DIE ZEIT

Sage mir, mit wem du umgehst...

Das reinigende Gewitter in der FDP ist niedergegangen. Wird es bei dem einen Blitzschlag bleiben? Zum mindesten dürfte der Fall des Hauptgeschäftsführers Döring vom Landesverband Nordrhein-Westfalen noch ein Nachspiel haben.

Macht mir die Regierung stark

Zum ersten Male in der Geschichte der IV. Republik hat ein französischer Ministerpräsident es abgelehnt, die Macht zu übernehmen, wenn die Nationalversammlung nicht vorher die Verfassung in der Weise ändere, daß eine größere Stabilität der Regierung garantiert sei.

Hohe Politik ferngesehen

Es könnte sein, daß zukünftige Historiker einmal zu dem Ergebnis kommen, am 3. Juni 1953 habe eine neue Epoche der Politik begonnen.

Sowjetkapital bedroht Österreich

Auch in Österreich haben die Sowjets ein Revirement vorgenommen. Der Oberkommandierendeder sowjetischen Streitkräfte in Österreich, General Swiridow, ist auf die eigentlichen militärischen Aufgaben des Oberbefehlshabers der Truppen beschränkt worden und an die Spitze der Verwaltung ist als Hoher Kommissar ein Diplomat, der bisherige Sowjetbotschafter in Pankow, Iljitschew, getreten.

Männer unter sich

Da hat nun jahrhundertelang die Schweiz als der demokratische Musterstaat schlechthin figuriert – in unseren Lesebüchern, in unserer Vorstellung und in den meisten politischen Diskussionen.

Westexport als Ausweg

Den Auftakt für die tschechische Währungsreform bildete die Freilassung des amerikanischen Journalisten Oatis. Sie hat Washington zu einer Aufhebung des Handelsverbotes mit der Tschechoslowakei, soweit es nicht strategische Güter betrifft, veranlaßt.

Tagebuch der Zeit: Das Schicksal geteilter Nationen

Die Verhandlungen über einen Waffenstillstand in Korea, die am 8. Juli 1951 in Kaesong begonnen hatten, sind nach nahezu zweijähriger Dauer zu einem Abschluß gekommen, nachdem sich beide Parteien über den schwierigsten Punkt, das Schicksal der nicht rückkehrwilligen Kriegsgefangenen, im Sinne der Anfang Dezember von der Generalversammlung der UNO beschlossenen Resolution geeinigt hatten.

Holland: Langsam, aber sicher

Auf eine Einladung des holländischen Koordinationsausschusses für kulturelle Beziehungen mit Deutschland (CCCD,) reisten mehrere Bonner Journalisten durch Holland.

Zu intelligent?

Die Bayern beklagen sich über die „Unterwanderung“ durch Heimatvertriebene. Dr. Fischbacher (Bayernpartei) hat in einer Parteiversammlung sogar erklärt, er halte diese Erscheinung auf wirtschaftlichem Gebiet für eine große Gefahr.

Heinrich Hellwege

Im idyllischen Neuenkirchen, wo an der Niederelbe die Obstbäume am dichtesten stehen, kann man am Wochenende den Minister Hellwege, Chef der Deutschen Partei, ausfindig machen.

ZEITSPIEGEL

„Eine Reinigung nach westlichen Richtlinien“ nennen nach einem Bericht des Berliner Korrespondenten der Londoner Sunday Times die deutschen Kommunistenführer in der Sowjetzone die Tätigkeit der vor kurzem aus Moskau in Berlin eingetroffenen Kommission zur Säuberung der sowjetischen Dienststellen.

Es lebe der Fortschritt

In Moskau tobt ein harter theoretischer Kampf um die Frage, ob man zum Warenaustausch das Geld benötigt oder nicht. Die Prawda hat einige Sowjet-Propagandisten in dieser Auseinandersetzung scharf zurückgewiesen und erklärt, daß Leute, die die „ungeheure Rolle“ des Handels in der Sowjetwirtschaft unterschätzen, sich einer theoretisch falschen und taktisch schädlichen Schlußfolgerung schuldig gemacht hätten.

Beim contra Wilder

Gottfried Benn scheint im Auslande angesehener zu sein als in Deutschland, wo er lebt. Zudem ist die Publizität von Lyrik so exklusiv geworden, daß auch Benns „Neue Gedichte 1953“ ihre bedeutende Aussage kaum weitertragen werden als in jenen Kreis, der den Abenteuern dieses Denkers bisher schon folgte.

Wenn Engländer gesprächig werden ...

Trafalgar Square war schon am Montagnachmittag buchstäblich zugewachsen mit lagernden Mengen. Für die Zirkulation der Fußgänger blieb nichts als ein schmaler Pfad, den man nur im Gänsemarsch beschreiten konnte.

Die Prozession des Commonwealth

Und was mögen all jene gedacht haben, die dem britischen Empire nur noch in den Geschichtsbüchern einen Platz zubilligen, als sie dem Schauspiel der aufmarschierenden Vertreter des Commonwealth (das immer noch ein Viertel der Erde umfaßt) beiwohnten? Fünf Kilometer lang war der Zug, den die Kontingente der verschiedenen Waffengattungen und der verschiedenen Länder und Gebiete eröffneten.

Die wohlmeinenden Räuber

Brod, Felix Welsch, alle meine Freunde bemächtigen sich immer irgendeiner Sache, die ich geschrieben habe, und überraschen mich dann mit dem fertigen Verlagsvertrag.

Wer hat zu bestimmen?

Seit Jahren wird in Deutschland die Schule, insbesondere die höhere Schule, immer wieder in einen Meinungsstreit hineingezogen, der die ruhige und gewissenhafte Arbeit der Lehrer und der Schüler stört und Unsicherheit in weite Kreise der Bevölkerung trägt.

Der Wirrwarr im deutschen Erziehungswesen

Kein Thema bewegt die Gemüter der Eltern heute so sehr wie das der Schulerziehung, deren eigentlicher Sinn allmählich der Experimentierfreudigkeit mancher Pädagogen oder den besonderen Bestrebungen und Tendenzen politischer Instanzen zu erliegen droht.

Heimweh nach der Intoleranz

Mal sehen, was uns blüht“ – so hieß das Programm. des Berliner Kabaretts „Die Stachelschweine“. Doch könnte dieser Programmtitel auch der Stoßseufzer \so manches Kabarettbesuchers von heute sein: denn das Kabarett, Gott sei’s geklagt, erlebt zur Zeit keine Blüte, und daran ist nur die böse Demokratie schuld.

Erinnerung an Peter Altenberg

Eines Tages, als wir von der Schule nach Hause gingen, sagte mein Schulkollege B. in aller Ruhe zu mir: „Ich habe einen Brief von P.

Immer diese Angst...!

Weiß man’s denn genau, was der andere unterm Gewande trägt? Könnte es nicht ein Fläschchen Glyzerin von der nitrathaltigen Sorte sein? Und wie steht es eigentlich mit den Aktenmappen, die manche Besucher mit sich führen? Enthalten sie wirklich nur zusammengefaltetes Butterbrotpapier oder aber – viel wahrscheinlicher – eine kleine Bombe, dazu bestimmt, mich in Atome aufzulösen? Und die Tatsache, daß sie der Besucher liegen läßt, gibt sie aufkeimendem Verdacht nicht neue Nahrung? Und wenn ich sie dann untersuche und wirklich nur Butterbrotpapier finde, wäre damit irgend etwas bewiesen? Könnte es sich nicht um einen abgefeimten Versuch handeln, mich auf die Probe zu stellen, nur um beim nächsten Besuch wieder eine Mappe liegen zu lassen, in der dann.

Nur als Träumende

Luftlöcher gibt es nicht nur in der atmosphärischen Erdhülle, sondern auch in der literarischen Tradition, die ja die Atmosphäre ist, in der sich die Dichter bewegen.

Die grauen Wölfe und die graue See

Monsarrats Buch, das im letzten Herbst in deutscher Übersetzung erschien, nachdem es in Großbritannien und den USA schon die 500 Tausendergrenze überschritten hatte (Claassen-Verlag, Hamburg, 468 Seiten, Ganzleinen 16,80 DM), löste hier ein heftiges Für und Wider aus.

Vertanes Glück

Jenny Dewar und Frank Stewart, die Liebenden in Tom Harlins kleinem Roman Einmal im Leben (bei Franz Schneekluth, Darmstadt), sind Nachbarskinder.

Aus Adams Tagebuch

Während meiner Bewußtlosigkeit muß mir allerhand widerfahren sein, denn ich entdeckte links auf der Brust eine Narbe. Es tut zwar nicht weh.

Wo der Grubenhund bellte

Unter einem Grubenhund versteht man überall eines jener kleinen Wägelchen, mit denen die Bergleute in ihre Stollen einfahren, überall, nur nicht in Wien.

Die umdüsterte Grubenlampe

Der bevorstehenden vierten Generalversammlung der Industriegewerkschaft Bergbau, die vom 19. bis 24. Juli in Köln stattfinden wird, gehen keine guten Vorankündigungen voraus.

Eine Panne wurde behoben

Jene 555 Mill. DM, die gegen Schuldbucheintragung des Bundes zum Ausgleich des Bundeshaushalts von der laufend mit weit höheren Bundeszuschüssen alimentierten Rentenversicherung gleichsam „zurückgeliehen“ werden sollten – eine Art Zwangsanleihe, die der Bundestag mit knapper Mehrheit ablehnte – haben das Faß zum Überlaufen gebracht.

Heringsjubiläum

In diesen Tagen waren es 400 Jahre her, daß ostfriesische Fischer mit fünf seetüchtigen Fischereibooten den Hafen Emden verließen, um in der Nordsee Heringe zu fangen.

Wiedergutmachung

Einstimmig und ohne Änderungen hat das Bundeskabinett in diesen Tagen den Entwurf eines Gesetzes „zur Entschädigung der Opfer des Nationalsozialismus“ verabschiedet, der Bundestag und Bundesrat noch in dieser Legislaturperiode passieren soll.

Strapazierte Bauern in Köln

Mit der DLG-Schau, die am vergangenen Sonntag endete, ist – zur Überraschung vieler – die Landwirtschaft wiederum in den Mittelpunkt wirtschaftlicher Überlegungen getreten.

Kritik an der Werbung

Experten der deutschen und der ausländischen Werbewirtschaft gaben sich am vergangenen Wochenende in Hamburg ein Stelldichein, um auf der vom Werbefachverband Hamburg/Schleswig-Holstein veranstalteten werbefachlichen Arbeitstagung eine Reihe von Themen zu diskutieren, die in letzter Zeit bei den Werbefachleuten, der Werbewissenschaft und der Wirtschaft steigende Bedeutung gewinnen.

Neue Produktion

Von der Hannoverschen Maschinenbau-Aktiengesellschaft (Hanomag) wurde für alle Arbeiten auf Acker, Straße und im Betrieb als neuestes und kleinstes Erzeugnis der 12-PS-Hanomag-Allzweckschlepper R 12 herausgebracht, der mit einem Einzylinder-Zweitakt-Dieselmotor versehen ist und eine dreifache Gerätanbringungsmöglichkeit aufweist.

Gelockerter Uruguay-Handel

Das uruguayische Außenministerium hat den mit der Deutschen Bundesrepublik am 19. April paraphierten Handels-, Zahlungs- und Meistbegünstigungsvertrag jetzt über den Regierungsrat dem Parlament zur Ratifizierung bis zum 30.

Die Scheinfirmen gingen pleite

Die Piasterabwertung hat in der indochinesischen Wirtschaft zahlreiche Handicaps ausgelöst; es wird lange dauern, bis die bereits durch den Krieg in ihrer Entwicklung stark gehemmte und bisher stark auf den Export ausgerichtete Wirtschaft dieses Landes wieder ihr Gleichgewicht finden wird.

Labile Frachten

Nach dem starken Frachteneinbruch im Februar d. J. machte sich von Anfang März an wieder eine Belebung der Nachfrage nach Schiffsraum bemerkbar, und zwar zunächst in der ausgehenden Fahrt, wo durch zunehmende Verschiffungen von Düngemitteln von den kontinentalen und britischen Häfen nach allen Teilen der Welt eine größere Anzahl von frachtfreien Schiffen aus dem Markt genommen wurden.

Aus dem Verkehr

Die erste planmäßige Hubschrauber-Linie der Welt wird am 1. August zwischen Brüssel, Antwerpen und Rotterdam von der Belgischen Luftfahrtgesellschaft Sabena eingerichtet werden, die am 23.

Aktienmarkt verharrt in Lethargie

Auch in der vergangenen Börsenwoche blieben die 5 v. H. Staatsanleihen des Bundes und der Länder die „Lieblingskinder“ des Rentenmarkts, der in seiner Bedeutung weiterhin vor den Aktien rangiert Der Kurs der Bundesanleihe hat sich jetzt bei 99 3/5 v.

Betriebe im internationalen Gespräch

Die Betriebswirtschaftslehre hat von den deu;- schen Hochschulen aus zwischen den beiden Weltkriegen eine sehr weitgehende Beachtung im Auslande gefunden, die auch in zahlreichen Obeisetzungen deutscher wissenschaftlicher Werke zum Ausdruck kommt.

Blick in die Branchen: Gummi im Wettbewerb

Drei Faktoren mögen die in letzter Zeit durchgeführten Reifenpreissenkungen bevorzugt beeinflußt und hervorgerufen haben: die Anpassung in die absinkende Preistendenz von Kautschuk an den Weltwarenmärkten, der starke Wettbewerb und auch die Möglichkeit billigerer Produktion.

Bankenaufsicht und Vertrauen

Es ist nicht Aufgabe der Kaufleute, einen Fall um des Prinzips willen auf die Spitze zu treiben. So wurde denn jetzt auch bei dem insolvent gewordenen Frankfurter Bankhaus Cüppers & Co.

Mut zum Experiment

Für die Fragen der industriellen Formgebung, die begrüßenswerterweise auf den diesjährigen Messen in Hannover besonders herausgestellt wurden, haben innerhalb der deutschen keramischen Industrie vor allem die Porzellanfabriken eine starke Aufgeschlossenheit gezeigt.

Leben zu viele Menschen auf der Erde?

Noch vor fünfzig Jahren konnte es geschehen, daß in Indien oder China Zehntausende verhungerten, ohne daß die zivilisierte Welt davon sonderlich Notiz genommen hätte.

So war Berlin

Die kleinen Jöhren wissen det schon jar nidi mehr, wie schön Berlin mal jewesen is.“ Was sind das für Töne im dunklen Kinoraum? Damit sie es nämlich erfahren und damit die Älteren nicht vergessen, was Berlin einmal war und was es wieder werden soll, läuft jetzt in den Kinos Westdeutschlands ein viertelstündiger Berlin-Film an: „Lieber Leierkastenmann“.

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