In München wird vom 20. Juni bis zum 11. Oktober die Deutsche Verkehrsausstellung 1953 stattfinden. Sie ist eine Vierteljahrhundertschau, die die Tradition der Deutschen Verkehrsausstellung 1925 aufnimmt. Damals wurden, ebenfalls im Münchner Ausstellungspark, drei Millionen Besucher gezählt. Das Ausstellungsgelände umfaßt 560 000 qm. In 14 Hallen wird ein Überblick über alle Gebiete des modernen Verkehrs gegeben werden: Bahn-, Straßen-, Wasser- und Luftverkehr, Post- und Fernmeldewesen, öffentliche Verkehrsmittel und Fremdenverkehr. Auch Teilanlagen des Flugplatzes München-Riem sollen in die Ausstellung einbezogen werden. Das Projekt der Einschienenbahn wird ebensowenig fehlen wie das der Raumschiffahrt.

Die Bundesbahn wird auf 2000 m Gleisanlagen über 50 Fahrzeuge ausstellen: das Modernste an Personen- und Triebwagen sowie Lokomotiven Die Ausstellungsbesucher werden daher Gelegenheit haben, die neuesten Schnellzugslokomotiven selbst in Bewegung zu setzen und einige hundert Meter weit zu fahren. Die neuzeitlichste Diesellokomotive wird jedoch die Bundespost zeigen: sie läuft in der Mitte, nicht am Ende des künftigen Postsonderzuges und ist eine noch geheimgehaltene Überraschung der Ausstellung. Die Abteilung Luftverkehr wird einen Überblick über die große Vergangenheit der Lufthansa geben und mit den Plenen der neuen deutschen Luftverkehrsgesellschaft vertraut machen. Ein besonderer Anziehungspunkt dürfte ein vollautomatisches Modell des Rhein-Main-Flughafens mit startenden und landenden Maschinen werden. Auch die neuesten deutschen Straßenbahnwagen und Omnibusse werden vertreten sein. Sie können sogar zu Versuchsfahrten im Münchner Verkehrsnetz eingesetzt werden.

Die Verkehrsausstellung soll keine Messe sein. Auf dem Gebiet des Automobilbaues wird man z. B. Einzelfirmen nicht finden; in Gemeinschaftsarbeit vieler Unternehmen sollen jeweils die entsprechenden Typen, z. B. Sportwagen, zusammen gezeigt werden. – Einige Tage lang wird sich die Verkehrsausstellung mit dem traditionellen Oktoberfest überschneiden. Das dürfte wohl kaum hinderlich sein und sich sicher gut auswirken, denn die beiden Veranstaltungen sind benachbart. Man ist daher auch schon dabei, zahlreiche Restaurants und Weinstuben, ja, sogar Milchbars, entstehen zu lassen. H. P. L.