In diesen Tagen waren es 400 Jahre her, daß ostfriesische Fischer mit fünf seetüchtigen Fischereibooten den Hafen Emden verließen, um in der Nordsee Heringe zu fangen. Schon damals war der Hering im wahrsten Sinne des Wortes ein Volksnahrungsmittel, der Fang aber eine Domäne der Engländer und Holländer. Die Initiative dieser ostfriesischen Fischer legte den Grundstein zu der ältesten deutschen Heringsfischerei, die heute in Vegesack, Leer, Glückstadt und Emden beheimatet ist und über 97 Heringslogger verfügt.

Die in Emden versammelte Loggerflotte hatte zur Feier des 400jährigen Jubiläums über die Toppen geflaggt, um dann zur diesjährigen Jagd nach dem „Silbersegen des Meeres“ auszulaufen. Auf der Jubelfeier wurden aber auch die ernsten Sorgen, die die Loggerfischerei heute bedrücken, sehr deutlich. Hauptursache ist, wie überall in der Fischwirtschaft, der Verlust des großen mittel- und ostdeutschen Absatzgebietes. Hinzu kommt als Nachteil das hohe Durchschnittsalter der Logger (hier sollen staatliche Unterstützungen Neubauten ermöglichen) und das Fehlen eines Zollschutzes (hier wünscht man, daß die Einfuhren in erträglichen Grenzen gehalten werden). Diese Sorgen sind für den deutschen Verbraucher naturgemäß weniger interessant; für ihn ist wichtig, daß deutsche Logger-Treibnetzheringe unter dem Kennwort „Auf See gekehlt und gesalzen“ eine Delikatesse sind. Zu wünschen wäre nur, daß sich die deutsche Hausfrau dieser geschmacklichen Köstlichkeit vor der Zubereitung der Mahlzeiten erinnert. Und hoffentlich künftig mehr als bisher... ww.