H. G., Beirut, im Mai

Im arabischen Raum besteht nach wie vor ein sehr starker Bedarf an Baustoffen. Bis Mitte 1952 beteiligten sich auch die westdeutschen Produzenten schlecht und recht an diesem laufenden Geschäft. Dann setzte der Ostblock mit einem starken Angebot ein, und die westlichen Länder fielen stark ab. Besonders Saudi-Arabien und Kuweit sind große Abnehmer. Die sowjetische DIA in Berlin bot Preise, gegen die der Westen nicht mehr aufkam. Im Ringen um die Positionen suchten nun westdeutsche Exporteure Kontakt mit dem Osten.

Zunächst gelang es einigen westdeutschen Exporteuren, ostdeutschen Zement abzusetzen. Der Preis lag bei 91 Sh. je Tonne, fob deutscher Hafen. Mancher westdeutsche Exporteur freute sich seiner Beziehungen zum Osten...

Doch war diese Freude nicht von langer Dauer. Bald mußten die westdeutschen Exporteure feststellen, daß sie für ihren ostdeutschen Zement im arabischen Raum keine Abnehmer mehr fanden. Der Bedarf ist jedoch der gleiche geblieben. Aber das Gebot änderte sich. Die westdeutschen Exporteure bieten immer noch auf der ihnen von der sowjetzonalen DIA gegebenen Preisbasis von 91 Sh. je Tonne an, während holländische Firmen denselben ostdeutschen Zement bereits zu 88 oder 89 Sh. anbieten und natürlich das Rennen machen.