Die folgende Prognose stützt sich auf einen Vergleich der Bevölkerungsentwicklung der letzten 300 Jahre: 2250 –: 10 Milliarden; 2550 –: 40 Milliarden; 2850 –: 160 Milliarden.

Sie geht davon aus, daß sich die Weltbevölkerung seit 1650 vervierfachte, und hat im einzelnen folgende Zahlen errechnet:

Man muß freilich bei derlei Tabellen bedenken, wie unzuverlässig Zahlenangaben jeder Art aus der Vergangenheit sind. Allerdings haben wir unseren Vorfahren Genauigkeit voraus: Wir hinterlassen unseren Nachkommen Volkszählungen und Statistiken, und spätere Demographen werden schreiben:

1953: Bleibe jung, lebe länger!

"1953 lebten in Europa 600 Millionen Menschen. Trotz eines furchtbaren Krieges hatte die Geburtenfreudigkeit nicht nachgelassen. Hatte man früher von der "Dekadenz" des französischen Volkes gesprochen, so erlebten die Zeitgenossen nach dem Krieg das "Wunder" der wiedererlangten Vermehrungskraft der Grande Nation. Schon nach wenigen Jahren hatte sich Europa vom Aderlaß des Krieges erholt. Selbst in Deutschland, das am stärksten unter Hunger und Druck gelitten hatte, war die "Todeskurve" schon nach wenigen Jahren überschritten. Allerdings hatte die Geburtenfreudigkeit gegenüber der zweiten Hälfte des 19. Jahrhunderts erheblich nachgelassen. Weitgehende Anwendung von empfängnisverhütenden Mitteln drosselten den Kinderreichtum der einzelnen Familien. So entstand das Problem der "Überalterung". Hinzu trat ein in der Geschichte des Abendlandes einzigartiges Phänomen: dank ungeheurer Fortschritte auf dem Gebiet der Medizin erhöhte sich das durchschnittliche Lebensalter der Menschen beträchtlich. Aufschluß gibt uns eine Tabelle, die noch aus jener Zeit erhalten ist. Hier die durchschnittliche Lebensdauer der Menschen im Jahre 1953: Indien: 27; Ägypten: 39; Chile: 39; Finnland: 58; Japan: 58; Deutschland: 61; Frankreich: 66; Australien: 68; USA: 68; England: 69; Holland: 70.

Weiter würde der Zukunftsdemograph über unsere Zeit folgendes Zutreffendes schreiben: "Galt im Jahre 1900 ein Fünfzigjähriger bereits als ein betagter Mann, so wurde er in den 60er Jahren des XX. Jahrhundets von den "Alten" (den Neunzigjährigen) herablassend als "junger Mann" behandelt. Jung bleiben und länger leben wollen wurde Mode. Unermüdlich war man im Erfinden lebensverlängernder Medikamente und Kuren. Die Zahl der Ehen zwischen sechzig jährigen Männern und 20jährigen Mädchen nahm zu. Die epochemachende Erkenntnis dieses erstaunlichen Jahrhunderts aber war, daß sich die Menschheit bisher falsch ernährt hatte. Bezeichnend für die Atmosphäre dieses Jahrhunderts war der Erfolg des amerikanischen Lebensexperten Gaylord Hauser. Sein berühmtes Werk "Bleibe jung und lebe länger" wurde in 19 Sprachen übersetzt und erlebte Millionenauflagen. Er bereiste die ganze Welt, wurde überall jubelnd gefeiert wie ein Held und erfüllte die Menschen mit neuem Lebensmut. Aber das Bevölkerungsproblem hatte noch eine andere Seite. Während skandinavische Gelehrte feststellten, daß die alten Germanen selten über eine Lebensdauer von 30 Jahren hinausgekommen sind, hieß es in dem denkwürdigen Bericht der englischen Royal Commission of Population des Jahres 1949: "Die Zahl der alten Leute über 65 wird während der nächsten 30 Jahre laufend steigen, und ihr Verhältnis zur ganzen Bevölkerung wird sich andauernd vergrößern". Die Kommission befürwortete daher die Birth Control, ein Problem, das damals die Gemüter sehr erhitzte."

(Wird fortgesetzt)