Am kommenden Montag, dem 8. Juni, werden nun endlich die Wünsche der deutschen Raucher nach billigeren Zigaretten erfüllt werden. 43 kleinere und mittlere Unternehmen der Zigarettenindustrie haben sich vorwiegend auf die Produktion der neuen 7 1/2-Pfennig-Zigarette umgestellt. Sie verfügen über einen Anteil von 14 v. H. an der Gesamtproduktion, und jede Fabrik kann künftig je Monat 15 Mill. Stück ausstoßen. Da aber nicht alle Unternehmen von dieser Produktionsmöglichkeit Gebrauch machen werden, rechnet man nur mit einem Angebot von rund 300 Mill. Stück je Monat, wobei fraglich bleibt, ob diese Menge ausreichend ist. In der Hauptsache stellt die Neuregelung eine Existenzsicherung für die Klein- und Mittelbetriebe dar. Die fünf führenden Firmen der Zigarettenindustrie – sie bestreiten 86 v. H. der gesamten Erzeugung – beteiligen sich an der Herstellung der 7 1/2-Pfennig-Zigarette nicht. Sie bringen ihre bisherigen 10-Pfennig-Zigaretten zu 8 1/3 Pfennig heraus und werden außerdem weitere Preislagen zu 10, 12 1/2, 15 und (u. a.) 20 Pfennig pflegen.

Der Bundesfinanzminister und auch die Industrie hoffen, daß der eintretende Steuerausfall durch einen vermehrten Konsum ausgeglichen werden wird. Der Kopfverbrauch an Zigaretten liegt in Westdeutschland und in Westberlin mit 600 Stck. je Jahr nicht nur erheblich unter dem Vorkriegsverbrauch, sondern auch stark unter dem Verbrauch der übrigen vergleichbaren europäischen Länder (Schweiz 1500, Frankreich 1300). Bemerkenswert ist der spürbare Anstieg des Umsatzes an Orient-Zigaretten, der nach 1945. am Null-Punkt angelangt war, in der Vorkriegszeit jedoch fast 98 v. H. ausgemacht hatte. Noch vor zwei Jahren stellte man einen bescheidenen Orientanteil von 3 v. H. fest; heute ist er bereits auf 7 v. H. angewachsen und steigt langsam, aber stetig ... we.