Bei der Landesversammlung der Bayernpartei, die am Wochenende in Passau stattfand, unterlag der bisherige Landesvorsitzende Dr. Jakob Fischbacher mit 137 gegen 187 Stimmen gegen den bisherigen Generalsekretär der Partei, Dr. Anton Besold. Sensationell wirkte dabei das Auftreten des Vorsitzenden des Haushaltausschusses des Bayerischen Landtags, Dr. Lacherbauer. Erst von Passau aus hatte er dem Ministerpräsidenten Hans Ehard telegrafisch seinen Austritt aus der CSU und seinen Eintritt in die Bayernpartei mitgeteilt.

Die Landesversammlung fand in den gleichen Sälen statt, in denen die Bayernpartei vor den Bundestagswahlen 1949 verkündet hatte: „Wir wollen Rebellen sein gegen den Bund.“ Diesmal jedoch erklärte der neugewählte Vorsitzende Besold: „Eine künftige Regierung Adenauers wird an der Bayernpartei nicht scheitern!“ Die Bayernpartei, sagte er, sei stolz darauf, daß ihre Bundestagsabgeordneten zu den Erfolgen des Kabinetts Adenauer beigetragen hätten. Scharf wurde die SPD angegriffen: „Bei den Bundestagswahlen“, sagte Besold, „muß sich die ganze politische Stoßkraft gegen: links richten.“ Nicht minder scharf abergriff die Landesversammlung die CSU an, deren Zusammenarbeit mit der SPD ein Unglück für Bayern sei.

Nach diesen starken Worten der Bayernpartei müssen die Bemühungen Hundhammers, „den verlorenen Sohn in die CSU zurückzuführen“, als gescheitert betrachtet werden. Dies um so mehr, als auf der Landes Versammlung der Bayernpartei scharfe Angriffe auf den Klerus gestartet wurden. Ja, Dr. Lacherbauer begründete seinen Austritt aus der CSU sogar direkt mit dem „wachsenden klerikalen Einfluß“ in dieser Partei. H. P. L.