Zahlenspiegel des Deutschen Instituts für Wirtschaftsf orschung, Berlin

Die industrielle Produktion im Bundesgebiet hat im April im ganzen stärker als saisonüblich zugenommen. Die auf der Basis 1936 = 100 berechnete amtliche Indexziffer ist von 150 im März auf 156 im April gestiegen. Die Zuwachsrate von 6 Punkten kann etwa je zur Hälfte auf saisonale und konjunkturelle Faktoren zurückgeführt werden. – Die konjunkturelle Festigung ist vor allem von der Verbrauchsgüterwirtschaft ausgegangen. Der saisonbereinigte Index der Verbrauchsgüterproduktion (ohne Nahrungs- und Genußmittel) hat sich von 149 auf 154 erhöht, sofern man für einen einwandfreien Vergleich den in der ersten Hälfte März noch andauernden Textilarbeiterstreik aus der Berechnung ausschaltet. Auch die Erzeugung von Nahrungs- und Genußmitteln hat verstärkt zugenommen.

Die Bautätigkeit hielt im April das nach stürmischem Aufstieg im März erreichte ungewöhnlich hohe Niveau. Die Einbußen des besonders lang anhaltenden Winters konnten durch die lebhafte Bautätigkeit im März und April in vollem Umfang ausgeglichen werden. Im Durchschnitt März/April liegen sowohl die Verbrauchsgüterproduktion als auch die Bautätigkeit um gut ein Fünftel über Vorjahrsstand. Die übrigen Industriegruppen haben nicht annähernd diese Zuwachsraten erreicht, wenn sie sich auch in den letzten beiden Monaten etwas erholen konnten – so der Bergbau, die Gruppe der Grundstoff- und Produktionsgüterindustrien und die Gruppe der Investitionsgüterindustrien. Insbesondere die letztgenannte Gruppe blieb seit einem Jahr bei allerdings hohem Niveau hinter der allgemeinen Entwicklung der Industrieproduktion zurück. Während der Gesamtindex im März/April die entstehenden Vorjahrsdaten um 9,7 v. H. übertrifft, zeigt der Investitionsgüterindex einen Zuwachs von nur 2,3 v. H. an. – Die Ausfuhr hat sich im April weiter günstig entwickelt, während die Einfuhr etwas hinter dem Vormonat zurückblieb. Der schon im März beträchtliche Überschuß von 47 Mill. $ hat sich weiter auf 65 Mill. $ erhöht.

Nur gute Wolle gefragt

Die neue Wollernte aus deutschen Schwarzkopf- und Kreuzungszuchten hat beim Handel nicht das von den Züchtern erwartete Käuferinteresse gefunden. Gut ein Viertel des am 29. Mai auf der Auktion der Deutschen Wollverwertung-West in Paderborn angebotenen Quantums von insgesamt 5400 Zentnern, zum großen Teil schlecht gepflegte Wollen, mußte zurückgezogen werden, da keine annehmbaren Gebote vorlagen Feinere Wollen, vor allem Merinos, hielten annähernd den Preis der Aprilbörse. Geringe Wollen waren selbst zu niedrigen Preisen nicht abzusetzen. Die Durchschnittsgebote lagen etwa 25 v. H. unter der von den Züchtern angegebenen Rentabilitätsbasis. Es wurde gezahlt (je kg): für Merino-Vollschurwollen im Schweiß 6 bis 7 DM, für Merino-Halbschurwollen 5,80 bis 6,50 DM, für Crossbreds bis zu 4,20 DM. Preise für reingewaschene Wollen wurden nicht notiert. K I.

Steigende Rohjute-Preise

Zu den Weltrohstoffen, deren Preise sich seit Ende April zu nehmend festigen, gehört u. a. auch pakistanische Rohjute. Der Jutemarkt hat sich in den letzten Wochen schlagartig verändert Rohjute Basis First ist seit Ende April um mehr als 8 £/t gestiegen. Bei einzelnen Privatpackungen ist die Preissteigerung noch größer. Das Angebot in den Qualitäten, die für die kontinentale Gewebe- und Sackherstellung notwendig sind, ist knapp, und die Qualität der letzten Ernte läßt zu wünschen übrig. Die Versorgung der Ablader mit loser Jute ist gering Lagerware und schwimmende Partien sind nur unwesentlich vorhanden und können den Markt nicht beeinflussen. E.