Die Kalle & Co. AG., Wiesbaden-Biebrich, eines der führenden Werke der Cellulose-Veredlung, zeigte auf der Technischen Messe in Hannover nicht nur „Cellophan“ und andere Kunststoff-Folien und „Ozalid“- Lichtpauspapiere, sondern hatte auch in der Chemie-Halle für ein weiteres Teilgebiet der Gesamtproduktion einen interessanten Beratungsstand eingerichtet. Hier kamen die Experten des Unternehmens zu Wort und berieten die Kollegen aus vielen anderen Industrien und Gewerben über die praktische Anwendung von „Tylose“ als Verdickungsmittel, Bindemittel, Dispergiermittel, Filmbildner und Schlichtemittel. Auf diesem Stand trat Kalle auch mit den neuen Lederhilfsmitteln „Rinase“ und „Batan“ an die Fachwelt heran.

Weitere Umsatzsteigerung bei den Siemens-Gesellschaften. Die HV der Siemens & Halske AG genehmigte für 1951/52 (30. 9.) 6 v. H. Dividende für alle Aktiengattungen, in den AR wurden gewählt: Dr. Hermann v. Siemens, München; Dr. Wolf-Dietrich v. Witzleben, München-, Bankdir. Hermann J. Abs. Frankfurt/M.: Baron Charles von Buxhöveden, Lausanne; Dr. Max Grasmann, München; Dr. Alfred Petersen, Frankfurt/M.; Oswald Rösler; Düsseldorf; Dr. Walter Schmidt, Düsseldorf; sowie 4 Vertreter der Arbeitnehmer. Wie der Vorsitzende des AR Hermann v. Siemens mitteilte, haben auch im neuen Geschäftsjahr 1952/53 Umsatz und Bestelleingang bisher durchaus befriedigt. Im ersten Halbjahr übertraf bei den beiden Siemens-Firmen (also auch Siemens-Schuckertwerke) der Gesamtumsatz den Vergleichsabschnitt des Vorjahres um 10 v. H., wobei das Inlandgeschäft sich wiederum ruhiger entwickelte. Der Auslandumsatz lag dagegen bei beiden Firmen um etwa 20 v. H. über den Vergleichszeiträumen des Vorjahres. Darunter ist ein Auftrag aus Venezuela zur Errichtung eines Fernsprechnetzes in Höhe von fast 100 Mill. DM, den die Firma zusammen mit dem Albis-Werk in Zürich erhalten hat. Die weiteren Aussichten seien bei der Unsicherheit der internationalen Konjunktur mit einer gewissen Vorsicht zu beurteilen Die HV der Siemens-Schuckertwerke AG beschloß, für 1951/52 130 9.) eine Dividende von 5 v. H. auszuzahlen. Der neugewählte AR besteht aus: Dr. Hermann v Siemens, München; Dr. Wolf-Dietrich v. Witzleben, München; Kommerzienrat Dr. Karl Butzengeiger, München; Egmont von Dewitz, Junkersdorf; Dr. Karl-Max v. Hollingrath, München; Dr. Günther Henle, Duisburg; Oscar R. Henschen, Kassel; Dr. Alfred Petersen, Frankfurt/M.: sowie vier Vertreter der Arbeitnehmer.

Die Landwirtschaftliche Rentenbank, Frankfurt/M., das Spitzeninstitut des Agrarkredites in der Bundesrepublik, hat auch 1952 ihr Geschäftsvolumen weiter ausgedehnt. Das kommt insbesondere zum Ausdruck in der Erhöhung der Bilanzsumme auf 442,7 (1951: 367,2) Mill. DM und noch deutlicher in der Zunahme der Indossamentsverbindlichkeiten (aus weitergegebenen Wechseln) auf rd. 688 Mill. DM gegenüber rd 674 Mill. DM im Jahr zuvor. Die liquiden Mittel, sind zu Ende 1952 mit 68,88 (53,85) Mill. DM ausgewiesen, denen kurz- und mittelfristige Verbindlichkeiten in Höhe von 56,64 (44,34) Mill. DM gegenüberstehen. Die Akzeptverbindlichkeiten sind von 11,3 Mill DM auf 2,1 Mill. DM zurückgegangen. Der 1952 bei Gesamterträge von 6,23 (3,33) Mill. DM und 0,90 (0,59) Abschreibungen, sowie nach Zuweisung von 0,43 Mill. DM an die Rücklagen (i. V. 0,35 Mill. DM an die Sammelwertberichtigung) ausgewiesene Jahresgewinn von 2,075 (0,95) Mill. DM wird mit 0,28 Mill. DM einer getrennten Sonderrücklage zur Sicherung der Inhaber der 4prozentigen Ablösungsschuldverschreibungen und mit dem Rest von 1,79 (0,95) Mill. DM der Hauptrücklage zugewiesen. – Wählend 1951 ERP-Zuteilungen für die Landwirtschaft nicht erfolgten, sind 1952 zwei größer- ERP-Kreditaktionen, nämlich das Notstandsprogramm für die „bunten Zonen“ und das 45-Mill -DM-Programm angelaufen. Von dem 45-Mill.-DM-Programm, an dem die Kreditanstalt für Wiederaufbau mit rd. 6,6 Mill. DM unmittelbar teilnahm, sind die restlichen 38,4 Mill. DM etwa zur Hälfte über die Deutsche Genossenschaftskasse und über die Ldw. Rentenbank geleitet worden. Aus Eigenmitteln hat die Ldw Rentenbank im Berichtsjahr insgesamt 44,06 (1951: 30,2) Mill. DM als mittel- und langfristige Produktionskredite der Landwirtschaft zur Verfügung gestellt. – Nach der inzwischen erfolgten Genehmigung seitens der Bundesregierung legt nunmehr die Ldw. Rentenbank eine 7 1/2prozentige Schuldverschreibungsanleihe (Landwirtschaftsbriefe) im Nennbetrag von 20 Mill. DM zum Zeichnungspreis von 98 v. H., fällig zur Rückzahlung am 1. 12 1958 und bis dahin unkündbar, auf. Die Zinsen für die Schuldverschreibungen unterliegen auf Grund des Ersten Kapitalmarktförderungsgesetzes einer Kapitalertragssteuer von 30 v H.; damit ist die Einkommensteuer oder die Körperschaftsteuer, ferner die Gewerbeertragssteuer und das Notopfer Berlin abgegolten. Bei Festlegung auf 3 Jahre können Ersterwerber im Rahmen des § 10 EStG (steuerbegünstigte! Kapitalansammlungsvertrag) die Zeichnungsbeträge vom steuerpflichtigen Einkommen absetzen. Unter Berücksichtigung des Zeichnungspreises und der Laufzeit stellt sich die Nettoverzinsung der Anleihe auf 5,66 v. H.

Die HV der Rosenthal-Porzellan AG, Selb/Bayern, beschloß, für 1952 eine auf 6 (1951: 51 v H erhöhte Dividende auf 7,2 Mill. DM Stammaktien zu verteilen. Bei einem Rohertrag von 18,71 (17,34) Mill. DM und 0,86 (1,08) Mill. DM Anlageabschreibungen verblieb ein Reingewinn von 0,40 Mill. DM, der sich um den Vortrag auf 0,48 Mill. DM erhöht. Der Gesamtumsatz lag im Berichtsjahr rd 10 v. H. über dem Vorjahr, der Exportanteil betrug im Durchschnitt der Werke 35 V. H des Gesamtumsatzes. Die Tochtergesellschaften, darunter die Krister-Porzellan-Manufaktur in Landstuhl (Rheinpfalz) und die Porzellanfabrik Waldershof AG in Waldershof, haben die Produktion wieder aufgenommen bzw. konnten ihren Umsatz und Ertrag gegenüber dem Vorjahr steigern. Die Rosenthal Isolatoren GmbH, Selb (Beteiligung 50 v. H. an 3 Mill. DM StK), arbeitete 1952 mit Gewinn. Aus der Bilanz zum 31. 12. 1952 (in Mill. DM) Anlagevermögen 9,19 (9,11), Umlaufvermögen 13.98 (13,32), arunter 6,16 (5,95) Vorräte, andererseits Verbindlichkeiten 2,81 (3,05), Rückstellungen 5,93 (5.16) Rücklagen, nur 6,13. In den neugewählten AR wurden wieder gewählt: Max Geiger, München; Dr. Karl Geiler, Heidelberg; Maria Gräfin de Beurges, Berg (Starnberger See); Dr. Carl Krämer, Moosburg; Dr. Rudolf C. Krell, Trostberg (Obb.); und Dr. Adalbert Zöllner, München; sowie 3 Belegschaftsvertreter.

Der AR der Demag AG (Deutsche Maschinenbau-Unternehmungen AG), Duisburg, hat den Abschluß für 1952 verabschiedet. Der zum 19. Juni einberufenen HV wird vorgeschlagen, für 1952 aus dem ausgewiesenen Reingewinn von 3,13 Mill. DM, der sich um den Vortrag auf 3,18 Mill. DM erhöht, eine auf 7 (1950 : 5. 1951: 6) v. H. erhöhte Dividende auf 42,4 Mill. DM Grundkapital zu verteilen. Die Belegschaft der Demag erhält eine Arbeitserfolgsprämie von ebenfalls 7 v. H des Jahresbruttoverdienstes (das sind id. 2,6 Mill. DM) ausbezahlt. Umsatz und Produktion übertrafen das vorangegangene Jahr etwa um die Hälfte. Die vorliegenden Aufträge, insbesondere in der Hauptabteilung Hüttenbau, sichern die Beschäftigung bis in das Jahr 1954 hinein. Der Auftragseingang im Serien-Maschinenbau ist allerdings bereits seit 1952 rückläufig. Auch im Schwermaschinenbau haben sich 1953 Schrumpfungstendenzen bemerkbar gemacht, vor allem im Export, wo die Gesellschaft im scharfen Wettbewerb mit der ausländischen Konkurrenz steht.