friedensvertrages mit Japan, wird aber erst mit der Ratifikation endgültig Partei des Vertrages. Die Ratifikation ist bisher nicht erfolgt, auch sind die Verhandlungen mit Japan nicht aufgenommen worden, die zur Regelung der Reparationsfragen im Vertrage vorgesehen sind. Andererseits sind die Einfuhren aus Japan in den letzten Jahren so groß gewesen, daß eine erhebliche Verschuldung gegenüber Japan ist.

Zur Zeit wünscht die indonesische Regierung die Abberufung der holländischen Militärmission, die auf Grund von Vereinbarungen aus dem Jahre 1949 in Indonesien besteht. Es ist aber eine offene Frage, welche andere Macht bereit wäre, eine Militärmission zur Verfügung zu stellen, die zur Ausbildung der leider nicht außerhalb der Politik stehenden Armee notwendig ist.