Geiger und Maiss

Der Bundespräsident hat die Professoren Maiss und Geiger zu Senatspräsidenten am Bundesgerichtshof ernannt. Geiger ist gleichzeitig Mitglied des II. Senats des Bundesverfassungsgerichts. Er ist im Dezember vorigen Jahres mit einer Kritik an dem Plenarbeschluß des Bundesverfassungsgerichts hervorgetreten, durch den festgelegt wurde, daß beide Senate in Zukunft an etwa vorgängig erstattete Gutachten des Gerichtes gebunden sein sollen. Wie erinnerlich, hatte der Bundespräsident nach dem Plenarbeschluß des Bundesverfassungsgerichts seinen Antrag auf ein Gutachten zurückgezogen.

Wohleb war nicht dabei

Im Südbadischen gab es einige Aufregung, weil der frühere Staatspräsident des Landes, der jetzige deutsche Botschafter in Lissabon, Leo Wohleb, zu der Feier anläßlich der Übergabe der Stadt Kehl in deutsche Verwaltung nicht eingeladen war. In ihrem Wesen einander nicht so fern, sind Reinhold Maier und Leo Wohleb durch die Politik Antipoden geworden. Wohleb kann es auch in Lissabon nicht verschmerzen, daß die Badener nun halbe Württemberger sein sollen. Maier freut sich des Zugewinsts. Als nun der Botschafter letzthin in Deutschland war, meinte er, er werde weiter für die Wiederherstellung Badens kämpfen. Darüber ärgerte sich der Ministerpräsident in Stuttgart, denn ein Botschafter solle sich nicht zu innerpolitischen Fragen äußern, wenn er in seiner Heimat zu Besuch weilt. Ergo ward Wohleb von Regie? rungsseite nicht nach Kehl eingeladen, und darüber ärgert man sich wieder in Freiburg. Ganz ohne Ärger geht es eben auch bei einer Sache nicht, an der sich sonst so viele gefreut haben.

Doktrinär zum Philosophen befördert

Pastor Niemöller hat nach seinem Besuch bei Judin, dem neuen politischen Berater des Generals Tschuikow, erklärt, die Unterhaltung sei in einer guten Atmosphäre verlaufen. Er charakterisierte Judin als einen Philosophen, während sein Vorgänger Semjonow der Typ eines Diplomaten gewesen sei.

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