Die Sowjets stehen am Pazifik und beherrschen die Ostseeküste von Porkkala bis Lübeck. Armee, Flotte und Luftwaffe arbeiten an einem Festungssystem, das die gesamte im sowjetischen Machtbereich liegende Küste der Ostsee zu einem Wall verbinden soll. Der Finnland abgenommene Seestützpunkt Porkkala-Udd soll zusammen mit dem gegenüberliegenden estnischen Reval den Eingang zum Finnischen Meerbusen schützen. Das Schärengebiet ist zu beiden Seiten vermint, die Hoheitsgewässer wurden auf zwölf Seemeilen ausgedehnt. Kronstadt und Leningrad dienen als Versorgungsbasen.

Zwei Seefliegerhorste vor Reval und auf den nahen Pakri-Inseln üben Kontrolldienste aus. Die Inseln Dago und Ösel sind mit allen modernen Land-, Wasser- und Luftwaffen ausgerüstet. Im Rigaer Meerbusen liegen zehn sowjetische Zerstörer, einige U-Boote und zwei neue Kreuzer. Das sowjetische Oberkommando hat Zwischen Windau, Libau und Memel eine ganze Reihe von Raketenbasen errichtet. Sie bilden die nördliche Fortsetzung gleichartiger Anlagen in Rügen, Peenemünde und Nordpommern. Alle Befestigungen sind ausschließlich mit russischem Personal besetzt.

Das Hafengelände von Memel ist kilometerlang abgesperrt. Die Stadt ist ein wichtiger Stützpunkt der Roten Flotte, vor allem für U-Boote. Der Flughafen wurde erheblich erweitert. Westlich Heidekrug, bei Prökuls, in Sandkrug, ferner auf der Kurischen Nehrung und südlich von Nimmersatt sind Abschußbasen für V-Waffen angelegt worden. Am Kurischen Haff liegen mehrere große Seefliegerhorste. Das ganze Gebiet untersteht dem sowjetischen MWD.

Im Samland sind die Orte Palmnicken, Brüsterort, Neukuhren und Bad Cranz große Heerlager geworden. Radareinrichtungen auf der Frischen Nehrung und Funkbunker bei Neuhäuser und Fischhausen lassen auf die Entstehung eines großen Luftstützpunktes schließen. Pillau ist Operationsbasis für Torpedoboote, Minenleger und Zerstörer. Königsberg hat mit seinen wieder instand gesetzten Werken die Funktion eines Versorgungspunktes übernommen. Neue Zubringerindustrien in der Umgebung der Stadt arbeiten nur für die Kriegswerften. Torpedojäger liegen auf den Helligen.

Schwerpunkt des 500 Kilometer langen Küstenabschnitts ist die Dreistadt Danzig-Gdingen-Zoppot. Polnischer Marinechef ist der sowjetische Admiral Tscherokow, der die polnische Flotte nach gründlicher Reorganisation fest in die russische einbaute. Das Offizierskorps ist stark mit Sowjets durchsetzt. In der Putziger Wiek sind sowjetische Kreuzer der Kyra-Klasse stationiert, auf der Elbinger Schichau-Werft werden Torpedoboote modernisiert und die neuen Tragflächenboote gebaut, die Schnellbooten gleichen.

Die sieben Hafenbecken von Gdingen sind repariert worden. Im Freihafenbezirk liegen Zerstörerflottillen, im Innenhafen Räumboote, auf der Westernplatte Vorpostenboote mit Vierlingsflak, und vor Neufahrwasser übt die Marineartillerie. Gdingen ist auch der Heimathafen der Hochseeflotte.

Der Kolberger Hafen ist noch stark zerstört. Heereseinheiten befinden sich auf dem Übungsplatz Groß-Born, am Leba-See entstehen Bauten der Marineluftwaffe. Im Zuge der Küstenbefestigungen werden von Einheiten der Organisation "Dienst an Polen" MG-Nester und Schützengräben und Minenfelder angelegt.