DIE ZEIT

Tafts Antwort

Während die Vorbereitungen zur Konferenz der drei westlichen Großmächte auf den Bermudas schon im Gange sind, hat der republikanische Senator Taft, der wichtigste Mann der USA nach dem Präsidenten selbst, eine Rede voll von Skepsis gegen die UNO und gegen die Alliierten Amerikas gehalten.

Die letzte Monarchie

Die letzte Monarchie hat am Tage der Krönung von Elizabeth II. ihr Fest gefeiert. Rings um die britische Monarchie hausen im englisch-niederländisch-skandinavischen Grenzgürtel Europas die letzten Könige der Welt (sechs von den sieben, die es in Europa noch gibt).

Ollenhauer und die Frauen

Das Chaos im Familienrecht, das entstanden ist, seitdem auf Grund des Artikels 117 des Grundaußer Kraft getreten sind, die der Gleichberechtigung von Mann und Frau widersprechen, geht heute allen Leuten, in erster Linie den besonders betroffenen Frauen auf die Nerven.

Moskaus Uhr geht nach

Semjonow, der als Berater abtrat, kam zurück als Hoher Kommissar. Aber für die Bevölkerung der Ostzone ist es nahezu gleichgültig, ob sich die sowjetische Verwaltung als Militäradministration, Kontrollkommission oder – jetzt zum ersten Male – Hohe Kommission bezeichnet.

Ost-West-Handel versickert

Die Ost-West-Handelskonferenz der ECE (Europäische Wirtschafts Kommission der UNO) in Genf war ein bescheidener Versuch, die von dem einst mächtigen Strom des Ost-West-Handels noch übriggebliebenen Rinnsale zu erhalten und ihnen, wo möglich, etwas neues Wasser zuzuführen.

Geharnischte Bayernpartei

Bei der Landesversammlung der Bayernpartei, die am Wochenende in Passau stattfand, unterlag der bisherige Landesvorsitzende Dr.

Tagebuch der Zeit: Sorgen in Asien

Unmittelbar nach der Rückkehr von einer dreiwöchigen „Blitzreise“, auf der Foster Dulles Ägypten, Israel, Jordanien, Syrien, Libanon, den Irak, Saudi-Arabien, Indien, Pakistan, die Türkei, Griechenland und Lybien besuchte, hat der amerikanische Außenminister einen ersten Bericht über seine Eindrücke gegeben.

Der mythische Stalin

Der abessinische Diplomat Seyoum Sebhat, der längere Zeit in Moskau war, schreibt in der New Yorker Saturday Evening Post „Der Tod Stalins hat nur dessen physische Erscheinung verschwinden lassen.

Späte Einsicht der Faschisten

So geräuschvoll der Auftakt zu den italienischen Wahlen war, die am Sonntag stattfinden, so scheint doch der Elan von 1948 nicht erreicht zu werden.

ZEITSPIEGEL

Der sowjetischen Kontrollkommission ist nach einer Information des Berliner Korrespondenten der Londoner Sunday Times vergangene Woche ein Memorandum aus Moskau zugegangen, das die letzten Aktionen der Ostzonen-Führer rügt.

Syngman Rhees schwerste Stunde

Der achtundsiebzigjährige Staatspräsident Südkoreas, Syngman Rhee, befindet sich in einer tragischen Lage. Seit seinem zwanzigsten Lebensjahr, seit 1895, hat er für die Unabhängigkeit seines Landes gekämpft und mehr noch gelitten – und in dem Augenblick, in dem sich der Sinn seines Lebens zu vollenden scheint, droht er für immer zu entschwinden und in der endgültigen Teilung seines Landes unterzugehen.

Streit um des Kaisers Bart

Eigentlich haben die Russen recht: im Falle Österreich gibt es nichts mehr zu verhandeln. Die „Prawda“ selbst hat ja gesagt, daß schon eine „fast völlige Übereinstimmung“ über den Staatsvertrag erzielt worden sei.

Menschenferne, Menschlichkeit

Noch liegt ein Geheimnis über der Neuigkeit, vorerst ein Geheimnis technischer Natur. Kein Instrument spiele hier, so sagte Herbert Eimert, um Irrtümern vorzubeugen.

Gegenüber dem Finanzamt

Kurz vor vier Uhr stellte Herr Ehlert sich am Schaufenster des Fischgeschäftes auf und wartete. Er betrachtete die eingetrockneten Augen der lücklinge, die milchig erstarrten der Dorsche und lang romantischen Vorstellungen von gefesselter Kraft nach beim Anblick der zwiefach gewickelten Drähte, die einem großen Hummer die Scheren banden.

Pommern-Treffen

Aristoteles war’s, der den Menschen zuerst als Zoon politikon, als „Gemeinschaftswesen“, definierte: jeder sei auf den Mitmenschen angewiesen, keiner lebe für sich allein.

Der Frevel der gespaltenen Christenheit

Paul Schütz, der Hamburger Theologe und Philosoph, der vor einem Jahr seine Ämter als Hauptpastor und Hochschulprofessor niederlegte, da er nur noch die altchristlichen Symbole anerkennen kann, erhielt soeben einen Forschungsauftrag von der neugegründeten Hamburger „Klopstock-Stiftung“.

Dirigentenkrise in Bayreuth

Acht Wochen, bevor in Bayreuth die Fanfaren wieder zum Festspiel auf dem Grünen Hügel rufen sollen, wurde die Öffentlichkeit durch einen Dirigentenwechsel an entscheidender Stelle überrascht.

Endlich in Paris

Über das Pfingsttreffen deutscher und französischer Schriftsteller in Paris haben bereits mehrere der deutschen Teilnehmer an anderer Stelle berichtet (Rudolf Hagelstange in der „Neuen Zeitung“, Rudolf Krämer-Badoni in der „Welt“ und Hans Egon Holthusen in der „Süddeutschen Zeitung).

Akademisches, allzu Akademisches

Der grüne, goldbestückte Frack der vierzig Männer, aus denen die „Académie française“ besteht, ist in dem so unfeierlich gewordenen Frankreich Anlaß für mancherlei fröhlichen Spott.

Zu nah an der Wirklichkeit

Auf das Selbst- und Zwiegespräch zweier Menschen ist der neue Roman von Heinrich Böll – Und sagte kein einziges Wort (bei Kiepenheuer und Witsch, Köln) aufgebaut: auf das Gespräch eines Mannes und das einer Frau.

Der Baum im Asphalt

Auch in Hinterhäusern wohnen Menschen. Wüßten wir das nicht vom wirklichen Leben her, so würden wir es ständig in modernen Romanen erfahren.

Befehl ist Befehl

Feldmarschall Albert Kesselring nennt sein Memoirenbuch „Soldat bis zum letzten Tag“ (im Athenäum-Verlag, Bonn). Schon der Titel zeigt, daß es sich hier nicht nur um ein militärwissenschaftliches Werk handelt, sondern genau so um ein Buch, das bestimmte Postulate vertritt, bestimmte menschliche Handlungen darstellt und fordert.

Die Publizität ist schwach

Kürzlich haben vier US-Industrielle in Frankreich einige Werke der Eisen- und Stahlindustrie und der Chemie besichtigt. Sie haben im Anschluß an die Inspektionsreise der französischen Zeitschrift „Le Nord Industriel et Commercial“ ihre Eindrücke übermittelt.

Handwerk verlangt „Maßarbeit“

Die gleichberechtigte Partnerschaft des Handwerks in einem geordneten Wettbewerb der sozialen Marktwirtschaft, die planmäßige Pflege der betriebswirtschaftlichen Produktivität im Handwerk, eine weitblickende Mittelstandspolitik als künftige soziale Kernfrage, und schließlich eine vertiefte Berufsgemeinschaft innerhalb des Handwerks als Schule des Gemeinsinns für den Staat: das bezeichnete Töpfermeister Richard Uhlemeyer (Hannover), der Präsident des Zentralverbandes des Deutschen Handwerks, auf dem Deutschen Handwerkstag 1953 in Hamburg als die vier zentralen Aufgaben der deutschen Handwerkspolitik.

Besser leben durch gesteigerte Produktivität

Die finanziellen Mittel der Staaten werden in einem für Friedenszeiten nahezu sie dagewesenen Maße für Rüstungszwecke in Anspruch genommen.

Schlepper werden Träger

Am vergangenen Sonntag wurde die 42. Wanderausstellung der Deutschen Landwirtschafts-Gesellschaft durch Bundeskanzler Dr. Adenauer eröffnet.

„Aufbau“

Die sich immer stärker abzeichnende Rückläufigkeit der „Plan“-Erfüllung in der Industrie der sowjetisch-besetzten Zone Deutschlands führt zu einer Entwicklung, die die Schwäche dieses Systems und seiner Wirtschaftslenkung von Tag zu Tag deutlicher macht.

Grau ist weiß – weiß ist schwarz

Innerhalb der Bankenwelt haben sich Spannungen ergeben, die nicht zu übersehen sind. Seitens der Emittenten von Pfandbriefen wird die Diskussion über den sogenannten grauen Pfandbriefmarkt so geführt, daß der Eindruck entstehen muß, die schwarzen Schafe (also die Schwarzhändler) seien die im Effektengeschäft tätigen Handelsbanken, Daß sich die Handelsbanken gegen so unsachliche Vorwürfe ihrerseits wehren, ist verständlich.

Zigarettenstart

Am kommenden Montag, dem 8. Juni, werden nun endlich die Wünsche der deutschen Raucher nach billigeren Zigaretten erfüllt werden.

Privatkapital fehlt

Die Haushaltsrede des bayerischen Wirtschaftsministers Dr. Hanns Seidel ergab im großen und ganzen ein nicht ungünstiges Bild der Wirtschaftslage.

Arabischer Aufbau

Überraschend schnell gingen die arabischen Regierungen auf die am 7. Mai in Damaskus von der Union der arabischen Industrie- und Handelskammern unterbreiteten Vorschläge ein: Am 25.

Österreich als Vorbild ...

Als man vor zwei Jahren in Lissabon beschloß, die Einladung Österreichs zur Abhaltung des 14. Kongresses der Internationalen Handelskammer in Wien anzunehmen, ahnte man nicht, in welcher politischen Atmosphäre diese Tagung des Jahres 1953 stattfinden würde.

Verluste in Englands Bergbau

In dem umfangreichen Zahlen- und Tabellenwerk dies Berichtes über die Entwicklung der Kohlenwirtschaft im Jahre 1952, den die Britische Reichskohlenverwaltung (National Coal Board-NCB) gerade veröffentlicht hat, überwiegen in den Abschlußzeilen die „roten Ziffern“: die Verluste also.

Produktionszunahme: mehr als saisonüblich

Die industrielle Produktion im Bundesgebiet hat im April im ganzen stärker als saisonüblich zugenommen. Die auf der Basis 1936 = 100 berechnete amtliche Indexziffer ist von 150 im März auf 156 im April gestiegen.

Rentenmarkt in Führung

Was vor einiger Zeit noch niemand für möglich gehalten hätte, ist jetzt eingetreten: Der Rentenmarkt hat an den Börsen die Führung übernommen! Die Ereignisse haben sich auf diesem Gebiet in den letzten Tagen überstürzt.

Die BdL berichtet

Bei einer Währungsbank ist die Gewinnund Verlustrechnung in aller Regel kaum interessant: ihre „Erfolgsrechnung nämlich zeigt seh < (oder sollte sich zeigen ) in der Bilanz.

Warenmärkte in der Flaute

In der letzten Mai-Hälfte wiesen die meisten Lebensmittel- und Rohstoffmärkte der Welt wieder eine ausgesprochene flaue Stimmung auf, die auf verschiedenen Einzelmärkten zu neuen Preisabschwächungen führte.

Zu viele Menschen auf der Erde?

Die Zahl der menschlichen Erdbewohner ist nicht genau bekannt. Die Angaben schwanken zwischen 2,2 und 2,5 Milliarden. Es gibt eine Hypothese, daß die Welt in 300 Jahren eine Bevölkerung von 21 Milliarden erreicht haben werde.

SPORT DER ZEIT: Schon wieder ein Sportplan

Die Freunde und Funktionäre der deutschen Leibesübungen überbieten sich in letzter Zeit im Pläne-Schmieden. Da gibt es ein Sieben-Punkte-Programm des Bundesinnenministers, einen Carl-Diem-Zehnjahresplan für den Bau von Turn- und Schwimmhallen, da hat der Deutsche-Sport-Bund einen Schulsport-Plan ausgearbeitet.

Schimpfwort Psychopath

Die Bezeichnung „Psychopath“ spielt im Vokabular unserer Zeit eine wachsende Rolle. Wenn einem nicht verständlich ist oder nicht paßt, wie ein anderer sich verhält, so ist man sehr schnell mit diesem Wort zur Hand.

Funk für Anspruchsvolle

Wer sich heute ein Superrundfunkgerät kauft, wird schnell von der Illusion geheilt, daß er sich je nach Lust und Laune aus der Programmzeitung eine Sendung aussuchen könne.

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