Fünfzig Jahre Griesheim-Autogen. An der Feier des 50jährigen Jubiläums des Werkes Griesheim-Autogen, der vor einem Jahr als Tochtergesellschaft der Farbwerke Hoechst AG in der Knapsack-Griesheim AG zusammengefaßten Neugründung (im Zuge der Entflechtung der IG-Farbenindustrie AG i. L.), nahmen außer den 800 Betriebsmitgliedern viele Gäste aus dem In- und Ausland teil. Dipl.-Ing. Oskar Nissen, Werksleiter des Werkes Griesheim-Autogen und Vorstandsmitglied der Knapsack-Griesheim AG, würdigte die bahnbrechenden Arbeiten des Gründers der Firma Griesheim-Elektron, Dr. Ernst Wiss, auf dem Gebiete der Schweißtechnik. Im Namen der ausländischen Gäste fand der Generaldirektor der Air Liquide, Paris, E. Deschars, anerkennende Worte für die Leistungen der deutschen Industrie, insbesondere im Hinblick auf den heute zu feiernden Jubilar. Diese Würdigung war deshalb besonders eindrucksvoll, weil E. Deschars mit dem Werk Griesheim-Autogen bereits seit 1907 in Verbindung steht. Bürgermeister Dr. Leiske überbrachte die Glückwünsche der Stadt Frankfurt und Dr. Peter Bartmann, Präsident der Industrie- und Handelskammer Frankfurt/M., konnte aus dem Schatz seiner persönlichen Erinnerungen von dem Aufbau, Aufstieg, dem Zusammenbruch des 1945 fast gänzlich demontierten Werkes und von seinem damals nicht voraussehbaren unvergleichlich raschen Wiederaufbau zu seiner heutigen Größe und wiedererrungenen Weltgeltung berichten. Die Feier war ein eindrucksvoller Beweis für die Leistung, die aus der Zusammenarbeit eines erfinderischen Geistes mit der Tatkraft einer zum Einsatz entschlossenen Belegschaft zum Nutzen einer größeren Gemeinschaft erreicht werden kann

Hohe Investierungen bei der Schieß AG. Die Schieß AG, Werkzeugmaschinenfabrik in Düsseldorf, die beabsichtigt, für das Geschäftsjahr 1952 erstmals seit Kriegsende die Dividendenzahlung mit 6 v. H. auf 12 Mill. DM Grundkapital (1:1 umgestellt) aufzunehmen, hat jetzt den Geschäftsbericht 1952 vorgelegt. Bei einem gegenüber dem Vorjahr nahezu 2 1/2-fachen Rohertrag von 15,60 (6,12) – alle Werte in Mill. DM – und 1,69 (1,27) Anlageabschreibungen wird ein Reingewinn von 0.68 (1,37) ausgewiesen, der sich um den Vortrag auf 0,79 erhöht. Der vorjährige Reingewinn wurde mit 1,27 zum Ausgleich des Verlustvortrages aus den vorangegangenen Jahren verwendet. Die Gesellschaft hat sich bereiterklärt, der Belegschaft in Zukunft den gleichen Satz wie den Aktionären auf die Jahreslohn- und Gehaltssumme zu zahlen. Für 1952 sollen 4 v. H. sofort ausgezahlt und 2 v. H. für evtl. dividendenlose Jahre zurückgestellt werden. Die Umsätze sind abermals erheblich gestiegen, der Exportanteil erreichte etwa 60 v. H. Der lebhafte Auftragseingang, der auch in erheblichem Umfange zur Heranziehung von Unterlieferanten geführt hat, sichert dem Unternehmen, vor allem im Werkzeugmaschinenbau, über 1953 hinaus volle Beschäftigung. Anfang 1953 wurde die American Schiess Corp. mit Sitz in New York und Zweigwerken in Pittsburgh und Stanford gegründet. Das Kapital von 250 000 $ ist voll im Besitz der Düsseldorfer Schiess AG. Die amerikanische Tochter soll den technischen Dienst für Maschinenlieferungen nach den USA und Kanada übernehmen.

Das Rheinisch-Westfälische Elektrizitätswerk AG, Essen, hat im Anschluß an ihre oHV einen umfangreichen und mit wieder sehr guten Statistiken ausgestatteten Betriebsbericht und ihren Sozialbericht für die Gesamtbelegschaft vorgelegt. Die RWE-Belegschaft zählt 10 851 Mitarbeiter, wovon 114 bereits 40 und mehr Jahre zum Werk gehören, 1062 zwischen 30 und 40 Jahre, 1292 zwischen 25 bis 30 Jahre und 1020 zwischen 20 und 25 Jahre RWE-Angehörige sind. Mehr als 20 Jahre sind somit 32,2 v. H. der Belegschaft im Unternehmen. Hinzu kommen 2573 inaktive RWE-Angehörige, so daß mit ihren Familienangehörigen heute rund 33 000 Menschen von der gegenwärtigen oder ehemaligen Arbeit im Unternehmen leben. Im Betriebsbericht wird angegeben, daß das RWE-Belieferungsgebiet 29 470 qkm groß ist und 7,32 Millionen Einwohner zählt (zum Vergleich: Belgien 30 440 qkm und 8,25 Millionen Einwohner). 3093 Gemeinden, 19 Stadtkreise, 65 Landkreise und 13 Großstädte sind dem Versorgungsnetz angeschlossen.

Der Rheinische Sparkassen- und Giroverband, Düsseldorf, berichtet über 1952, daß die Giroeinlagen bei den rheinischen Sparkassen um 216,2 Mill. auf 1043,6 Mill. DM und die Spareinlagen um 299,5 Mill. auf 975,6 Mill. DM angewachsen sind. Die Gesamteinlagen des Verbandes betragen nach einem Zugang von 515,7 Mill. nunmehr 2 019,2 Mill. DM. Auf der Jahrestagung wurde von Präsident Butschkau festgestellt, daß das Kapitalmarktförderungsgesetz nicht die erhofften Wirkungen gebracht habe, daß sich dagegen ein bis dahin nicht vorhandener Schwarzmarkt bildete und gefordert werden müsse, das Kapitalmarktförderungsgesetz und die Freigabe des Kapitalmarktzinses aufzuheben.

Die Rheinisch-Westfälische Boden-Creditbank, Köln, konnte 1952 das Geschäftsvolumen nochmals ausdehnen. Der weitaus überwiegende Teil der verkauften Pfandbriefe und Kommunalschuldverschreibungen wurde allerdings wiederum von den öffentlichen Kapitalsammelstellen übernommen, während die private Kapitalbildung, soweit sie langfristige Anlage in festverzinslichen Werten suchte, noch immer klein blieb. Von den seit der Währungsreform zur Verfügung gestellten Hypotheken waren rund 89 v. H. für den Wohnungsbau bestimmt. An Emissionen wurden bisher insgesamt für 70 Mill. DM 5prozentige Hypothekenpfandbriefe und für 15 Mill. DM 5prozentige Kommunalschuldverschreibungen von der Zulassungsstelle genehmigt.

Das Mannheimer Bankhaus Bensel & Co., dessen Geschäftsräume während des Krieges den Bomben zum Opfer gefallen waren, konnte jetzt ein neues und bedeutend erweitertes Bankgebäude seiner Bestimmung übergeben.

Der AR der Dortmunder Union-Brauerei AG. hat beschlossen, die nächste HV zum 10. Juni einzuberufen. Es wird die Ausschüttung einer Dividende von 5 v. H. vorgeschlagen. Auch 1952 wurde eine erhebliche Steigerung des Faß- und Flaschenbierausstoßes erreicht, so daß die Union-Brauerei nach wie vor die größte deutsche Braustätte ist.