Das neue AK der Rheinischen Röhrenwerke AG, Mülheim (Ruhr), ist in einer aoHV am 8. 5. auf 92 Mill. DM – 20 v. H. des alten VSt-AK festgesetzt worden, so daß beim bevorstehenden Aktienumtausch auf eine 1000 RM/DM alte Stahlvereinsaktie anteilsmäßig 200 DM Rheinrohr-Aktie ausgegeben werden. Großaktionär des Unternehmens ist nach Genehmigung durch die Alliierten die Gattin des verstorbenen Fritz Thyssen, Frau Amelie Thyssen, die mehr als 50 v. H. des Rheinrohr-Kapitals im Zuge der Erbfolge und unter Einschaltung eines Zukaufs (der außerhalb der Börse erfolgt) auf sich vereinigt. Das Unternehmen, das nunmehr wieder privatwirtschaftlich geführt wird, hat im Geschäftsjahr 1951/52 (30. September) einen Wertumsatz von 539 Mill. DM und einen Mengenumsatz von 704 000 t erreicht, gegenüber 368 Mill. DM Umsatzwert 1950/51 bei 601 000 t Umsatz. Auch für die kommenden Monate rechnet das Unternehmen mit einer stetigen Entwicklung des Absatzes bei allerdings sinkenden Preisen. Die Verwaltung hofft dennoch, wie sie erklärte, ihr Investitionsprogramm für 1952/53 in der Größenordnung von etwa 50 Mill. DM auf der Selbstfinanzierungsbasis unter Zuhilfenahme des § 36 durchführen zu können. Dies wäre um so erfreulicher, weil Rheinrohr zu den unglücklichsten Entflechtungskonstruktionen gehört und alle Versuche, vor allem auch der Stahltreuhänder, dem Werk eine einigermaßen ausreichende Stahlbasis zu sichern, offenbar an den Konkurrenzeinsprüchen der alliierten Röhrenwerke gescheitert waren. Da weiter zu hören war, daß selbst in den günstigsten Verkaufsmonaten die Kapazität dieses größten europäischen Röhrenwerkes nur zu 65 bis 70 v. H ausgenutzt werden konnte – eben weil nicht genügend Stahlmaterial heranzuschaffen war –, so begründet sich der Investitionsplan der Verwaltung in doppelter Hinsicht. Eine eigene Stahlkapazität von monatlich 30 000 t wird zunächst angestrebt Auf die Dividendenaussichten angesprochen, verwies die Verwaltung auf ihre Baupläne und auf die Notwendigkeit, außerdem Reserven zu bilden, glaubt aber dennoch eine Dividende von etwa 5 v. H. anstreben zu können.

Rheinische Stahlwerke, Essen. In einer Verwaltungsmitteilung wird angekündigt, daß dieses Holding-Unternehmen noch im Laufe dieses Jahres seine DM-Umstellungsbilanz veröffentlichen und einen endgültigen Überblick über die Neuordnung geben werde. Die Verwaltung wolle das DM-Grundkapital so bemessen, daß in Zukunft wieder eine Dividende ausgeschüttet werden könne. Im Portefeuille von Rheinstahl lagen bei Beginn der Entflechtung 72 Mill. RM Aktien des Stahlvereins, 26 Mill. RM Aktien von IG Farben und 68 Mill. RM von Riebeck Mon tan. Außerdem sind im Portefeuille 140 Mill. DM Anteile der Arenberg-Bergbau GmbH, Essen, und neuerdings gegen Verrechnung von Stahlvereinsaktien 41 v. H. von 55,2 Mill. DM AK der ausgegliederten Maschinenbaugruppe des Stahl Vereins der Rheinstahl-Union Maschinen- und Stahlbau AG, Düsseldorf. Die Verwaltung teilt mit, daß im Wege des Vergleichen Rheinstahl 12,375 Mill. RM Aktien der Dynamit AG (rund 26 v. H. des AK) in Verrechnung gegen nom. 38 Mill. RM Riebeck Montan erhalten habe und der IG für den Fall der Wiedervereinigung Deutschlands auf die restlichen Riebeck-Aktien eine Option eingeräumt worden sei. Zur Zeit werde mit deutschen und alliierten Stellen darüber verhandelt, ob und auf welche Objekte der Restteil des Stahlvereinspaket konzentriert werden könnte. Hierzu erfahren wir von anderer Seite, daß zwei Objekte im Gespräch stehen, nämlich Hüttenwerk Phönix AG in Ruhrort-Meiderich und die August Thyssen-Hütte AG, Duisburg-Hamborn.

Düsseldorfer Drahtindustrie GmbH, Düsseldorf. Als kaufmännisches Vorstandsmitglied wird zum 1. Juli bei dieser Tochtergesellschaft der Nordwestdeutsche Hütten- und Bergwerksverein AG, Duisburg, (ex Klöckner) der Geschäftsführer der Gruppe Walzstahl der Wirtschaftsvereinigung Eisen und Stahl, Assessor Mommsen, eintreten. Er wird damit Nachfolger von Dir. Keller, der in den Vorstand des neuen Holding-Unternehmens der ausgegliederten Kruppschen Rheinhausen-Gruppe überwechselt.

Bankverein Bremen AG., Bremen. Der Gesamtumsatz der Bank stieg 1952 auf rund 948 Mill. DM gegenüber 847 Mill. DM in 1951. Die Bilanzsumme erhöhte sich auf 12,48 (1951 : 11,5 Mill. DM. Die Netto-Erträge an Zinsen und Provisionen einschließlich sonstiger Einnahmen stellen sich auf 0,85 (0,76) Mill. DM. Nach Zuführung von 29 045 DM an die Pensionsrückstellung und 16 350 DM Abschreibungen verbleibt ein Reingewinn (einschl. Vortrag) von 74 075 DM, aus dem 6 v. H. Dividende ausgeschüttet werden sollen. Die Bank hofft, auch im laufenden Jahr ein günstiges Ergebnis zu erzielen. In der Bilanz per 31. 12. 52 werden Kassenbestand und Guthaben bei Kreditinstituten mit 2,29 (3,31) Mill. sowie Schecks und Wechsel mit 2,69 (2,54) Mill. DM ausgewiesen. Der Wertpapierbestand erhöhte sich um 0,17 auf 0,24 Mill. DM. Die Ausgleichsforderungen haben sich mit 1,61 nur geringfügig verändert. Die kurzfristigen Ausleihungen (einschl. Importfinanzierung) stiegen um rund 1,55 auf 4,73 Mill., während die langfristigen Ausleihungen auf 0,11 Mill. DM zurückgingen. Auf der Passivseite erhöhten sich die Gesamteinlagen um rund 0,6 auf 10 Mill. DM.

Die Merkur AG, Nürnberg, einst Ende 1921 in Zwickau unter Zusammenfassung von 11 Kaufhäusern als Schocken Kom.-Ges. ?. A. gegründet, weist für 1952 einen Reingewinn von 0,67: (0,631) Mill. DM aus, aus dem wieder 6 v. H. Dividende auf 4,7755 Mill. DM AK ausgeschüttet werden. Der Rohüberschusses erhöhte sich auf 22,29 (13,25) Mill. DM. Dieses Ergebnis nennt die Verwaltung "den ersten verhältnismäßig normalen Ablauf" Das Geschäft wurde weiter ausgebaut. In Ingolstadt und Reutlingen wurden zwei neue Häuser erstellt und eröffnet und somit allmählich wieder ein Gleichgewicht zwischen Zentrale und Geschäften hergestellt. Dennoch verfügt dieser Warenhaus-Konzern noch nicht über die Hälfte der Vorkriegs-Verkaufsfläche. Die Zahl der Beschäftigten erhöhte sich von 2200 (1951 auf 2683 zu Ende des Geschäftsjahres. Die Anlagen sind nach 6,93 (4,42) Mill. DM Zugängen und 3,92 (2,59) Mill. DM Abschreibungen mit 8,65 (5,8) Mill. DM, Warenbestände mit 7,88 (7,79) Mill. DM aktiviert, andererseits Rückstellungen mit 9,69 (6,66) und Verbindlichkeiten mit 4,66 (4,27) Mill. DM passiviert. Mit 2,84 Mill. DM Bankguthaben ist das Unternehmen weiterhin sehr liquide. An Steuern werden, in der Ertragsrechnung 7,1 (3,72) Mill. DM ausgewiesen.

Internationale Galalith erhöhte Grundkapital auf 3. Mill. DM. Das Unternehmen schlägt der zum 6. Juni einberufenen HV vor, das Grundkapital von 2,1 Mill. DM um 1,1 Mill. DM herabzusetzen und anschließend durch Ausgabe neuer Aktien im Nennwert von 2 Mill. DM zum Kurse von 105 v. H. auf 3 Mill. DM zu erhöhen. Das gesetzliche Bezugsrecht der Aktionäre ist ausgeschlossen! die Kapitalerhöhung soll bereits für den Jahresabschluß 1952 als vollzogen berücksichtigt werden. Die Aktienmajorität liegt bei der Phoenix-Gummiwerke AG, Harburg Die Kapitaltransaktion soll die Grundlage dafür schaffen, daß sich die Gesellschaft mehr als bisher der Verarbeitung neuentwickelter Kunststoffe zuwendet.

Knorr-Bremse GmbH., München 13. Das Unternehmen wurde vor rund 50 Jahren in Berlin gegründet und erlangte durch den Bau seiner Druckluftbremsen Weltruf. Bereits 1903 erfolgte bei der damaligen Preußischen Staatsbahn die Einführung der Knorr-Einkammer-Schnellbremse, und 1917 wurde die erste durchgehende Druckluftbremse an die Bahn geliefert. 1930 kam mit der Hildebrand-Knorr-Bremse die neueste Bremsbauart zur Einführung. Heute sind die Erzeugnisse der Knorr-Bremse GmbH; bei der Deutschen Bundesbahn und bei den Bahnen Norwegens, Schwedens, Finnlands, Dänemarks, Hollands, der Schweiz, Österreichs, Griechenlands, der Türkei, Persiens, Argentiniens und u. a. Chiles in Güter-, Personen- und Schnellzügen längst zur Selbstverständlichkeit geworden. Auch auf dem Gebiet der Kraftwagenbremsen wurde von dem Unternehmen eine bahnbrechende Arbeit geleistet. Als 1945 das Werk in Berlin-Lichtenberg der sowjetischen Demontage zum Opfer fiel und anschließend in eine Sowjet-A.G. umgewandelt wurde, waren dem Unternehmen in der ehemaligen Reichshauptstadt alle Fabrikationsmöglichkeiten genommen worden, Nach der Wiederbeschaffung und der Rekonstruktion der Konstruktionsunterlagen, Modelle und Werkzeuge erfolgte schließlich 1949 die Wiederaufnahme einer bescheidenen Produktion in Ausweichbetrieben, bis die Knorr-Bremse GmbH. Ende 1952 in München neue Produktionsstätten beziehen und die Fertigung sowie die damit zusammenhängenden Forschungs- und Entwicklungsarbeiten aufnehmen konnte. Aus einem Nichts Ist das Unternehmen heute wieder zu einer der bedeutendsten Drucklufl-Bremsen-Fabriken Deutschlands und sogar des gesamten Kontinents geworden.