Das Zeitalter der Technik bescherte uns das Motel: ein Hotel für den Kraftfahrer. Es legt weniger Wert auf pittoreske Gegend, als Hotels in Erholungsorten, es liegt direkt an der Autobahn oder Landstraße, möglichst bequem für den müden Autofahrer, der schnell ein paar Stunden rasten will. Das Hotel der Zukunft jedoch sieht ganz anders aus. Es ist wieder romantisch und hat den Vorzug, weit fort von jeder Großstadt zu sein. Es ist von "Natur" konzentrisch umgeben und es nennt sich "Zotel": Zelt-Hotel. Im Ausland kennt man es schon gut. Es erfreut sich von Jahr zu Jahr größerer Beliebtheit. Es muß von einem modernen Rousseau erfunden sein, der "zurück zur Natur" und doch auf moderne Bequemlichkeit nicht verzichten wollte. Das Zotel also verbindet Naturnähe und Romantik mit Komfort und Billigkeit.

Das erste deutsche Zotel am Bodensee ist in diesem Jahr eröffnet worden. Es liegt zwischen Radolfzell und Konstanz, am Gnadensee. 25 verschiedenfarbige Zelte für zwei Personen stehen buntgewürfelt auf einer von hohen Hecken eingefaßten grünen Wiese, bereit, den Strom der Sommergäste zu empfangen. Die Zelte sind geräumig (1,80 m hoch, und 2,50 m breit), so daß zwei Feldbetten Platz haben und noch genügend Raum bleibt. Schlafsäcke und Decken laden zum traumlosen Schlaf in würziger Luft fern von jeder Stadt. Ein großes Wirtschaftszelt in der Nähe sorgt für das Essen. Für sportliche Betätigung stehen Fußbälle und Gummiringe und -matten für den See bereit. Der junge, unternehmungslustige "Zotelier" will es jedem Gast überlassen, für sein Frühstück selbst zu sorgen. Zahlreiche kleine Feuerstellen bei den Zelten ermöglichen es, mit bereitstehendem Brennholz oder mit Hilfe von Trockenspiritus schnell ein Feuer zu entfachen. Das Mittagessen soll in diesem Jahr noch in einer gemütlichen Landgaststätte im benachbarten Dorf eingenommen werden, während das Abendessen im Wirtschaftszelt bereitet wird. Selbstverständlich befindet sich Wasser genug auf dem Zeltplatz. Alle verhinderten Winnetous und Trapper werden hier finden, was sie suchen. W. H.